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Kann das wahr sein? : Stubentiger – eine gefährdete Art?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Eine Familie in Lübz verliert innerhalb eines Jahres vier Katzen und wird die Vorfälle jetzt bei der Polizei zur Anzeige bringen. Von drei Katzen fehlt jede Spur. Irmi, eine Katzenmutter wurde übel zugerichtet.

von
erstellt am 29.Sep.2014 | 21:00 Uhr

Jörg Petzold und Sandra Bliesener lieben Tiere. Als sie vor etwas mehr als einem Jahr nach Lübz zogen, zog mit ihnen ein junger Stubentiger ins Haus in der Feldstraße. Ein Kater und der erste von insgesamt vier Katzen unterm Dach des jungen Paares. Was Jörg Petzold und Sandra Bliesener zu berichten wissen, stellt vielleicht auch Nichttierfreunden die Nackenhaare auf.

„Alle unsere Katzen haben wir immer aus schlechter Haltung rausgeholt“, sagt Sandra Bliesener. Alle trugen ein Halsband mit Adresse und Telefon-Nummer und niemals waren mehr als zwei Katzen zur selben Zeit im Haus. „Ein zwei Tiere ja, aber das ganze Haus voller Katzen, das hätten wir nicht gewollt“, so ihr Mann.

Juli letzten Jahres war’s, als der erste Kater verschwand. Der stromert ganz sicher irgendwo rum, dachten die beiden Neu-Lübzer und waren nicht weiter beunruhigt. „Als dann aber keine zwei Wochen später auch der zweite Kater, der Bruder, weg war, kam uns das schon sehr merkwürdig vor“, erinnert sich Jörg Petzold. „Wir sind durch Lübz gerannt, haben alles abgeklappert. Nichts. Der Kater blieb verschwunden.“

Wenig später holten sich die Beiden erneut eine Samtpfote, diesmal eine Katze aus der Nähe von Schwerin. „Das war ein privater Hof und da waren echt viele Katzen, eingepfercht in einen Kofferraum“, erzählt Sandra Bliesener und ahnte, dass die Besitzer sie töten wollten. „Schlimm. Die konnten einem einfach nur leid tun, aber man kann nicht allen Tieren helfen.“ Das war im Spätherbst. Kurz nach dem letzten Silvester war die Katze fort. Spurlos verschwunden wie die beiden Kater.

Noch gab das junge Paar nicht auf, holte sich Irmi. „So ’ne hübsche, getigerte“, erzählt Sandra Bliesener und blickt traurig. Ende April – eine Woche nachdem ihr Sohnemann Theo geboren wurde – bekam auch Irmi Nachwuchs. Zwei niedliche Kater. Schwarz der eine, getigert wie die Mama der andere. Okay, sagten sich die jungen Eltern, die beiden Mäuler kriegen wir auch noch gestopft. „Zu diesem Zeitpunkt waren wir aber schon auf der Hut“, erzählt Jörg Petzold. Sie sicherten das Grundstück. Vor sich selbst konnten sie Irmi jedoch nicht schützen. Sie schlich sich von der Hofseite in die Garage und war schwupp auf der Straßenseite draußen, erinnert sich Jörg Petzold. Auch, dass es ein Donnerstag war. Irmi, die nie länger als eine halbe Stunde unterwegs war, kam am Donnerstag nicht zurück. Auch nicht am Freitag. „Samstagmittag fanden wir sie auf dem Hof“, sagt Sandra Bliesener und wird den Anblick nicht vergessen. Beide Hinterbeine waren gebrochen. „Wir sofort mit der Katze zur Tierärztin. Die sagte, entweder stammen die Verletzungen von einem Prügel oder an den Hinterbeinen ist gezogen worden. Auf alle Fälle war da Gewalt dahinter.“ Keine Chance, das Tier zu retten. Es musste eingeschläfert werden. Keine 14 Tage ist das her.

Dass das Verschwinden ihrer Katzen kein Zufall sein kann, ahnte das junge Paar längst. Nachdem was Irmi widerfahren ist, hatten sie Gewissheit. „Wer tut so etwas, wer hasst Katzen so sehr, dass er so dermaßen brutal zu ihnen ist?“, fragen die Beiden.

Als sie nach Lübz gezogen waren, habe es in der Nähe viele wilde Katzen gegeben. „Heute ist da nicht eine mehr“, erzählt Sandra Bliesener, die jetzt die Vorfälle bei der Polizei zur Anzeige bringen will und sich von dort Hilfe erhofft. „Wir haben Söckchen und Mohrchen und hoffen, dass ihnen nicht auch etwas zustößt. Bevor wir uns noch ’ne andere Katze ins Haus holen, wollen wir wissen, was hier los ist.“

Deshalb geht das Paar jetzt auch an die Öffentlichkeit. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es unbemerkt bleibt, wenn andauernd Katzen verschwinden“, so Jörg Petzold. „Das muss ein Ende haben. Und das wird es nur, wenn die Leute, denen ähnliches passiert ist, sich melden und die Vorfälle anzeigen.“

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