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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 01:20 Uhr

Bäderregelung : Sonntags-Öffnung kurzfristig verboten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Neue Bäderregelung: Wut über Gebahren des Landes bei Lübzer Einzelhändler Steffen Wandschneider

von
erstellt am 28.Apr.2016 | 07:30 Uhr

Seit dem 1. Januar gilt in Mecklenburg-Vorpommern die neue, vom Land erlassene „Bäderverkaufsverordnung“, auch Bäderregelung genannt. Sie besagt, dass Geschäfte in den touristisch bedeutsamen Regionen innerhalb eines bestimmten Zeitraums auch sonntags öffnen dürfen. Die neue Regelung sei „ein Kompromiss aller Beteiligten“. Der Landesregierung zufolge habe man viele Gespräche mit dem Bäderbeirat, Kirchen und Gewerkschaften geführt und versucht, „unterschiedliche Interessenlagen ... auf einen Nenner zu bringen“. Der gewerbliche Verkauf ist in Kur- und Erholungsorten sowie anerkannten Ausflugsorten mit – so wörtlich – besonders starkem Fremdenverkehr vom 15. März bis einschließlich des ersten Sonntags im November, soweit nicht Allerheiligen auf diesen Tag fällt, in der Zeit von 12 bis 18 Uhr zulässig.

Steffen Wandschneider, Inhaber des „nahkauf“-Marktes an der Lübzer Schleuse, hatte 2015 zum ersten Mal auch sonntags geöffnet. In diesem Jahr darf er es nicht mehr, weil Lübz den alten Status verloren hat. „Erfahren habe ich am 28. Dezember durch die Presse, dass in 12 Wochen Feierabend ist. Offiziell gesagt hat mir niemand etwas“, sagt der Geschäftsmann sehr verärgert. „Die Kunden haben es sehr gern angenommen, unser Team fand es gut und die Innenstadt wurde belebt. Besonders schlimm ist, dass die gesamte, langfristig angelegte Umsatzplanung hinfällig ist. Da gehen mehrere Prozente drauf. Hätte man es fürs nächste Jahr angekündigt, wäre es zwar nicht verständlich, aber vom Ablauf her noch in Ordnung gewesen.“ Auf die Frage, was er glaubt, warum es zu der neuen Regelung gekommen ist, antwortet Wandschneider, dass er dies für das Ergebnis eines Kampfes zwischen Gewerkschaften, der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Politik halte, die nicht in der Lage gewesen seien, sich zu einigen: „Und wir kommen dann unter die Räder.“

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