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15. Dezember 2017 | 18:51 Uhr

Süßer Vorgeschmack aufs Weihnachtsfest

vom

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2012 | 07:09 Uhr

Passow | Bis Weihnachten sind es zwar noch einige Wochen hin. Doch die nahende Adventszeit ist schon jetzt spürbar. Man merkt es vor allem in den Geschäften, insbesondere in den Bäckereien. Hier werden bereits jetzt die leckeren Pfeffernüsse angeboten. Auch unsere Zeitung hat sich auf diese Zeit eingestellt und die Aktion "Weihnachtsleckerei 2012" ins Leben gerufen. Unter anderem baten wir um die Zusendung leckerer Rezepte für die Weihnachtsbäckerei. Jetzt sind Leser gefragt, die diese Rezepte ausprobieren, natürlich unter fachlicher Hilfe von Bäcker- und Konditorenmeistern.

In der Bäckerei von Lutz Blum in Passow ist die Hauptbackzeit vorbei, Zeit für Lutz Blum sich den Rezepten unserer Leser zu widmen. "Honigkuchen, Zimttaler, Vanille-Zitrussterne und Mandelkuchen werden wir heute backen und das mit Hilde Rescher und Gerlinde Scheffler", sagt Blum. Beide Frauen haben sich schneeweiße Schürzen umgebunden. Neugierig lauschen sie den Erklärungen des Backexperten. Als erstes wird der Mandelkuchen nach dem Rezept von Kathrin Hagen aus Holthusen gefertigt. Das Wichtigste sind Mehl, Zucker, Salz und Ei. Hier kommt am Ende geraspelte weiße Schokolade hinzu. "Immer die Schokolade am Schluss zugeben, sonst wird sie durch das Rühren und Zugeben anderer Zutaten zu doll zerrieben", rät Meister Blum. Ihm zur Seite steht sein Sohn Robin, der bereits Meister im Konditorenhandwerk ist. Hilde Rescher lässt sich nicht lange bitten. Auch sie greift beherzt in die Schüssel und knetet den Teil durch. "Das beste ist, anschließend den Teig von den Fingern zu lecken, der schmeckt besonders gut", sagt sie mit verschmitztem Blick. Sie erinnert sich dabei an ihre Kindheit. Allerdings wurden solche Rezepte weniger verwendet. "Meist war es Platenkauken, und der wurde mit Pflaumen und Äpfeln belegt und mit aufs Feld genommen", erinnert sie sich. Vor allem in der Zeit nach 1945 wurde mit wenigen Zutaten viel gebacken.

Mittlerweile wird der Teig für die Vanille-Zitrussterne vorbereitet. Dieses Rezept stammt von Angret Ahrendt aus Conow. Dabei hat der Bäckermeister einen Spartipp parat. "Die ausgekratzte Vanilleschote nicht wegwerfen. Die kommt in ein Glas mit Zucker und man hat ein ganzes Jahr Vanillezucker, denn das Aroma ist noch kräftig genug und die Schoten sind relativ teuer." Um die Arbeit zu erleichtern, wird der Teig maschinell ausgerollt. Hilde Rescher versucht es nach althergebrachter Weise mit dem Nudelholz. Das klappt auch und so steht dem Ausstechen nichts im Wege. Dabei helfen die SVZ-Auszubildenden Sandra Hagedorn und Lucas Anskat sowie Anja Blank. Anja erlernt den Beruf der Bäckerin im zweiten Lehrjahr. "Das frühe Aufstehen ist nicht schlimm, da gewöhnt man sich dran", meint sie. Für sie ist ein Traumberuf, denn "hier kann ich mit meinen Händen ein uraltes Handwerk erlernen", sagt die junge Frau aus Krakow am See.

Beim Belegen mehrerer Bleche mit Plätzchen, die gleichzeitig in den Ofen sollen, ist darauf zu achten, dass diese alle gleichmäßig belegt werden. "Sonst kann es passieren, dass die Plätzchen ungleichmäßig backen", sagt Lutz Blum. Zwischendurch bleibt Zeit zum Kosten: Das Backteam probiert die frischen Pfeffernüsse, die Verkäuferin Isolde Bartels in die Backstube bringt.

"Das Backen mit den Lesern ist eine feine Sache, allerdings sind die Rezepte der professionellen Backstube etwas anzupassen", sagt Bäckermeister Blum. Vor allem sind es die kleinen Mengen und der riesige Ofen, auf die man sich einstellen muss. In Passow wird der Ofen mit Heizöl auf Temperatur gebracht. Um diese gleichmäßig in den verschiedenen "Etagen" und auch lang anhaltend zu haben, werden Schamottsteine im unteren Bereich erwärmt und durch ein wassergefülltes Rohrsystem mittels Schwerkraft im Ofen verteilt. Erst seit drei Jahren hat die Bäckerei diesen Ofen. Dazu kommen erdgasbetriebene Lieferfahrzeuge und eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach - das Passower Unternehmen mag es umweltbewusst.

Nachdem auch die Zimttaler, nach dem Rezept von Ingeborg Behrens aus Pastin für den Ofen vorbereitet sind, wird der Honigkuchenteig nach den Angaben von Erika Kröger aus Rehna gefertigt. Er wird gleich gebacken und anschließend mit Zuckerguss und Zitronat verziert. Auch da haben die Backexperten einen Tipp mit Geling-Garantie. "Bleche werden mit Backpapier ausgelegt. Nach dem Backen den Kuchen stürzen, das Papier entfernen und den Kuchen wieder zurückstürzen".

Die Backhelfer werden belohnt - mit einer süßen Verführung: Bäckermeister Lutz Blum reicht kleine Schwanen-Windbeuteln. Auf den Geschmack soll auch der Nachwuchs kommen: Das Backteam bringt Plätzchen zum Kindergarten "Rappelbande". Ein Fest für Naschkatzen - und ein süßer Vorgeschmack auf die Weihnachtszeit, der Lust auf mehr macht.

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