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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. September 2017 | 07:41 Uhr

Stadt Lübz will Feste im Land retten

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jun.2010 | 08:04 Uhr

lübz | Pünktlich um Mitternacht verstummte am Wochenende beim Stadt-, Schützen- und Kinderfest die Musik im Festzelt - richterlich verfügt. Die Stadt will den Ärger allerdings nicht unwidersprochen lassen. Nach Rücksprache mit ihrem Rechtsanwalt sagt Thomas Rosenfeldt, Leiter des Bürgeramtes: "Wir werden diese Entscheidung nicht im Raum stehen lassen und gegen den Beschluss Beschwerde einlegen. Hier geht es nicht nur um die Zukunft von Feiern in unserer Stadt, sondern auch um die generelle Betrachtungsweise im Sinne anderer Kommunen - egal, ob Parchim, Plau am See, Goldberg oder weiter entfernt gelegene. Ich sehe unseren Fall als Grundsatzentscheidung mit möglicher Auswirkung auf alle anderen und das kann nicht sein! Ein Stadtfest heißt so, weil es in der Stadt und nicht irgendwo auf dem Acker stattfindet."

Nach entsprechendem Antrag einer Hotelbetreiberin hatte das Verwaltungsgericht Schwerin zwei Tage vor seinem Beginn beschlossen, Freitag und Sonnabend ab Mitternacht nur noch einen Lärmpegel von 55 Dezibel (ein lauteres Gespräch zwischen zwei angeregt miteinander sprechenden Menschen) zuzulassen. Dies bedeutete, dass der Veranstalter zum Entsetzen hunderter Besucher gezwungen war, um 0 Uhr die Musik auszuschalten - eine Entscheidung, die nicht nur auf breites Missfallen stieß, sondern auch gestern vor Ort noch Gesprächsthema Nummer eins war.

Davon abgesehen, dass die Stadt - sie wäre dafür verantwortlich gewesen, die Einhaltung der Vorgabe zu überwachen - in der Kürze der Zeit keinen Gutachter mit geeichten Geräten hätte engagiert bekommen und sein Einsatz zudem sehr teuer gewesen wäre, sei es technisch unmöglich, einen Wert von nur 55 Dezibel einzuhalten. "Darüber hinaus hätte ich erwartet, dass es vorher einen Ortstermin mit uns gibt", sagt der Amtsleiter. "Vielleicht hat einer stattgefunden, aber auf jeden Fall waren wir zu keinem eingeladen. Offensichtlich geht es auch so. Unabhängig davon vermisse ich die Abwägung eines privaten Interesses gegen das einer ganzen Stadt."

Das Turm- und das Stadtfest als die kulturellen, öffentlichen Höhepunkte in Lübz verursachten jeweils zwei Tage lang lautere Geräusche - im Jahr. "Wäre dies an jedem zweiten Wochenende so, hätte ich noch Verständnis", so Rosenfeldt. "Aber hier handelt es sich um eine von lediglich zwei auch überregional bedeutsamen Veranstaltungen."

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