zur Navigation springen

Burgsanierung Plau : Staub zweier Jahrhunderte verfliegt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Plauer Burg wird saniert: Entkernung des künftigen Haus des Gastes fast abgeschlossen. Sämtliche Umbauten durch mehrfachen Nutzerwechsel verschwinden.

von
erstellt am 12.Jul.2017 | 20:30 Uhr

Jahre hatte die Stadt auf das ehrgeizige Millionenprojekt Burgsanierung und die Freigabe von knapp vier Millionen Euro durch das Landesförderinstitut hingearbeitet. Vor gut zwei Monaten fiel der Startschuss für das Vorhaben. Im ersten Abschnitt wird derzeit das ehemalige Öllager der Burgscheune zur modernen, behindertengerechten Toilette umgebaut. Geplante Fertigstellung noch in diesem Jahr. Aufwändiger und deshalb auch auf zwei Jahre geplant, sind Sanierung und Umbau des Burghauses zum neuen „Haus des Gastes“. Die Stadt wird hier in die Vorfinanzierung gehen (müssen).

Teile des Hauptgebäudes der Plauer Burg gehen auf das 13. Jahrhundert zurück; etwa der Gewölbekeller oder auch die fast zwei Meter starke ehemalige Burgmauer. Auf den mittelalterlichen Resten wurde um 1822 das ursprüngliche Amtsgebäude errichtet. Es hat in den letzten 200 Jahren wegen wechselnder Nutzung mehrere Umbauten erfahren.

Im Zuge der Sanierung geht nun alles zurück auf Anfang. „Alles was nicht tragend oder historisch ist, kommt raus“, erklärt Thomas Pelser. Gerade reißt der Mitarbeiter der Fa. Perleberg Recycling eine neuzeitliche Wand mit in die Jahre gekommenen Fliesen ab. Ein „Relikt“ aus Kitatagen. Zusammen mit seinem Kollegen Christian Brockmann macht er die Entkernung. „Eine Woche, dann sollten wir fertig sein.“ Die obere Etage – so ganz ohne Wände ein Raum von beachtlicher Größe, in dem zwei unterschiedlich große Räume für Ausstellungen, Seminare, Lesungen und Beratungen entstehen werden – ist schon besenrein. „Fast 60 Tonnen Schutt sind aus dem Obergeschoss abtransportiert worden“, so Pelser. Das Erdgeschoss, wo offenstehendes Fachwerk das ursprüngliche Flair des Hauses schon wieder erahnen lässt, dürften wohl ähnlich viele Tonnen zusammenkommen. Hier wird die Plauer TouristInfo ihr neues Domizil haben. Dazu sind unten Lagerräume für die Bestuhlung etc., WC geplant. Beide Etagen werden behindertengerecht ausgestattet. Ein Fahrstuhl am linken Giebeleingang wird zudem erstes und zweites OG verbinden.

Fertig oder nicht, die Perleberger werden ab Dienstag ein Päuschen einlegen müssen; die Container müssen weg, die Bauzäune eng gestellt werden. Zum einen beginnt dann der Aufbau für die 4. Mittelalterlichen Ritterspiele, die am Wochenende darauf (21. bis 23. Juli) stattfinden. Überdies hat sich der Denkmalschutz angemeldet. „Bei diesem Vor-Ort-Termin geht es um ganz konkrete Entscheidungen, was erhalten bleibt und aufgearbeitet werden kann und was im Zuge der Sanierung erneuert werden muss“, erklärte Plaus Bauamtsleiter Arno Kühnel. Fachwerk, Dachsteine, große Front-Gaube, die wohl erst im Zuge der Krankenhausnutzung entstanden war, stehen u.  a. im Fokus. Die Subtanz scheine aber sehr solide. „Wir haben oben bisher zwei, vielleicht drei Stellen ausgemacht, wo das Holz durch Feuchtigkeit gelitten hat. Der Rest ist intakt.“

Gut anderthalb Jahre wird das Burg-Ensemble eine der wichtigsten Großbaustellen im Luftkurort sein. Die Gestaltung der weitläufigen Außenanlagen wird voraussichtlich im Herbst 2018 in Angriff genommen und dann eine Mischung aus historisch überliefert und wunderbar zweckmäßig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen