Pro Schiene : Südbahn neu auf weltweitem Portal

Große Petition von Bürgerinitiative (BI) „ProSchiene Hagenow – Neustrelitz“ mit überregionaler Betrachtung des ÖPNV ins Internet gestellt

svz.de von
29. Juli 2014, 21:15 Uhr

Die Bürgerinitiative (BI) „ProSchiene Hagenow – Neustrelitz“ wehrt sich nicht mehr nur mit lokalen Aktionen – neben den „Mahnwachen“ auf Bahnhöfen auch die schon mehrfachen Demonstrationen vor dem Schloss und Ministerien in Schwerin darin einmal eingeschlossen – sondern dreht jetzt auch weit darüber hinaus auf: Ab sofort ist sie im Internet neben ihrem eigenen, schon älteren Auftritt nun auch auf dem weltweiten Portal „www. change.org/de/ Petitionen“ vertreten, um Unterschriften zu sammeln. „Es läuft großartig!“, sagt Clemens Russell, Sprecher der BI, sichtlich zufrieden über die Resonanz. In den jetzt veröffentlichten Text hat sie nicht nur ihre Bedenken über die Zukunft der Südbahn eingearbeitet, sondern wirft auch einen Blick auf die Situation des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in ganz Mecklenburg-Vorpommern.

„Change.org ist die größte Petitionsplattform der Welt. Menschen soll auf ihr rund um den Globus die Möglichkeit gegeben werden, sich für die Welt einzusetzen, in der sie leben möchten“, erklärt Russell. „Auf Empfehlung eines Unternehmers aus Lübz hat sich die BI dazu entschlossen, die jetzt im Netz stehende Petition zu verfassen.“ Binnen weniger Tage haben nur hier über 100 Leser aus ganz Deutschland und sogar Norwegen für den Erhalt unterschrieben. Der vollständige Name der Petition: www.change.org/de/Petitionen/minister-pegel-verbessern-sie-den-nahverkehr -in-mecklenburg-vorpommern

Landes-Infrastrukturminister Christian Pegel und Dr. Rainer Kosmider, Abteilungsleiter in seinem Haus, hätten den Dialog mit den von der Teilschließung betroffenen Kommunen einseitig aufgekündigt und seien „taub für Kritik an ihren folgenschweren Entscheidungen“. Es werde Zeit, sich mit der Petition wieder Gehör zu verschaffen. Überall im Land untergraben das Ministerium und die Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbh (VMV) nach Meinung der BI den Nahverkehr, und das selbst auf Hauptstrecken wie etwa Berlin – Rostock. Diese Verbindung könnte nach dem erfolgten Ausbau eine Stunde schneller sein, doch beide Genannten argumentierten, dass schneller Nahverkehr als Fernverkehr zu verstehen sei und damit nicht mehr in ihre Zuständigkeit, sondern in die des Bundes falle. In Baden-Württemberg und Niedersachsen etwa sähen dies die Verkehrsminister ganz anders und finanzierten durch ein so genanntes Kooperationsmodell den Fernverkehr mit. Die Verbindungen auch nach Mecklenburg-Vorpommern zu verbessern bräuchten aber dringend sowohl die Menschen als auch Unternehmen – vor Ort und von außerhalb.

Bereits seit Jahren lodere im hiesigen Nahverkehr „ein Flächenbrand“, den die Fahrgäste durch ständige Streichungen schmerzlich zu spüren bekämen. Wer die Petition unterschreibt, setzt sich unter anderem mit dafür ein, dass Ministerium und VMV ihre Arbeit „endlich gewissenhaft wahrnehmen“ und ihre „desaströse wie ideenlose Politik des Infrastruktur-abbaus“ beenden. Beide müssten „endlich durch ein kreatives und partizipatives Handeln glänzen, anstatt konzeptloses Nicht-Handeln zu präsentieren. Der Gegenwind der vergangenen Monate müsse noch spürbarer werden. Anstatt in Schwerin auf taube Ohren zu stoßen, wolle die BI in die Diskussion mit dem Besteller des Nahverkehrs kommen. Jeder, der unterschreibe, zeige, dass die rote Linie jetzt überschritten sei. Bei innovativem Handeln seitens des Landes stehe man jedoch auch hinter ihm. Das Ministerium wird unter anderem dazu aufgefordert, mit Bürgern, Kommunen und Landkreisen Nahverkehrskonzepte zu entwickeln, Fahrplanentwürfe für das folgende Jahr bereits im Frühjahr öffentlich zu machen und nach dem Beispiel Sachsen-Anhalts die Meinung der Fahrgäste zu erfragen.

Unterschrieben hat auch ein Einwohner aus Karlsruhe. Seine Begründung: Er benutze die Strecke öfter, wenn er auf dem Weg zu seinen Eltern sei. Ein anderer nennt die Südbahn-Planung „volkswirtschaftlichen Unfug“, der unsere Region und die in ihr immer älter werdenden Einwohner weiter abhänge.


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