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Umwelt und Gesundheit : Sprühaktion: Landkreis entschlossen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Heftige Diskussion gab es im Kreistag zu den Gefahren des Kampfes gegen den Eichenprozessionsspinner. Der Kreis hält das Mittel für unbedenklich.

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erstellt am 10.Mai.2014 | 08:00 Uhr

In der Tagesordnung war der in dieser Woche angekündigte Kampf des Landkreises gegen den Eichenprozessionsspinner eigentlich gar nicht vorgesehen. Die Diskussion im letzten Kreistag dieser Wahlperiode bestimmte er aber dennoch erheblich.

Das lag an Anfragen sehr besorgter Bürger in der Fragestunde und dem ständigen Nachbohren der Kreistagsabgeordneten Ulrike Seemann-Katz von den Grünen. Die anderen Abgeordneten äußerten sich zu dem Thema nicht, sie schlossen sich damit der Haltung der Kreisverwaltung an. Mit Ausnahme der NPD.

Die Haltung des Kreises ist klar: Die Gefahr ist da, die Larven des Schädlings befinden sich derzeit im dritten von sechs Stadien. Für die Fachleute das Signal, dass schnell gehandelt werden muss. Doch vor Mittwoch, auch das wurde im Kreistag erklärt, wird wegen der unbeständigen Witterung wohl nicht geflogen.

Sowohl der Landrat, als auch sein Rechtsexperte Christopher Pöschke und die Gesundheitschefin des Landkreises, Dr. Ute Greitens, nahmen nicht zuletzt aufgrund der anschwellenden öffentlichen Diskussion gleich mehrfach Stellung. Trotz anderslautender Vorwürfe hält der Kreis daran fest, dass alle jetzt zur Besprühung vorgesehenen Flächen überprüfte Befallsflächen sind. Das diesjährige Mittel habe eine Bundeszulassung, und das sei für den Landkreis maßgebend. Greitens: „Die Stellen, die im vergangenen Jahr besprüht wurden, müssen wir wieder anfliegen, um den Erfolg des vergangenen Jahres nicht zu gefährden.“ Der diesjährige Stoff Foray ES sei ein Biozid, das denselben Wirkstoff wie das im vergangenen Jahr verwendete Dippel ES enthalte, nur in einer anderen Konzentration.

Eine zentrale Rolle in der Diskussion spielte dann die Frage, über welche Kanäle der Landkreis die Bürger informieren will. Hier wurde neben den Zeitungen auf das Internet und Faltblätter verwiesen. Zudem sollen die Tierhalter vor den Sprühaktionen gesondert angesprochen werden. Nach den Besprühungen bleibe es dabei, dass die betroffenen Straßen 15 Minuten gesperrt würden. Zudem sollten die behandelten Gebiete nach dem Einsatz 12 Stunden nicht betreten werden.

Das alles konnte die Gegner des Einsatzes nicht überzeugen, sie verwiesen weiter auf die Gefahren von allergischen Reaktionen, die das Mittel auslösen könnte. Landrat Christiansen sprach in seiner Erklärung den Fundamentalgegnern das Recht ab, für die Bürger im Landkreis zu sprechen. „Die meisten Anrufe, die wir im vergangenen Jahr dazu hatten, bezogen sich auf die Angst von Bürgern, die bei den Sprühaktionen nicht vergessen werden wollten.“

Einen Beschluss fasste der Kreistag zu dem Thema nicht. Somit gilt der Handlungsplan der Verwaltung.

 

 

 

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