Debatte um Bahn geht weiter : Südbahn: Proteste gehen weiter

Mit der Aktion „Rote Laterne“ wird an jedem letzten Freitag im Monat auf den Bahnhöfen der Orte an der Südbahn demonstriert, die von der möglichen Teilschließung der Strecke betroffen wären.
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Mit der Aktion „Rote Laterne“ wird an jedem letzten Freitag im Monat auf den Bahnhöfen der Orte an der Südbahn demonstriert, die von der möglichen Teilschließung der Strecke betroffen wären.

Keine Kehrtwende bei Gespräch von Vertretern aus Politik und Bürgerinitiativen bei Verkehrsminister Pegel / Zusage, Kompromiss zu prüfen

svz.de von
11. März 2014, 22:00 Uhr

Lübz/Schwerin Am Montag berieten Vertreter aus Lokalpolitik und verschiedener Bürgerinitiativen bis abends mit Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Christian Pegel  über die Zukunft der Südbahn (wir berichteten gestern). Ab 2015 sollen nach Willen der Landesregierung zwischen Parchim und Malchow keine Züge mehr, sondern nur noch Busse verkehren, wogegen in unserer Region seit vielen Monaten die Bürgerinitiative (BI) „ProSchiene Hagenow – Neustrelitz“ kämpft. Ihr Sprecher und Gesprächsteilnehmer Clemens Russell zum Ergebnis: „Die Veranstaltung war in der Hinsicht gut, dass wir alle Argumente noch einmal in vernünftiger Atmosphäre ausführlich ausgetauscht haben, aber im Prinzip sind die Positionen unverändert. Das Land bleibt hart und favorisiert weiter den Einsatz von Bussen, was für uns aus hinreichend genannten Gründen keine akzeptable Alternative ist. Man sagt zum Beispiel weiterhin nicht, wann die Werte erhoben wurden, die die angeblich schlechte Belegung beweisen.“ Beeindruckend sei gewesen, dass nicht nur Bürgermeister von der eventuellen Schließung betroffener Orte, sondern von der gesamten Strecke – etwa aus Hagenow, Malchow, Lübz, Parchim und Neustrelitz – und beider Landkreise teilnahmen. Aus Ludwigslust kam Rolf Christiansen, den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte vertrat der Stellvertreter. Keiner von allen stehe hinter dem Bussystem und sie zögen das Gutachten mit in Zweifel: „Die Rettung der Südbahn ist eine Gemeinschaftsaufgabe für alle Ebenen. Ministerien sind stark gefragt, aber auch die Kreise und die Nutzer, die die Notwendigkeit darlegen.“

Unterstützung kommt auch vom „Eisenbahnförderverein (EFV) Pro Schiene“ aus Brandenburg. Sein Vorsitzender Volker Müller nahm ebenfalls an dem Treffen teil.  Während die Bürgerinitiativen und die Bürgermeister der von einer eventuellen Schließung betroffenen Orte (bei uns Lübz und Passow etwa) seiner Beobachtung nach noch auf ein Einlenken des Ministeriums hofften,  habe Pegel intensiv versucht, für das Buskonzept zu werben: „Phasenweise hatte man das Gefühl, auf einer Werbeverkaufsveranstaltung zu sein, um von dem Kauf eines minderwertigen Produktes überzeugt zu werden. Dies ist dem Minister jedoch nicht gelungen. Trotzdem hatte man den Eindruck, das Ministerium wolle eine Teilstilllegung der Südbahn um jeden Preis.“

 Einen kleinen Hoffnungsschimmer gebe es dennoch. Pegel habe versprochen, einen vom EFV vorgestellten Kompromissvorschlag auf Basis eines kostenreduzierten Bahnkonzeptes zu prüfen, über den in den nächsten 14 Tagen eine Entscheidung fallen werde. Mann wolle ihn gemeinsam mit dem interkommunalen Arbeitskreis beraten. In ihm sind an der Bahnstrecke liegende Orte vertreten. Lübz’ Bürgermeisterin Gudrun Stein, weitere Gesprächsteilnehmerin am Montag in Schwerin, hat sich ebenfalls schon mehrfach gegen die Stilllegung ausgesprochen. Der Minister sehe sich in dem Zwang, die Bewirtschaftung der Bahnstrecke in 14 Tagen ausschreiben zu müssen. „Beruhigter wäre ich gewesen, wenn man in die Ausschreibung als Option die Möglichkeit eingefügt hätte, sie auch durchgängig zu erhalten“, sagte die Bürgermeisterin gestern auf Anfrage. „Leider hält der Minister dies nicht für möglich. Für mich bedeutet das, dass auch ich wieder an der Demonstration in Schwerin teilnehme.“

Morgen Vormittag wird die BI „ProSchiene“ erneut vorm Schweriner Landtag protestieren. Los geht es um 8.43 Uhr per Zug vom Bahnhof in Lübz mit einem angehängten Sonderzug.

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