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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. August 2017 | 16:07 Uhr

Wie im Tatort: : Spritklauer erwischt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tankstellenphantom narrte lange die Polizei, jetzt schnappte die Falle zu / Es ist ein Brandenburger Pendler, der auf Sylt arbeitet

Kriminalisten aus Stolpe kamen mit intensiver Recherchearbeit einem Tankbetrüger-Phantom auf die Schliche. Schon seit Monaten hat der bis dato Unbekannte die Beamten geärgert. „Immer wieder tauchte er an den unterschiedlichsten Tankstellen auf und hat seinen Pkw Renault und zusätzliche Kanister mit Superbenzin gefüllt ohne zu zahlen“, erzählt Polizeihauptkommissar Andreas Wollgast. Er und sein Kollege Polizeihauptmeister Hartmut Wegner sind neben der Aufklärung anderer krimineller Taten auch für die Tankstellenbetrügereien im Inspektionsbereich zuständig. So werden diese in dem Revier in Stolpe zentral erfasst und können dort auch besser miteinander verglichen werden, die Ermittlungsarbeit lässt sich besser koordinieren.

Die Zusammenarbeit war auch der Schlüssel des Erfolges gegen den 29-jährigen Täter, der im Brandenburgischen wohnt und auf Sylt in Schleswig-Holstein arbeitet. Auf seinem Weg von und zur Arbeit machte er immer wieder mal einen Umweg und ließ den Tank volllaufen und verschwand. Damit er nicht erkannt wird, brachte er zuvor geklaute Kennzeichenschilder an seinem Auto an. So beispielsweise nutzte er ein Kennzeichen aus Köln (K), welches er in Schleswig-Holstein klaute, um in Plau am 14. November seinen Renault für 115 Euro aufzutanken. Auch bei anderen gleichartigen Taten wurden gestohlene Kennzeichen verwendet. Da diese Betrügereien auch im Bereich Röbel auffielen, setzten sich die Stolper Beamten mit ihren Kollegen im Müritzkreis zusammen. Stück für Stück kamen sie dabei dem damals unbekannten Täter näher. „Uns wurde an Hand der Tatorte klar, dass es ein Pendler sein könnte, so wurde der Verdächtigenkreis immer enger.“

Letztlich gab es sehr gute Fotos von einem weiteren Tankbetrug, diesmal auf dem Autohof in Dreenkrögen an der B 106. An Hand der Fotos und der inzwischen kontaktierten Polizei in Schleswig-Holstein war den Beamten klar, dass ihre lange Recherche und die gute Zusammenarbeit inspektions- und länderübergreifend von Erfolg gekrönt wurde. „Die Zusammenarbeit mit Röbel und Stolpe war super“, bestätigen auch die Inselbeamten von Sylt. Auf Grund weiterer Verdachtsmomente wurden Hausdurchsuchungen auf Sylt und im Brandenburgischen durchgeführt und dabei Beweismittel festgestellt, unter anderem die zuvor gestohlenen Kennzeichenschilder.

Bei den beiden Beamten Wollgast und Wehner laufen derzeit weitere Ermittlungen gegen Tankbetrüger, die aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar aus dem Ausland kommen. In einem Fall war es sogar ein Fußgänger, der seelenruhig seine Kanister füllte und wieder davon spazierte. Allein im Jahre 2013 wurde 392 Mal getankt ohne zu zahlen. Das waren 40 Fälle mehr als noch im Jahre 2012. Mehr als die Hälfte dieser Taten konnten aufgeklärt werden. „Diese Quote könnte noch höher sein, aber einige Tankstellenbetreiber haben entweder keine oder nur schlechte, unzureichende Überwachungstechnik“, sagt Wollgast. Allein im Amtsbereich Parchimer Umland, zu dem vor allem die beiden Autobahntankstellen in Stolpe gehören, wurden 121 Tankbetrügereien gemeldet. Das ist absolute Spitze. Mit 42 Fällen folgen dann Tankstellen im Amtsbereich Zarrentin.



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erstellt am 28.Apr.2014 | 23:55 Uhr

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