Ganzlin : Talent auf schwarz-weißen Tasten

Hier kann man sie am ehesten antreffen: Christiane Klonz am Flügel
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Hier kann man sie am ehesten antreffen: Christiane Klonz am Flügel

Ein selbstkomponiertes Klavierkonzert mit Orchester: Diesen Traum möchte sich Klaivervirtuosin Christiane Klonz noch erfüllen. Sie stellte sich jetzt den 20 Fragen zum Wochenende.

svz.de von
26. März 2016, 12:00 Uhr

Christiane Klonz lebt in Twietfort, einem Ortsteil der Gemeinde Ganzlin am Plauer See. Hier ist sie aufgewachsen, auf einem Bauernhof mit vielen Tieren. Da lag der Berufswunsch Tierärztin als Kind sehr nahe. Doch es kam ganz anders: Im Alter von fünf Jahren begann sie mit dem Klavierspiel. Ihre Mutter Heide gab selbst Klavierunterricht. Das tägliche Üben und die intensive Beschäftigung mit Musik haben ihr eine Welt offenbart, die sie nicht mehr missen wollte. Mit dem Instrument drücke sie Gefühle aus. Letztendlich entschied sie sich dafür, Konzertpianistin zu werden. Sieben Jahre studierte sie in Berlin, ehe sie dann wieder in ihre Heimat zurückkam. Hier komponiert, konzertiert und unterrichtet sie. Zudem organisiert sie seit sechs Jahren die Klaviertage. Jetzt nahm sie sich Zeit, um SVZ-Volontärin Wibke Niemeyer die 20 Fragen zum Wochenende zu beantworten.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?

Christiane Klonz: Mein Lieblingsplatz ist hier in Twietfort. Da ich beruflich viel unterwegs bin, freue ich mich immer sehr darauf, mit meiner Tochter in die Natur und an den nahegelegenen Plauer See zu gehen. Das ist für mich ein Ausgleich zum Arbeitsalltag.

Wären Sie Bürgermeister, was würden Sie sofort verändern?

Zeitlich würde ich es nicht schaffen, das Amt auszuüben. Wichtig wären mir Projekte zur Förderung von Kindern aus sozial schwachen Familien.

Wo kann man Sie in der Region am ehesten antreffen?

Am frühen Vormittag und abends bin ich meistens hier in Twietfort, um selbst zu üben, meine Konzerte vorzubereiten, meine Büroarbeit zu erledigen, Telefonate zu führen und zu unterrichten. An vier Tagen unterrichte ich in Plau und an einem Tag in Meyenburg. Wenn ich am Wochenende kein Konzert habe, verbringe ich die freie Zeit möglichst mit meinem Mann und meiner Tochter.

Was wollten Sie als Kind werden?

Als Kind wollte ich Tierärztin werden. Unsere Familie hatte die verschiedensten Haus- und Nutztiere auf dem Hof und so bin ich auch mit der Pflege und Aufzucht von Tieren vertraut.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient und wofür haben Sie es ausgegeben?

Mein erstes Geld habe ich im ersten Studienjahr verdient. Alle Musikstudenten dieses Jahrgangs mussten bei der Apfelernte helfen. Morgens um fünf Uhr ging es in die Felder. Von dem Geld habe ich mir Klaviernoten gekauft.

Was würden Sie gerne können?

Rückblickend hätte ich noch gern Medizin studiert. Ich befasse mich viel mit Homöopathie, lese viele Bücher und wende es bei Krankheit auch an.

Was stört Sie an anderen?

Ich verabscheue Gewalt und Lügen.

Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Meine Tochter brauchte für eine Hausaufgabe ein Witzebuch. Wir haben es im Buchladen gekauft und sie hat mir während der Autofahrt noch daraus vorgelesen.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Albert Schweitzer – er war ein hervorragender Musiker (Organist und Bach-Interpret), Philosoph, Theologe und Arzt. Meine Oma hat ihn schon sehr bewundert und mir als Kind viel von ihm erzählt und vorgelesen. Auch ich habe mich intensiv mit seinem Leben und Wirken befasst.

Welches Buch lesen Sie gerade?

„Ein Garten Eden inmitten der Hölle“ von Reinhard Piechocki und Melissa Müller. Es ist die Biografie der österreichisch-deutschsprachigen Pianistin Alice Herz-Sommer. Ich lese gerne Biografien über Musiker.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Wir haben kein Fernsehgerät und ich vermisse es auch nicht. Die Nachrichten verfolge ich im Autoradio und im Internet.

Wo trifft man Sie eher: Auf dem Fußballplatz oder bei einer Sportübertragung vor dem Fernseher?

Weder noch. Aber ich war dreimal live bei Spielen von Hansa Rostock im Stadion. Die Atmosphäre ist schon etwas Besonderes – wie bei einem Konzert. Wenn Fußball-WM ist und meine Zeit es zulässt, versuche ich, wenigstens das Endspiel zu sehen. Da fiebere ich dann auch mit.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Ich würde gern die mächtigsten Staatsoberhäupter aller Länder treffen, um ihnen zu sagen, dass wir nur diese eine Welt haben und wir es unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen schuldig sind, diese Welt mit ihren lebenswichtigen Ressourcen zu erhalten.

Was kommt bei Ihnen auf den Tisch?

Ganz gern koche ich meine eigene Kreation einer Nudelpfanne mit Butter, Mais, Paprika, Tomaten und Käse. Die ist immer sehr beliebt.

Was haben Sie immer im Kühlschrank?

Butter, Käse und im dafür vorgesehenen Fach möglichst frisches Obst und Gemüse.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

Mit dem Lied „Your Song“ von Elton John verbinde ich viele schöne Erinnerungen. Ich bin ein totaler Fan von Elton John und spiele seine Musik auch auf dem Klavier.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne, und von wem haben Sie es bekommen?

Nach einem Weihnachtskonzert hat mir meine Freundin Britta eine Geschenktüte überreicht. Beim Öffnen musste ich sehr schmunzeln. Die Tüte war voll mit verschiedenen Sorten Lakritz. Ich esse so gerne Lakritz, das es aber zu DDR-Zeiten nicht gab. Davon hatte ich ihr erzählt und sie hat es sich gemerkt.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Irgendwann möchte ich mein selbstkomponiertes Klavierkonzert mit Orchester aufführen.

Was werden Sie als Rentner machen?

Wenn es meine Gesundheit und meine Hände zulassen, werde ich weiter konzertieren, komponieren und Klavierunterricht geben. Sofern ich einmal Großmutter werden sollte, möchte ich viel Zeit mit meinen Enkeln verbringen.

Wem sollten wir ebenfalls diese Fragen stellen?

Dem Landtagsabgeordneten Wolfgang Waldmüller. Er steht zu dem, was er sagt und setzt sich ein.

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