demonstration : Südbahn-Kampf in Rostock präsent

Die Demonstranten gestern auf dem Tourismustag Mecklenburg-Vorpommern in Rostock
Die Demonstranten gestern auf dem Tourismustag Mecklenburg-Vorpommern in Rostock

Lübzer Gewerbeverein reagiert auf Äußerungen von Landesverkehrsminister: „Vorschläge von Bürgerinitiative werden ignoriert“

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20. November 2014, 22:00 Uhr

Jeweils vier Vertreter der um den kompletten Erhalt der Südbahn kämpfenden Bürgerinitiative (BI) „ProSchiene“ aus Lübz und Malchow haben gestern sogar auf dem „Tourismustag Mecklenburg-Vorpommern“ in Rostock-Warnemünde Flagge gezeigt. „Versammelt waren dort weit über 100 Touristiker aus dem ganzen Land, die über nachhaltige Mobilität sprachen. Der Moderator gab uns zwischendurch die Möglichkeit, unsere Banner unter anderem mit der Aufschrift ,Tourismus fördern = Südbahn erhalten!’ zu entrollen und einen kurzen Vortrag zu halten“, sagt BI-Sprecher Clemens Russell, der vor Beginn der Veranstaltung noch eine harte Auseinandersetzung mit Vertretern des Verkehrsministeriums geführt habe: „Die Fronten sind verhärtet. Erfreulich war, dass viele Besucher gestern über das Pro-blem Südbahn bescheid wussten und Beifall für uns spendeten.“

Aus dem Lübzer Raum haben auch weit über 100 Geschäftsleute für den Erhalt der Südbahn in ihrer jetzigen Form unterschrieben (wir berichteten). Die von Landesverkehrsminister Christian Pegel getätigte Äußerung, dass der Weiterbetrieb zwischen Parchim und Malchow „ökologischer Irrsinn und ökonomischer Wahnsinn“ sei, ärgert auch Mathias Berger, stellvertretender Vorsitzender des Lübzer Gewerbevereins. „Das ist hart und in meinen Augen sehr frech“, sagt er. „Machen sich diese Leute keine näheren Gedanken, was sie von sich geben? Es gibt Vorschläge, wie der Fortbestand funktionieren könnte, aber sie werden ignoriert und man hat den Eindruck, dass die Sache schon entschieden ist, einfach eine Linie durchgezogen werden soll.“

Nicht nur durch Großprojekte wie etwa „Stuttgart 21“ verschleudere der Staat Unsummen an Steuergeldern. Bei der Südbahn hingegen, wo es nicht um Millionen gehe, solle eine quer durch ein Bundesland führende Lebensader gekappt werden: „Unmöglich! Und ich habe schon persönlich erfahren, dass es schlecht ist, wenn etwa zwei arbeitende Partner gleichzeitig weg müssen, ihnen aber nur ein Auto zur Verfügung steht. So hat die Bahn auch mir schon wertvolle Dienste geleistet.“ Jeder, der froh darüber sei, dass Lübz nicht abgeschnitten werde, solle dankbar sein, dass es mit der BI Menschen gebe, die nicht aufgeben und sich dem Minister gegenüber ausdauernd zur Wehr setzen – allen voran ihr charismatischer Kopf Clemens Russell. „Wir stehen zu unserem Wort und werden den Kampf unterstützen“, sagt Berger.

Der Lübzer Gewerbeverein hat gegenwärtig 25 Mitglieder. Für den durchgehenden Erhalt der Bahn unterschrieben haben nach einem entsprechenden Aufruf allerdings weit über 100 Geschäftsleute.

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