jahresrückblick : Starkes Jahr für Plauer Tourismus

Vor allem Familien entdecken den Luftkurort Plau immer mehr für sich. Das ist auch Ergebnis der gezielten Vermarktungsstrategie , die die Plauer Tourist-Info GmbH fährt.
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Vor allem Familien entdecken den Luftkurort Plau immer mehr für sich. Das ist auch Ergebnis der gezielten Vermarktungsstrategie , die die Plauer Tourist-Info GmbH fährt.

Zahl der Übernachtungen bleibt trotz WM-Loch auf konstant hohem Niveau. Die Sorge um geplante Teilstilllegung der Südbahn.

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03. November 2014, 22:00 Uhr

Die aktuellsten Zahlen liegen der Tourist-Info GmbH zwar noch nicht vor. Aber soviel kann deren Geschäftsführer Michael Wufka schon sagen: Nach einem sehr guten Start im Frühling war es ein schwieriges Jahr, was Anfragen und Übernachtungszahlen betrifft. Auffallend rückläufig sei die Reisefreudigkeit im Juli gewesen. Das sei wenig überraschend gewesen, gesteht Wufka und sieht die Fußball-WM als Grund. Möglicherweise, vermutet er, haben viele diese Wochen aus der Urlaubsplanung genommen bzw. haben die schönste Zeit des Jahres beim runden Leder daheim verbracht. Der restliche Sommer wiederum gestaltete sich aus Plauer Sicht positiv. Nicht zuletzt dank des super Wetters, auf das weite Teile der Republik nicht setzen konnten. „Ob das Juli-Loch aufgefangen werden konnte, muss die Jahresstatistik zeigen“, bleibt Wufka vorsichtig optimistisch.

Positive Wirkung habe die veränderte Marketingstrategie gezeigt. So hatte Plau in der Werbung – Internet, Katalog aber auch vor Ort – stärker den Urlaub für Familien in den Fokus gerückt und dabei u. a. auf das Maskottchen der Stadt, die kleine Hexe Plaulina, gesetzt. „Das hat auch sehr gut funktioniert“, sagt Wufka und wird hier mit seinen Leuten und unterstützt von der Stadt, der heimischen Gastronomie und Hotelerie auch in der kommenden Saison am Ball bleiben, um das Standbein weiter zu optimieren.

Hinsichtlich endgültiger Übernachtungszahlen bleibt die Statistik abzuwarten. 2013 lagen sie bei 451 882. 2014 könnte laut Wufka ein ähnliches Ergebnis erzielt werden. Was ein Erfolg wäre. Dennoch wird die Auslastung hinter der früherer Jahre zurückbleiben. Nachdem vor allem im privaten Bereich die Zahl der Betten in den letzten sechs Jahren um etwa 40 Prozent stieg, ist das reine Mathematik. Potenziert wird die noch durch die Hotelbranche, die gleichfalls im Expandieren begriffen ist. „Mehr Betten bei gleicher Übernachtungszahl, das wirkt sich natürlich auf die Auslastung aus“, sagt Michael Wufka. Von 2008 bis 2013 sei die denn auch leicht gesunken, und zwar von 45 auf 43 Prozent. Mehr Betten bedeutet aber auch ein mehr an Qualität, sieht der Geschäftsführer den positiven Effekt.

Das jetzt zu Ende gehende Tourismusjahr, das mit einer gewollten Ballung kultureller Höhepunkte vor allem in den Kernmonaten der Saison auftrumpfte, und etwa mit den Ritterspielen, der Badewanne oder der Musicalaufführung im Burghof den Tagestourismus ankurbelte, hat einmal mehr Plaus typische Baustellen aufgezeigt. Da wäre zum einen der noch immer nicht fertiggestellte Radrundweg um den See, der der Branche auf die Füße gefallen ist, und da ist das öffentliche Plauer Strandbad, das doch einiges an Wünschen offen lasse. Zum Glück gebe es hier aber Alternativen, wenngleich gerade von Urlauberfamilien die fehlende Bewachung durch Rettungsschwimmer moniert werde.

Mit Sorge sehen nicht nur Bewohner der Region, sondern auch Touristiker im Luftkurort die nahe Entscheidung des Landes zur Stilllegung der Südbahn zwischen Parchim und Malchow. „Diese Entwicklung ist sehr schädlich für uns als Stadt“, sagt Michael Wufka und kann die Argumentation auf Landesebene nicht nachvollziehen. Da werde beim Landkreis Ludwigslust-Parchim von der Metropolregion Hamburg gesprochen. In die sei der Westen des Landkreises wohl integriert, die Mobilität des Ostens und damit auch des Luftkurorts Plau aber werde auf Pkw reduziert. Schon heute sei die Anreise aus dem Raum Berlin absolut problematisch, arte für Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel in mehrtägige Reisen aus. Wenn nach der Stilllegung der Zugverbindung Meyenburg-Güstrow im Jahre 2001 jetzt auch die West-Ost-Verbindung auf der Südbahn gekappt wird, schlägt das durch bis in den Raum Hamburg. Für Wufka und viele Touristiker ist das keine Lösung, sondern inakzeptabel und der Ersatzverkehr per Bus weit weg von einer Alternative. „Ohne Südbahn-Anbindung brauchen wir uns vermarktungstechnisch künftig um Berlin und Hamburg nicht mehr zu kümmern, weil sich das ganz einfach erledigt haben wird“, sagt Wufka. Und er weiß, dass genau das das Plauer Ziel, den Tourismusstandort zu erweitern, unsagbar schwer machen wird.

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