Plau am See : Startschuss für die Plauer Umgehung?

Im Februar waren an der B 191 zwischen Klebe und Plau fünf alte Straßenbäume abgenommen worden.
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Im Februar waren an der B 191 zwischen Klebe und Plau fünf alte Straßenbäume abgenommen worden.

Laut Ministerium erfolgte die Fällung von fünf Alleebäumen an der B 191 aus Verkehrssicherungspflicht. Noch fehlt aber die Freigabe vom Bund.

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11. März 2016, 21:00 Uhr

Bundesstraße 191 zwischen Plau  und Ortsteil Klebe: Es mag  mittlerweile vier Wochen her sein, dass  Mitarbeiter der Straßenmeisterei  hier fünf  große, straßenbegleitende Alleebäume abgenommen haben.  Nun, sowas  kommt  vor. Denn im Zuge ihrer  gesetzlichen Verkehrssicherungspflicht müssen  die  zuständigen Stellen, in diesem Fall das Straßenbauamt,  dafür sorgen, dass   herabfallende Äste oder, schlimmer noch, umfallende Bäume den öffentliche Straßenverkehr nicht  gefährden können.

Was  bei dieser „verkehrssicherungspflichtigen  Maßnahme“  vielleicht  den einen oder anderen doch stutzig  gemacht hat: An der  kleinen Straßenanhöhe zwischen Klebe und Plau  sind nicht nur fünf aufeinanderfolgende   Winterlinden gefällt und ihre  Stümpfe inzwischen vor Ort  geschreddert  worden. Die Stelle, an der   die Bundesstraße  ihre  uralten Riesen verloren hat, dürfte   so ungefähr  genau  jene sein, an der  die Einbindung der  geplanten Nordtangente der Ortsumgehung    in die B 191  vorgesehen ist.   Ist die Baumfällung also   (einmal abgesehen  von allen grünen Argumenten) ein gutes Zeichen, quasi der stille Startschuss für die Plauer Ortsumgehung?

„Nein“, sagt Steffen Wehner, Pressesprecher beim Schweriner Infrastrukturministerium. „Es handelt sich  tatsächlich um eine rein präventive Maßnahme, nicht um den Vorgriff auf den  Bau der Plauer Ortsumgehung.“ Baurechtlich, so der Pressesprecher weiter,   sei  das Vorhaben   zwar  in trockenen  Tüchern. Doch warte  man beim Land immer noch auf die Freigabe   der finanziellen Mittel  durch den Bund. Ortsumgehungen seien in der Planung wie die zwei Seiten einer Medaille:  Das Land mache die Planung,  für die Finanzierung ist der Bund zuständig. 

Für den Zeitpunkt der Baumabnahme  gibt es  eine simple Erklärung:  Aus Gründen des Artenschutzes gelten für  Baumfällungen (wie auch  pflegerische Eingriffe  in Knicks, Hecken  oder Büsche)  bundesweit einheitliche Fällzeiträume. Übrigens auch  auf  privatem Grund und Boden.   Danach sind Maßnahmen wie die  zwischen Klebe und Plau    nur  vom  1. Oktober bis 28. Februar möglich.  Und nur in  Ausnahmefällen, so Steffen Wehner, etwa wenn    Gefahr  in Verzug ist, darf  von der Regel abgewichen werden. 

Am Rande  räumte  der Pressesprecher   trotzdem ein, dass  die  erfolgten Rodungen mit Blick auf die Nordtangente  natürlich nicht schaden würden.  „In diesem Fall hätte die Prävention   den positiven Nebeneffekt für den Fall, dass  der Bund    die Gelder  für die Plauer Maßnahme vor dem 30. September 2016 freigibt“, so Wehner. 

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