Rockfestival : Stolz auf Goldberger Musikszene

Das Amtsrock-Team um Mathias Fründt, Manuel Schwab und Peter Sommerfeld (v. l.), freut sich auf das Festival-Wochenende.
Das Amtsrock-Team um Mathias Fründt, Manuel Schwab und Peter Sommerfeld (v. l.), freut sich auf das Festival-Wochenende.

Alljährliches Rockfestival in der Mildenitzstadt: Am Freitag und Sonnabend ist 17. Amtsrock. Plattform für etablierte und neue Musiker

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06. September 2018, 12:00 Uhr

„Klar war früher hier mehr los“, sagt Peter Sommerfeld und spricht über vergangene Zeiten in Goldberg. Der 32-jährige Ergotherapeut erinnere sich, dass zu seiner Jugend, fast jedes Wochenende, irgendwo, irgendeine Party stattgefunden habe. Die Abwanderung junger Menschen aus Goldberg sei natürlich zu spüren. Doch „tot“ sei die Stadt deswegen nicht. „Es gibt ja immer noch schöne Ereignisse wie den alljährlichen Amtsrock“, so Sommerfeld, der gerade damit beschäftigt ist, eine Steintreppe von Unrat zu befreien.

Ein familiäres Rockfestival

Er und seine Mitstreiter vom „Team Amtsrock“ packen dieser Tage in jeder freien Minute, die ihnen vom Tag bleibt, mit an, alles für das kommende Wochenende vorzubereiten. Das Wochenende des Jahres quasi. Etwa zwei Wochen hätten sie mit der finalen Organisation zu tun. Vor allem müsse das Gelände um das alte Amtsgebäude – im Goldberger Volksmund die „Burg“ – auf Vordermann gebracht werden, erzählt Manuel Schwab vom Planungsteam.

Zum 17. Mal ist die Freifläche in der Amtsstraße 16, an zwei aufeinander folgenden Tagen, Party-Mittelpunkt für Musikbegeisterte jeder Altersklasse. „Der Amtsrock ist ein familiäres Rockfestival“, beschreibt Manuel Schwab die Veranstaltung, die jedes Jahr bis zu 500 Besucher in die Kleinstadt an der Mildenitz lockt. Der 33-Jährige kennt das Programm so gut wie auswendig und steht am Sonnabend selbst mit seiner Band „Gomorrha“ auf der Bühne. „Besucher dürfen sich auf eine düstere Show freuen. Wir präsentieren unser zweites Studioalbum, das wir Winter genannt haben“, kündigt Schwab an.

Schwingt auf dem Rockfestival der christliche Glaube mit?

Die Mitglieder vom Team „Amtsrock“, zu denen Manuel Schwab, Peter Sommerfeld und Mathias Fründt, aber noch viele weitere gehören, organisieren das Musikfestival ehrenamtlich. Unterstützt wurden sie in all den Jahren von der evangelischen Gemeinde. Der ehemalige Pastor der Kirchengemeinde, Thomas Timm, rief die Veranstaltung damals ins Leben, um jungen Musikern aus der Region eine Plattform zu geben. Schwingt auf dem Rockfestival der christliche Glaube mit? „Während der Eröffnung und am Ende, bei der Danksagung, wird der Glaube kurz ein Thema sein. Die zwei Tage werden ein bisschen vom christlichen Charakter enthalten“, sagt Manuel Schwab.

An dem alten Amtsgebäude, dessen Inneres die Wiegestätte für viele lokale Bands ist, hängt unscheinbar und doch zu erkennen, eine schwarze Fahne mit der Aufschrift „Gegen Nazis“. Noch vom letzten Jahr, erzählen die jungen Männer. Doch, sagen sie, die Veranstaltung am Wochenende werde nicht auf die aktuellen Geschehnisse in Chemnitz Bezug nehmen. Ein Zeichen sei gesetzt, meint Schwab zu diesem Thema.

Zwei Mädchen und vier Jungen, die zusammen die Schülerband der Goldberger Walter-Husemann-Schule bilden, haben am Sonnabend ihren Auftritt auf der Burg-Bühne. Neulingen der Musikszene eine Chance zu geben, das ist eine kleine Tradition. Für die „Open Stage“ (englisch für Offene Bühne), auf der die Chance ergriffen wird, hätten sich etliche Gruppen gemeldet, berichtet Schwab. „In Goldberg hat sich im Laufe der Zeit eine große Musikszene etabliert“, sagt er. Darauf sei das Team stolz. Denn wegen ihr sei in der Kleinstadt doch noch etwas los.

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