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Lübzer Kita "KaTi’s Kinderfüßchen" : Spielecke mit Hundekot beworfen

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Täglich schlagen die „Granaten“ ein: Lübzer Tagesmuttis ärgern sich über Passanten und Hundehalter - Beinahe täglich müssen sie Innenhof und Straße von Hinterlassenschaften beräumen.

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erstellt am 22.Feb.2013 | 06:48 Uhr

Lübz | Wenn Kathrin Rosenfeldt und Christina Baatz morgens in "KaTi’s Kinderfüßchen" - die Kindertagespflege, die die beiden Lübzerinnen seit August letzten Jahres betreiben - kommen, ist als erstes Reinemachen angesagt. Nicht in den Räumen, in denen sie die Woche über täglich zwischen 7 und 17 Uhr zehn Kinder betreuen. Die werden noch am Abend wieder hergerichtet, wenn die Eltern ihre Kleinen abgeholt haben. "Nein, wenn wir morgens hier ankommen, dann müssen wir erstmal auf unserem Hof und auch in dem schmalen Durchgang, der direkt an unserem Haus vorbei bis Hinter die Wohrte führt, jede Menge Dreck wegräumen", erzählt Christina Baatz. Davon liegt oft jede Menge rum. Reichlich zerknülltes Papier, was vergleichsweise harmlos ist, leere Getränkedosen, was die beiden Frauen enorm ärgert, oder auch Zigarettenkippen, was total ekelig ist… "Fast täglich finden wir aber auch zerbrochene Flaschen - von irgendwem einfach so über den Zaun geworfen", erzählt Ka-thrin Rosenfeldt, darüber maßlos entsetzt, weil das natürlich für die Kleinen ungemein gefährlich ist. Was überdies beide gar nicht verstehen: Da gibt es auch Leute, die ihre Hunde zum "großen Geschäft" offensichtlich in den Weg direkt neben dem "Kinderfüßchen" führen. Die beiden Frauen wissen, dass viele Hundehalter sich diszipliniert an die Spielregeln halten. Leider jedoch nicht alle. "Regelmäßig liegen die Hundehaufen direkt neben dem Haus, ganz oft finden wir den Kot aber auch in Plastiktüten auf unserem Innenhof. Da machen sich die Leute sogar die Mühe und nehmen den Dreck von ihren Hunden auf und dann werfen sie ihn über den Zaun. Ich frage mich: Wieso? Wer macht so etwas?", sagt Kathrin Rosenfeldt.

Weil die Frauen noch kein Gegenmittel gefunden haben, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als jeden Morgen die Runde über den Hof und auf dem Weg zu machen und die Hinterlassenschaften zu beseitigen: "Was sollen wir tun. Wir haben eine große Verantwortung und können die Kinder nicht in dem Dreck spielen lassen."

Bei der Amtsverwaltung ist das Thema hinlänglich bekannt, wenn auch nicht unbedingt der konkrete Fall in der Plauer Straße. "Ich denke, wir haben es hier mit der Gedankenlosigkeit einerseits, andererseits wahrscheinlich mit der Bequemlichkeit mancher Leute zu tun", sagt Thomas Rosenfeldt, Leiter der Bürgeramtes in Lübz. Denn niemand müsse den Dreck seines Pfiffis weit tragen, geschweige denn mit nach Hause nehmen. Überall im Stadtgebiet gebe es Papierkörbe, in die die benutzten Plastikbeutel abgelegt werden können, sagt Rosenfeldt. Und der Amtsleiter erinnert an eine Initiative der Verwaltung, die Jahre zurückliegt: Damals hatte der zuständige Ausschuss die Aufstellung von Hundetoiletten abgelehnt, weil es enorme Kosten bedeutet hätte und ausreichend Müllbehälter vorhanden waren. "Sich für ein paar Cent eine Rolle Frühstücksbeutel oder ähnliches zu kaufen, sei jedem zuzumuten, argumentierten die Ausschussmitglieder. Weil wir aber mit durch Hundekot extrem belasteten Stellen in der Stadt zeitweilig wirklich große Probleme hatten, wurde eine Amtsverordnung für die Stadt und die Ortsteile erlassen", sagt Rosenfeldt. Fast fünf Jahre ist das her. Seitdem gilt Leinenzwang, sind Hundehalter verpflichtet, den Hundedreck zu entsorgen, die dafür notwendigen Tüten mitzuführen und diese auf Verlangen der Dienstkräfte der Amtsverwaltung vorzuweisen. "Unsere Leute haben Stichproben gemacht und in aller Regel hatten die Leute auch Tüten dabei", sagt Rosenfeldt. Der eine oder andere möglicherweise auch nur als Alibi. "Wir haben nicht gleich mit Kanonen geschossen, bei Zuwiderhandlungen haben wir. Insgesamt ist mein Eindruck, dass sich die Situation seitdem schon sehr verbessert hat."

Im Fall Plauer Straße versprach der Bürgeramtsleiter zu prüfen, ob womöglich ein weiterer Müllbehälter Abhilfe schaffen kann: "Ansonsten bleibt uns nichts weiter, als an die Leute zu appellieren, ihren Dreck ordnungsgemäß zu entsorgen und nicht noch andere Leute zu belästigen."

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