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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

18. Dezember 2017 | 19:38 Uhr

Archäologie in Plau : Spuren aus der Mittelsteinzeit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Im Zuge der künftigen Ortsumgehung in Plau am See legten Archäologen aufschlussreiche Siedlungsspuren frei

Mittlerweile ist nichts mehr übrig von der Grabungsstelle in Plau am See. Vor gut einem Jahr buddelte Archäologe Uwe Weiß gemeinsam mit Bodendenkmalpflegern und ehrenamtlichen Helfern an der Stelle nach Beweisen früherer Kulturen, an der heute die Ortsumgehung Plau entsteht. Jetzt wurden die Funde analysiert und vorgestellt. Die Spuren reichen bis in eine Zeit zurück – bis in die Mittelsteinzeit, das sogenannte Mesolithikum. Gut 7500 bis 5000 Jahre vor Christus. Bei der Archäologischen Regionaltagung für Westmecklenburg in Parchim präsentierte Uwe Weiß noch mehr solcher Spuren.

Die Befunde der Grabungskampagne 2016 an der wiederentdeckten Stelle der Ortswüstung Klebe/Kleve seien inzwischen weitgehend ausgewertet, sagt Uwe Weiß und stellt den über 150 hochinteressierten Gästen Muster aus der etwa 8000 Teile umfassenden, mühsam ausgesiebten Kollektion von bearbeiteten Feuersteinen, darunter Klingen, Schaber und Kernsteine vor. Dabei seien lediglich sechs Prozent des ausgehobenen Gesamtvolumens geschlämmt worden, merkt der erfahrene Archäologe an. Etwa 130 Feuerstellenreste belegen, dass dieser Platz an einer Biegung des Flüsschens Elde schon sehr früh die damals noch nomadisierenden Menschen anzog.

Auf erste sesshafte Siedler deuten laut Weiß sieben Gruben und neun Pfostenlöcher mit Keramikscherben, Messerklingen und Gusszapfen aus der Bronzezeit (vor ca. 5000 Jahren) sowie ein Grubenhaus aus der sogenannten Völkerwanderungszeit am Ende des Römischen Reiches zwischen 4. und 6. Jahrhundert n. Chr.. Germanischen Stämmen folgten etwa ab dem Jahr 680 Slawen – vermutlich aus der Ukraine – in die Region und begründeten auch in Kleve eine kontinuierliche Besiedlung. Als Belege dafür fanden die Archäologen viele Keramik- und Getreidereste sowie Überbleibsel von Teerverarbeitung und allein zwölf Stücke rheinischer Basaltlava, die damals schon weitreichende Handelsbeziehungen belegen.

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