Trockenheit sorgt für Gefahr im Landkreis Ludwigslust-Parchim : Stufe 3: Höchste Waldbrandgefahr

Fahrlässig: Eine noch glühende Zigarette kann derzeit verheerende Waldbrände im Land auslösen, denn die Waldbrandwarnstufe wurde schon wieder heraufgesetzt.dpa
Fahrlässig: Eine noch glühende Zigarette kann derzeit verheerende Waldbrände im Land auslösen, denn die Waldbrandwarnstufe wurde schon wieder heraufgesetzt.dpa

Mehrere Stunden Sonnenschein am Tag, strahlend blauer Himmel, kaum Wolken weit und breit - und vor allem eines: kein Regen. Das bereitet den Revierleitern der Landes forstämter Karbow und Sandhof große Sorgen.

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24. Mai 2012, 09:42 Uhr

Karbow/Sandhof | Seit Tagen beherrscht das Hochdruckgebiet Otto die Wetterlage über Norddeutschland. Mehrere Stunden Sonnenschein am Tag, strahlend blauer Himmel, kaum Wolken weit und breit - und vor allem eines: kein Regen. Doch gerade das bereitet den Revierleitern der Landes forstämter Karbow und Sandhof im Landkreis Ludwigslust-Parchim große Sorgen. Denn mit zunehmender Trockenheit steigt auch die Gefahr von Waldbränden. Von Montag auf Dienstag setzte der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern in einzelnen Gebieten die Waldbrandwarnstufe von zwei auf drei - damit herrscht in diesen Regionen höchste Alarmbereitschaft, nicht nur bei den Forstbehörden, sondern auch bei Polizei und Feuerwehr. "Wir haben jetzt in unserem Bereich die höchste Waldbrandwarnstufe erreicht", erklärt Frank Zerbe, Amtsleiter im Landesforstamt Sandhof.

Ein bisschen früher als sonst, scheint der Sommer in diesem Jahr gekommen zu sein. Denn eigentlich sind die Spitzen für erhöhte Zündbereitschaft in den Wäldern im Frühjahr oder im Hochsommer, das heißt in den Monaten Juli und August zu verzeichnen. "Den ersten Pik verzeichnen wir immer im Frühjahr, März, April", verdeutlicht Frank Zerbe. "Denn in der Zeit lagert in den Wäldern die Biomasse, das Laub aus dem Herbst. Das ist alles sehr trocken und brennt dann wie Zunder." Aus seiner Erfahrung als Amtsleiter heraus weiß Frank Zerbe, dass es vor allem durch Unachtsam- und Fahrlässigkeit zu Waldbränden kommt. "Die weggeworfene Kippe aus dem Auto ist hier immer wieder die Ursache. Aber vor allem auch der unsachgemäße Umgang mit Feuer im und am Waldgebiet. Unsinn ist die Annahme, dass eine Glasscherbe im Wald ein Feuer auslösen kann. "Das ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen, dass das nicht stimmt."

Immer den Blick auf die Wetterlage weiß der Amtsleiter schon jetzt, dass sich die Lage auch über Pfingsten nicht entspannen wird. "Wir haben schon jetzt die Schlagbäume geschlossen, so dass keine Pkw mehr durch den Wald fahren können." Denn auch das erhöht die Zündbereitschaft. Die Revierleiter sind deshalb in erhöhter Alarmbereitschaft. Wie der Amtsleiter sagt, sind derzeit Mitarbeiter der Forstbehörde immer im Einsatz. "Wir laufen mit drei Mann jeden Tag Streife."

Vor allem bereitet Frank Zerbe das Pfingstwochenende Sorgen. Denn in den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass immer mehr Schwarz-Camper ihre Zelte abseits von Campingplätzen in den Wäldern aufschlagen. "Dann wird das Schwein auch schon mal über einem offen en Feuer gegrillt", erzählt der Amtsleiter. Mittlerweile sind die Revierleiter in den Forstämtern Karbow und Sandhof gut gerüstet. Denn seit sechs Jahren sind diese Gebiete mit hochmodernen Überwachungskameras ausgestattet, so genannte "fire watch". "Wir überwachen nicht nur unsere Wälder, sondern auch die Landschaft und konnten deshalb größere Brände verhindern." Frank Zerbe will aber niemandem zu Pfingsten den Zutritt zum Wald verbieten. "Noch ist das Wandern auf den Hauptwegen im Wald gestattet. Deshalb wünsche ich allen Besuchern auch viel Spaß in unseren Wäldern." Wann die Warnstufe wieder herabgesetzt werden, kann er jetzt noch nicht sagen. Dafür müsste es regnen - und zwar mindestens zehn Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter.

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