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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. November 2017 | 16:43 Uhr

Lokalpolitik : Spendenaufruf für die Südbahn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Bis auf eine Gegenstimme votieren alle Lübzer Stadtvertreter für touristische Fahrten im Sommer und gehen selbst mit gutem Beispiel voran.

von
erstellt am 24.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Zur Stadtvertretersitzung am Mittwochabend hatte die Fraktionsgemeinschaft aus SPD und Wählengemeinschaft Broock/Wessentin (WGBW) den Antrag eingebracht, für die geplante Erprobung eines touristischen Schienenpersonennahverkehrs auf der Südbahnstrecke im Gebiet Malchow – Lübz, Plau am See – Karow – Parchim und Krakow am See – Güstrow einen Zuschuss in Höhe von 3000 Euro zu gewähren. Laut Gerd Vorhauer von der WGBW sei die Finanzierung von drei Terminen durch „Pro Bahn“ e. V. bereits gesichert. Es gehe darum, möglichst viele weitere anzubieten. Voraussichtliche Fahrtage sind nach aktuellem Stand der 8. und 23. Juli sowie der 5. August.

Gleich zu Beginn der Diskussion ergriff Bürgermeisterin Gudrun Stein das Wort und sagte, dass sich auch die Lübzer Stadtvertretung über Jahre klar für die Südbahn positioniert habe und aus ihrer Sicht grundsätzlich Einigkeit darüber bestehe, die Strecke erhalten zu wollen. Viele Stadtvertreter gehörten zu den regelmäßigen Teilnehmern an der einst an jedem letzten Freitag stattfindenden Demonstration „Rote Laterne“. So, wie der jetzt eingebrachte WGBW-Antrag formuliert sei, könne man jedoch von keinem Zuschuss sprechen, sondern es gehe um eine Spende. „Und dieser Weg funktioniert angesichts unserer schlechten Haushaltslage rein rechtlich nicht!“, so die Verwaltungs-Chefin. „Lassen Sie uns nach einem anderen Weg suchen, denn wir wollen den Erhalt ja unterstützen.“

Jürgen Kahl (Die Linke) zeigte sich dem Vorhaben gegenüber von Anfang an kritisch. Das Vorhaben nütze nur Urlaubern, während die Bevölkerung nichts davon habe. Man spreche in jüngster Zeit zwar oft davon, dass unsere Region zur „Metropolregion Hamburg“ gehöre, doch eine tägliche Verbindung in Richtung von Deutschlands zweitgrößter Stadt im ganzen Jahr sei nicht zu erwarten. Deshalb unterstütze Kahl das Vorhaben nicht. Seine Meinung: Zu größeren Veranstaltungen könne jeder eine bequemer, weil unabhängig von festen Zeiten zu gestaltende Autofahrt organisieren. Dafür brauche man keine Eisenbahn.

Nach diesem Einwand sagte Gudrun Stein, dass sie befürchte, dem Ansinnen hinsichtlich Erhalt der Südbahnstrecke nicht gerecht zu werden, es sogar – so wörtlich – „zu zerreden“. Ute Frese (CDU) brachte daraufhin die Idee ein, die Bevölkerung zu Spenden aufzurufen. Förderlich sei, wenn die Stadtvertreter mit gutem Beispiel vorangehen und einmal ihr Sitzungsgeld in Höhe von 40 Euro zur Verfügung stellen. Über beide Punkte wurde abgestimmt. Ergebnis: Bis auf eine Ausnahme stimmten alle anwesenden Stadtvertreter (vier waren nicht da) für den geänderten Antrag. Einzig und allein Jürgen Kahl votierte dagegen.

Die Kosten für die Fahrten entstehen dadurch, dass „Pro Bahn“ die benötigte Strecke und den Zug mietet. Vorhauer zufolge ziele der Antrag vornehmlich darauf ab, die Südbahnstrecke vor dem endgültigen Abbau zu bewahren. Die so genannte „Entwidmung“ komme, wenn auf ihr kein Betrieb mehr stattfindet, was jedoch nicht geschehen dürfe: „Dem bestehenden Regionalentwicklungskonzept zufolge soll die Südbahn ent- und nicht abgewickelt werden. Noch gilt nichts anderes!“

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