Lübz : Stille Tage in Lübz

So lässt es sich aushalten: Marlies und Robert Lendzian sitzen am Ufer der Marina Lübz. Enkel Constantin ist mit auf Bootstour.
So lässt es sich aushalten: Marlies und Robert Lendzian sitzen am Ufer der Marina Lübz. Enkel Constantin ist mit auf Bootstour.

Wer mit seinem Boot in der Stadtmarina anlegt, der sucht Ruhe und Erholung – und genau das gibt es dort zu finden

svz.de von
09. August 2018, 05:00 Uhr

Noch einen Becher Kaffee, dann ist das ausgedehnte Frühstück der Familie Lendzian an diesem späten Vormittag zu Ende. Wenn Marlies und Robert Lendzian in diesen Tagen etwas im Überfluss haben, dann ist es Zeit. Zeit, sich vom Alltag zu erholen. Zeit, mit dem Boot über die Elde zu schippern. Zeit, die Marinas anzusteuern, um dort ein, zwei Tage Pause zu machen. „Das ist die Art von Urlaub, die wir schon immer mögen“, sagt Marlies Lendzian.

Seit Ende Juli sind die Schweriner unterwegs, fuhren einmal mehr über die Elde bis Jabel und sind jetzt wieder auf dem Heimweg. Am Vortag machten sie in der Marina Lübz fest, an diesem beschaulichen Wasserwanderrastplatz, an dem bis zu 50 Boote Platz finden. Vor mehr als 80 Jahren, da sprangen hier die Lübzer an heißen Tagen ins Wasser: An dieser Stelle wurde eine öffentliche Badeanstalt eröffnet. Heute steigen an diesem Ort die Bootstouristen und Kanuten zur Abkühlung ins Wasser, denn genau für dieses Klientel wurde 1987 die Marina eröffnet. Die Marina Lübz steht bei den Lendzians hoch im Kurs. Hier ist es still und nur drei Minuten Fußweg entfernt gibt es das, was es in der Nähe vieler anderer Marinas entlang der Elde nicht gibt: ein Lebensmittelgeschäft. „Da können wir uns mit dem eindecken, was wir für die Fahrt so brauchen“, sagt Marlies Lendzian. Nur auf den Elde-Terrassen, da könnten sie diesmal nicht einkehren. „Sie ist leider geschlossen“, bedauert die 65-Jährige, die ihren ersten Rentnersommer genießt. Ihr Mann Robert steht mit seinen 69 Jahren und seinem Ingenieurbüro noch im Berufsleben.

Doch der Job ist in diesen Wochen weit weg. Ihr Leben spielt sich gerade auf ihrem 40 Jahre alten Boot Marke Eigenbau ab. Genannt haben sie es nach der Insel Lieps, die vom Wasser des Schweriner Sees umspült wird. Auf schwimmenden 7,50 Metern haben sie alles, was sie brauchen. Und sie haben Gesellschaft. Enkelsohn Konstantin ist mit an Bord. „Ich habe sogar mein eigenes Boot dabei“, sagt der Drittklässler stolz und steigt in das kleine Beiboot, um es dann dank des Elektromotors geräuschlos durch die schmale Marina zu steuern. „Ein anderer Motor wäre zu laut“, sagt Großvater Robert.

Ein paar Kanuten packen ihre Zelte ein, ein großes Boot biegt lautlos in die Bundeswasserstraße ein. Familie Lendzian will noch etwas bleiben. Vielleicht gibt es noch ein Gewitter. Abwarten. Zeit, die haben sie noch genug.

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