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19. Oktober 2017 | 02:18 Uhr

Parchim : Tagesmutter-Feuerwehr rettet Jobs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landesweites Pilotprojekt sichert in Notfällen Kinderbetreuung ab / Jobcenter, Landkreis und BilSE-Institut starten Dienstag in Parchim

von
erstellt am 28.Jun.2014 | 08:30 Uhr

Mütter und Väter, die fest im Berufsleben stehen, kennen das Problem: Die Tagesmutter fällt aus oder unerwartete Überstunden stehen an. Oft bleibt nur die Krankmeldung, was unschönerweise dann auch noch dem Chef Stress beschert. Für diese Notfälle haben das Jugendamt des Landkreises, das Jobcenter und das BilSE-Institut (Bildungs-Service für Europa) ab 1. Juli eine Lösung parat: Unter dem coolen namen TaRzaN verbirgt sich das so genannte Tagespflege- und Randzeitenangebot für den Notfall.

„Im Landkreis arbeiten etwa 160 Tagesmütter“, erklärt Sabine Drescher, Mitarbeiterin Kita/Tagespflege in der Kreisverwaltung die Idee hinter dem landesweiten Pilotprojekt, „wenn einige plötzlich ausfallen, brauchen wir für diese Notfälle Vertretungsmöglichkeiten“. Petra Weis, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt beim Jobcenter Ludwigslust-Parchim: „Wir sehen das auch als Service für Arbeitgeber in Zeiten, in denen Fachkräfte immer knapper werden. Damit räumen wir ein Hindernis beiseite, das alleinerziehenden Arbeitnehmern zu schaffen macht.“ Dietmar Krüger, Sektionsleiter beim BilSE-Insitut, dem Träger des Projekts: „Damit Eltern ihren Kinderwunsch verwirklichen und die große Herausforderung – den Alltag zwischen Berufs- und Familienleben zu koordinieren – annehmen, ist ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot unerlässlich. Insbesondere der hohe Aufwand der Selbstorganisation an Betreuungsmöglichkeiten für Randzeiten stellt für viele Eltern einen Stressfaktor dar.

Hier kommt nun TaRzaN ins Spiel. Hauptziel ist es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen und das Vertretungsproblem in der Kindertagespflege zu mildern. Zehn Betreuungsplätze für Notfälle entstehen, dafür schließen sich zwei Tagesmütter zu einer Tagespflegestelle in der Parchimer Heidestraße 25 zusammen.

Petra Weis vom Jobcenter: „Die Tagesmütter gewährleisten bei plötzlicher Erkrankung der zuständigen Tagespflegeperson die Betreuung der Kinder. Zusätzlich soll eine Randzeitenbetreuung vor Öffnung und nach Schließung der Kita für einen Notbedarf bei unverhofften kurzfristigen Veränderungen in der Arbeitszeit angeboten werden. Diese Leistung soll mit einem Hol- und Bringeservice abgesichert werden.“

Für die Notfallbetreuung soll den Eltern keine finanzielle Doppelbelastung entstehen. Das Pilotprojekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Die Parchimer Wobau stellte schnell die Räume mit grünem Innenhof zur Verfügung.

Der TaRzaN-Träger organisiert das zunächst in Parchim beginnende Projekt flexibel: Die Randzeitenbetreuung kann zwischen 5 und 20 Uhr erfolgen, ein Anruf 24Stunden davor genügt.


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