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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 21:22 Uhr

Infrastruktur in Granzin : Taktzeiten noch verkürzbar

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Mehr Rufbus-Nutzer wirken sich positiv auf Fahrplan aus. Taxi-Unternehmer integriert Menschen mit Handicaps

von
erstellt am 20.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Bei der Umsetzung des im Dezember ins Leben gerufenen Rufbus-Systems, für das in unserem Landkreis bereits der 1000. Fahrgast erwartet wird,  unterstützt das Hagenower Taxi-Unternehmen Voß die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP). Sie übernimmt nicht alle Fahrten selbst, sondern beauftragt für diejenigen bis zu vier Fahrgästen Mario Voß als Subunternehmer. Ihn schildert Andreas Helms, bei der VLP für den Bereich Kommunikation zuständig, als „zuverlässigen, soliden Unternehmer“. 

Bis 2022 Umstellung auf Niederflurtechnik

Die VLP hat rund 200 Busse, die Masse davon 12 Meter lang. Bis 2022 müssen alle  mit Niederflurtechnik ausgestattet sein, heißt: In ihnen gibt es keine Treppen oder Schwellen, was vor allem auch Rollstuhlfahrern ein müheloses Ein- und Aussteigen ermöglicht. Das durchschnittliche Maximalalter der Fahrzeuge liegt bei etwa 15 Jahren.

Weil Nutzer aus ihrer Gemeinde immer wieder darauf hinwiesen, dass sie Probleme mit dem neuen System haben, beraumte Granzins Bürgermeisterin Ariane Köhler unlängst eine Einwohnerversammlung mit Vertretern der VLP an, auf der die Möglichkeit bestand, Schwierigkeiten zu klären (wir berichteten). Die Kritik, dass mit dem jetzt eher  verkehrenden Bus (7.45 statt kurz nach 8 Uhr) der gesamte Tagesplan durcheinander gerate, könne er nicht nachvollziehen, weil schon jetzt zwei Stunden später die nächste Verbindung zur Verfügung stehe. Und wenn noch mehr Einwohner den Rufbus nutzten, sei schließlich daran gedacht, die Takte noch weiter zu verkürzen.

Am Ende der Veranstaltung hatten einige Besucher in großer Runde mit Unsicherheit verbundene Kritik geäußert, die Mario Voß – darauf angesprochen – sichtlich verwunderte. Etwaige Bedenken seien ungerechtfertigt, weil einer der eingesetzten Fahrer zum Beispiel seine Aufgabe seit über 30 Jahren vorbildlich erfülle – grundsätzlich pünktlich und unfallfrei.

„Chance für neuen Lebensinhalt“

Allein mit seinem jetzigen Auto sei er seit rund 200 000 Kilometern unterwegs, ohne eine einzige Schramme zu verursachen, was man auch auf eine sehr große Berufserfahrung zurückführen könne.

Wenn jemand nach der für Berufskraftfahrer grundsätzlich vorgeschriebenen ärztlichen Begutachtung als für die neue Aufgabe geeignet angesehen werde, stelle Voß gern Menschen ein, die Berufsunfähigkeitsrente beziehen. „Es ist die Chance für einen neuen Lebensinhalt, die den Betreffenden vermittelt, noch gebraucht zu werden“, sagt der Unternehmer.  „Aus meiner Sicht  müssen wir Behinderte mehr achten.“

Auch Helms hält die in Granzin in großer Runde geäußerte Kritik zwar für „nicht glücklich“, doch es sei legitim, wenn Fahrgäste wegen Unsicherheiten  Hinweise geben/Eindrücke schildern. Anders könne auch die VLP nicht davon erfahren. Selbstverständlich dürfe dies nicht zu Verunglimpfungen einer Person führen.

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