Musikalisches im Wangeliner Garten : „T&T“ brillieren beim Gewitter

Zum zweiten Mal schon in Wangelin: Tabea & Tobias Wollner. Beim Song „Summer in the City“ hielt es Warnfried Altmann nicht mehr auf dem Zuschauersitz. Er begleitete spontan mit dem Saxofon.
1 von 2
Zum zweiten Mal schon in Wangelin: Tabea & Tobias Wollner. Beim Song „Summer in the City“ hielt es Warnfried Altmann nicht mehr auf dem Zuschauersitz. Er begleitete spontan mit dem Saxofon.

Bereits zum zweiten Mal kam das Geschwister-Duo Tabea und Tobias Wollner gesanglich im Wangeliner Garten zum Einsatz

svz.de von
27. Juni 2016, 12:00 Uhr

Wenn der Saxofonist Warnfried Altmann, ein paar Jahre lang schon im schönen Wangelin zu Hause, Musikerkollegen zum Auftritt dorthin bittet, dann kann man sicher sein: Es wird hohe Qualität geboten. Der Magdeburger, in der dortigen Musikszene gut vernetzt, unterstützt zwischen seinen eigenen Konzertreisen, neben der Organisationsarbeit in Magdeburg und seinen Verpflichtungen als Musiklehrer den FAL in Sachen Regionalentwicklung – künstlerisch.

Am Wochenende nun waren es die Geschwister Tabea und Tobias Wollner, kurz T&T, die zum Auftritt ins kleine mecklenburgische Örtchen reisten, im Gepäck ihre musikalische Sommerrevue „SommerTime und RegenDrops“. Und was für ein Glück. Wäre es nicht so gekommen, hätte man das gut gemixte Programm und zwei professionelle Gesangskünstler, in ihrer Sparte von erster Güte, nicht kennen gelernt und ihre Leistung genießen dürfen. Vor allem aber hätte man diese beiden Bühnenwesen nicht erlebt, die in seltener Weise charmant und natürlich rüberkamen.

Die Presse bezeichnete die Künstler als „hochenergetisches“ Duo und absolut zu Recht. T&T nahmen auch nichts an Energie und Ausdruck zurück, als an diesem extrem heißen Tag nur wenige Zuschauer den Weg nach Wangelin gefunden hatten und das Wetter sich als ungeladener Gast und Störenfried schließlich in die Szene einmischte. Wer weiß, vielleicht haben Tabea und Tobias Wollner das Gewitter ja auch herbeigespielt. Nachdem die beiden Musiker die Weidenbühne im Wangeliner Garten rundum mit Regenschirmen malerisch dekoriert und ihr Programm gerade begonnen hatten, da trat der Sommerregen auch schon „live“-haftig auf, der Himmel war pechschwarz geworden, der Donner grollte.

Die nun einsetzende Flucht von der Weidenbühne des Wangeliner Gartens unters Dach des nahen Cafés war eine Gemeinschaftsproduktion aller Anwesenden zur Errettung des teuren elektronischen Equipments, vor allem des Pianos. „Das wäre hin gewesen“, bemerkte Tobias Wollner, dem man die Sorge auch einiges später noch ansah. Vielleicht aber tat der geschlossene Raum der Aufführung dann auch gut. Die Atmosphäre wurde familiär, die Künstler rückten näher, ein bisschen wie im Kellertheater. Sänger und Sängerin, die sich mit den verschiedensten Instrumenten selbst begleiteten – Tobias Wollner saß vorzugsweise hinter dem Klavier – boten alsdann eine ganze Parade von Chansons, Schlagern, Popstücken auf. Alles in allem erzählten sie damit vom Sommer und vom Regen, untergründig vom Glück des Sommers, vom Energiezuwachs, aber auch vom Absturz in die Melancholie: Hinreißend traurig sang Tabea mit ihrer markant tiefen Stimme „Bye, bye Junimond“ von Rio Reiser, spöttisch distanziert „Heißer Sand“ (Mina) und das Glück des „Monsieur Dupont“ sprang ihr förmlich aus der Kehle und auf das Publikum über. Neben der natürlichen Grazie und dennoch komisch gezierten Soubretten-Attitüde der Tabea trat Tobias Wollner zeitweise etwas in den Hintergrund. Oft genug aber eilte auch der „Pianist“ an die Rampe vor und hielt der Schwester schauspielerisch und gesanglich absolut die Waage. Und das Publikum? So klein es war, so groß waren Begeisterung und Applaus. Man hätte noch länger zuhören können in dieser Sommernacht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen