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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. November 2017 | 08:54 Uhr

Plau am See : Start- und Landebahn am „Zuruf“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Zum größten Wasserfliegertreffen Deutschlands trafen sich über 100 Modellflieger auf dem Plauer Campingplatz

Zum 24. Mal trafen sich über 100 Modellflieger aus ganz Norddeutschland und sogar aus den Niederlanden in Plau am See auf dem Campingpark Zuruf, um ihre Wasserflugmodelle am Seeufer starten und landen zu lassen. „Das ist das größte Wasserfliegertreffen in Deutschland“, betonte Thomas Zipperle, der dem Modellflugclub Salzwedel als Veranstaltungsausrichter vorsteht. „Das ist hier ein ideal gelegener Campingplatz. Wir waren erstaunt über das Entgegenkommen der Behörden in Plau am See und Schwerin. Wir kümmern uns um die notwendigen Genehmigungen und laden alljährlich alle Wasserflieger an den Plauer See ein. Die Resonanz steigt von Jahr zu Jahr und hat uns überrascht. Die Synthese von Outdoor, Campingfeeling, Natur und zuletzt der Spaß beim Wasserfliegen lässt diese Veranstaltung zu einem einmaligen Erlebnis für Piloten und Zuschauer werden. An dieser Stelle ein Dank an alle Behörden, das Schifffahrtsamt Lauenburg, das Ordnungsamt Plau am See, die Untere Naturschutzbehörde und Herrn Müller vom Landesverwaltungsamt für die nette schnelle Bearbeitung der erforderlichen Ausnahmegenehmigungen.“

Das Treffen erwies sich auch in diesem Jahr erneut als ideale Informationsquelle für Einsteiger, denn hilfreiche Ratschläge der vielen anwesenden Wasserflug-Experten können vor Ort sofort umgesetzt und überprüft werden.

Der 46jährige Thomas Zipperle, der bei Lüchow wohnt und sich seit 1988 dem Wassermodellflug verschrieben hat, ist zusammen mit Magnus Wienecke aus Havelberg seit 24 Jahren bei den Treffen dabei. Der 63-Jährige hat den Wassermodellflug 1980 zu seinem Hobby gemacht. Er ist mit einem 130 Zentimeter großen Kunstflugmodell mit Elektromotor, das acht Minuten in der Luft sein kann, nach Plau am See gekommen. „Mein Modell ist gekauft. Selber bauen ist teuer und dauert lange. Als Anfänger kommt man mit einem gekauften Flugzeug schneller zum Erfolg. Die Flugboote und Schwimmer-Maschinen aus Hartschaum mit Elektro-Antrieb kommen übrigens alle aus China.“

Claus Stöven aus dem Alten Land ist wohl der Modellflieger, der am längsten diesem Hobby frönt. Der 74-Jährige baute schon 1954 im Werkunterricht sein erstes eigenes Flugzeug und macht dies auch heute noch. Er hatte zwei Donier-Modelle mitgebracht, die er aus Holz mit Bespannung selbst fertigte. Stolz präsentiert er die Do 18 „Wal“, die in den 1920er Jahren zur Atlantiküberquerung eingesetzt wurde. Über 250 Arbeitsstunden stecken in dem Modell, das 2950 Gramm schwer ist und von zwei 220-Watt-Batterien angetrieben wird.

Interesse erweckte Thomas Moll aus Boock bei Pasewalk, der einen Multicopter (besser bekannt als „Drohne“) aufsteigen ließ. „Das ist ein Topgerät und erst seit Dezember auf dem Markt“, erzählt der als Tischler Tätige. Allerdings kostet sein Fluggerät auch 3500 Euro, hinzu kommen die Akkus, die eine Flugzeit von 17 bis 20 Minuten ermöglichen. „Es gibt aber auch billige Modelle ab rund 200 Euro, sogar mit Bildübertragung aber ohne GPS“, erzählt er. Moll ist das zehnte Mal in Plau am See dabei und hat sich genau wie die meisten schon jetzt fürs nächste Jahr auf dem Campingplatz angemeldet, denn „der Platz wird knapp“.

Übrigens findet die Plauer Veranstaltung auf historischem Boden statt, denn bereits 1910 wurde hier erstmals in Deutschland Wasserflug betrieben.


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