300 Biker starteten in Parchim für Demokratie und Toleranz : Sternfahrt strahlt auf ganzen Landkreis

Auf breiter Front machten sich die Biker stark gegen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.Horst Kamke
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Auf breiter Front machten sich die Biker stark gegen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.Horst Kamke

Mit ihrer Tour von Parchim über Crivitz, Sternberg, Dobbertin, Goldberg, Plau am See nach Lübz setzten am Wochenende 300 Biker ein deutlich wahrnehmbares Zeichen für Demokratie und Toleranz.

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12. Mai 2013, 06:38 Uhr

PARCHIM/LÜBZ | Rund 300 Biker aus den Landkreisen Borken und Ludwigslust-Parchim setzten am Sonnabend mit ihrer erneuten Rundfahrt erneut ein deutlich wahrnehmbares Zeichen für Demokratie und Toleranz. Veranstaltet wurde die Tour im 13. Jahr gemeinsam vom "Motorradsportclub Grabow" und dem Landkreis. Erstmals wurde die Rundfahrt in den Altkreis Parchim verlagert. Erneut zeichneten die Grabower Biker unter anderem für die Streckenplanung verantwortlich und unterstützten zudem die Polizei mit eigenen Ordnungskräften. "Keine Unfälle, keine Pannen", war am Zielort Lübz zu vermelden.

Die Ursprünge der Rundfahrt stammen aus einer Zeit, als der Rechtsradikalismus in Mecklenburg-Vorpommern sich in martialischen Aufmärschen und militanten Aktionen zu manifestieren begann. "Gegendemonstrationen erschienen wenig originell", hatte einst Landrat Rolf Christiansen in einer früheren Presserklärung an die Idee einer Sternfahrt erinnert, "die auf den ganzen Landkreis ausstrahlen sollte". 2004 war die NPD in die Kreistage der Altkreise Ludwigslust und Parchim eingezogen und ist auch im neuen Kreistag vertreten. "Ich empfinde es als geradezu unerträglich, dass eine Partei mit verfassungsfeindlichen Zielen einen Kreistag nutzen kann, um ihr Gedankengut zu verbreiten", hatte der Landrat seinerzeit angemahnt, "nicht darin nachzulassen, auf die Gefahr von rechts aufmerksam zu machen". Christiansen war in diesem Jahr wegen einer Erkältung daran gehindert, auf einem Trike und in zünftiger Kluft an der Sternfahrt teilzunehmen.

Von Gemen aus, einem Stadtteil von Borken im westlichen Münsterland, hatte sich erneut eine Motorradgruppe in Richtung Grabow in Marsch gesetzt. Borken ist mit der Stadt an der Elde verschwistert. An der Grenze zum Altkreis Ludwigslust wurden die 40 Münsterländer nach 450 Kilometern bereits am Mittwoch in Empfang genommen, abends mit einem Grillfest willkommen geheißen und dann im "Lütt Pütt" (Dargelütz) untergebracht.

Am Samstagmorgen startete dann die Tour um 10 Uhr vom Landratsamt in Parchim. "Ich begrüße es sehr, dass die Idee nun auch in den Ostteil des Landkreises getragen wird", hatte Landrat Rolf Christiansen dazu verlauten lassen. Bezeichnend für die Sternfahrt sei, wegen ihrer Botschaft immer dort Station zu machen, wo ohnehin viele Menschen seien - also zum Beispiel kein Start am Rande der Stadt oder Pausen auf der grünen Wiese. Es sei gelungen, so der Landrat, der rechtsextremen Szene eine augenfällige Aktion von großer Ausstrahlungskraft entgegenzustellen. Die Idee, sich auf diese Weise gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz zu stellen, habe nichts von ihrer öffentlichen Wirkung eingebüßt.

Nach der offiziellen Verabschiedung ging es zum ersten Zwischenstopp nach Crivitz. Nächste Stationen waren Leezen (Sporthalle) und die Stadt Sternberg. Hier übernahm die Ortsfeuerwehr auf dem Marktplatz die Mittagsversorgung. DJ Michael Huhsch und der Gesangs-Solist Peer Reppert sorgten mit Country-Livemusik für die entsprechende Stimmung. Gegen 13 Uhr führte die Tour weiter zum Kloster Dobbertin. Nach einem kurzen Halt am Gemeindezentrum im Klosterpark ging es weiter in die Stadt Plau am See. Nach der Kaffeepause endete die Tour auf dem Lübzer Marktplatz.

Das Beachten von Spielregeln und der Straßenverkehrsordnung, die Besonnenheit der Biker und nicht zuletzt die gute Organisation waren maßgebend dafür, dass es in der Geschichte der Sternfahrt bisher so gut wie keine Unfälle gab. Dafür sorgten auch die mitfahrenden Polizisten. Die medizinische Versorgung garantierten Teams von DRK oder ASB, für den Fall einer Panne war ein Servicedienst unterwegs.

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