konzertkritik : „Sturmetüde“ und Beifallsstürme in Stuer

Eric Artz begeisterte bei seinem Klavierkonzert das Publikum von Stuer mit seiner Vituosität.
Eric Artz begeisterte bei seinem Klavierkonzert das Publikum von Stuer mit seiner Vituosität.

Eric Artz begeisterte beim 3. Konzert der Klaviertage Stuer u.a. mit Chopin und Rachmaninow

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03. August 2015, 12:06 Uhr

Seine Interpretationen sind gefühlvoll und prägnant zugleich – davon konnten sich die vielen Zuhörer des französischen Pianisten Eric Artz überzeugen. Schon das erste Stück, das Nocturne in cis-Moll von Chopin, gestaltete Artz sehr ruhig und melancholisch. Die beiden nachfolgenden Chopin-Etüden („Revolutionsetüde“ und „Sturmetüde“) zeigten bereits hier die brillante Fingerfertigkeit des Künstlers, wobei er die lauten Stellen nicht in ein hartes Forte verwandelte.

In impressionistische Klangwelten wurde das Publikum bei den nächsten beiden Werken entführt, die Artz mit großer Leichtigkeit und französischem Charme interpretierte: die erste der beiden Arabesken von Debussy und aus den „Estampes“ das vierte Stück „Jardins sous la pluie“. Auch bei der „Vocalise“ op. 34 Nr. 14 und dem Prélude op. 23 Nr. 5 von Rachmaninow ging Eric Artz ganz in der Musik auf. Seine letzten vier Programmpunkte widmete der französische Pianist dem Komponisten Franz Liszt. Beginnend mit der wunderschön und feinsinnig musizierten Consolation Nr. III in Des-Dur und anschließend mit der hervorragenden Interpretation der technisch anspruchsvollen dritten Etüde aus den „Trois Études de Concert“ bewies der Künstler seine große Fähigkeit zur differenzierten Gestaltungsweise.

Vollends begeistert zeigte sich das Publikum bei den letzten beiden Werken: den Ungarischen Rhapsodien Nr. 2 und Nr. 6 von Franz Liszt. Eric Artz verstand es ausgezeichnet, den charakteristischen Synkopen-Rhythmus und das feurige Temperament dieser Bravourstücke herauszustellen, wobei er auch die ruhigeren Stellen mit großer Innigkeit zu Gehör brachte. Bravo-Rufe und Beifallsstürme erbrachten das „Siciliano“ von Bach und ein Schubert-Impromptu als Zugaben. 

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