Lichtdiskussion in Lübz : „Sparwille darf nicht verbohrt sein“

In ganz besonderem Licht lassen von Straßenlaternen umgebene Leuchten in der Dunkelheit das Lübzer Wahrzeichen, den Amtsturm, erstrahlen.
In ganz besonderem Licht lassen von Straßenlaternen umgebene Leuchten in der Dunkelheit das Lübzer Wahrzeichen, den Amtsturm, erstrahlen.

Karl-Heinz Dobbertin, Geschäftsführer der Lübzer Stadtwerke, versteht erneute Diskussion um öffentliche Beleuchtung in der Stadt nicht

von
05. April 2017, 12:00 Uhr

Wie unlängst berichtet, hat es in der Lübzer Stadtvertretung nach einem entsprechenden Antrag der Wählergemeinschaft Broock/Wessentin (WGBW) erneut Diskussionen um eine weitere nächtliche Abschaltung der Straßenbeleuchtung gegeben. Nach der deutlichen Darstellung von Bürgermeisterin Gudrun Stein, dass dies gegenwärtig nicht zu machen sei, ohne (nicht vorhandenes) Geld auszugeben, votierte eine klare Mehrheit gegen den Antrag.

Auch die Aufgaben, die mit der Straßenbeleuchtung zusammenhängen, haben die Stadtwerke übernommen. „Ebenfalls für diesen Bereich gibt es bei uns einen Investitionsplan“, sagt deren Geschäftsführer Karl-Heinz Dobbertin. „Und wenn neu gebaut wird, setzt man natürlich das aktuell Modernste und Sparsamste ein. Momentan ist es LED.“ Gerade an der Beleuchtung könne man sehen, dass sich im technischen Bereich in den vergangenen Jahren sehr viel getan habe. So hätten die seinerzeit als Wunder angepriesenen Sparlampen nichts getaugt, insbesondere auch in bezug auf die im Vergleich zum erhaltenen Produkt viel zu große Menge an Energie, die zu seiner Herstellung nötig gewesen sei. LED-Lampen könne man schon jetzt billiger einkaufen.

„Die Frage ist, welchen Anspruch ich habe“, so Dobbertin. „Der Ursprung der Energieversorgung liegt vor allem in der Entwicklung der Straßenbeleuchtung begründet. Egal, ob zunächst Gaslaternen und dann die Umrüstung auf Strom: Für öffentliche Sicherheit zu sorgen stand von Anfang an ganz oben.“ Sein Unverständnis über die immer wieder aufflammende Diskussion, die Stadt in der Nacht dunkler zu machen, obwohl man um den dafür notwendigen Investitionsbedarf weiß, kann er nicht ganz verbergen. „Natürlich soll man sparen, aber es muss vernünftig und darf nicht verbohrt sein“, sagt der Geschäftsführer. „Wo möglich, werden neue Straßenlaternen seit der Wende nachts von 100 auf 70 Grad gedimmt. Außerdem schalten wir jede zweite von 23 bis 5 Uhr aus. Aber was glauben Sie, wie viele von Unmut gekennzeichnete Anrufe deshalb bei unserem Notruf eingehen und sich beschwert wird? Die Leute wollen dann, dass wir reagieren und in dem Moment versteht kaum jemand, warum gerade bei ihm kein Licht mehr ist. Ich warte nur darauf, dass auch über die Weihnachtsbeleuchtung diskutiert wird...“ Um mehr abschalten zu können, müssen vor allem neue Kabel in der Erde verlegt und Zeitschaltuhren eingebaut werden.

Fakt sei jedoch, dass sich Anwohner in der Regel wünschen, dass eine Straßenlaterne in der Dunkelheit brennt. Wenn der Sparwille alles andere überlagere, könne man sonst zum Beispiel bei Neubauten gleich auf die Installation jeder zweiten Laterne, die sonst üblich gewesen wäre, verzichten.


Einsparpotential durch Beleuchtung gering


Die besten Argumente liegen für Dobbertin an anderer Stelle. Die Beleuchtung im Innen- und Außenbereich mache lediglich zwischen vier und acht Prozent des gesamten Energiebedarfs aus. Den weitaus größten Anteil verbrauche die Industrie. Einsparpotentiale mit ungleich größeren Effekten als etwa im Beleuchtungsbereich gebe es bei Maschinen und Geräten. Zuhause könne jeder zudem merklich Energie einsparen, indem die Standby-Funktion der Vergangenheit angehört. Ist dies nicht der Fall, wird zwar weniger Strom als in vollem Betrieb, dafür aber ständig verbraucht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen