Plau am See : Sommer-Ferien mit Akzent

KiJuZ-Leiter Thomas Küstner (l.) und Christoph Rusch, sein neuer Mitarbeiter im Plauer Jugendclub.
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KiJuZ-Leiter Thomas Küstner (l.) und Christoph Rusch, sein neuer Mitarbeiter im Plauer Jugendclub.

Plau: Im Kinder- und Jugendzentrum ist unter der Woche viel los. Vor-Ort-Angebote machen das Rennen

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03. August 2016, 21:22 Uhr

Sommer, viel freie Zeit und interessante Angebote: Christoph Rusch und Thomas Küstner – ihres Zeichens Amtsjugendpfleger und Leiter des Kinder- und Jugendzentrums (KiJuZ) Plau am See – haben festgestellt, dass es manchmal mehr Sinn macht, andere und vor allem „kleinere Brötchen“ zu backen. Im Club am Bahnhof, der sommers wie winters, in der Schulzeit wie in den Ferien unter der Woche von 11 bis 19 und am Freitag sogar bis 20 Uhr geöffnet hat, ist jeden Tag was los. Hier wird gekickert, können die jungen Leute Tischtennis spielen, wird gekocht oder auch einfach nur gechillt. Beliebt ist auch die kleine Sporthalle gleich hinter dem Club und der Bolzplatz, der in Eigeninitiative der Jungen und Mädchen, der Club-Mitarbeiter und der Stadt jenseits der Bundesstraße auf der früheren Schulsportanlage erneuert werden konnte. Alte Tore vom Bolzplatz am Klüschenberg, fleißige Hände beim Buddeln, ein gesponserter Radlader, ein paar Sack Zement und die Sache war geritzt.

„Bolzplatz, Sporthalle und die Möglichkeiten im Haus werden gut genutzt“, sagt Jugendclub-Chef Thomas Küstner. Seit letztem Sommer auch von jungen Syrern, die regelmäßig in die Einrichtung kommen. Küstner, der damals das „Regiment“ noch ohne Christoph Rusch führte, hatte es nicht darauf ankommen lassen und von Anfang an versucht, durch gemeinsame Aktionen eventuelle Spannungen aus der Begegnung zu nehmen. Eine gute Entscheidung, wie sich zeigt. Bis heute hat es keine Probleme gegeben. „Im Gegenteil“, sagt Tom Küstner, „die Jugendlichen sind sich mit viel Interesse begegnet.“ Zwölf Monate ist das her, und nur eines hat sich seither verändert. Die Zahl der jungen Flüchtlinge, die ihre Freizeit im Club verbringen, ist kleiner geworden. Einerseits mag daran die hohe Fluktuation der Flüchtlinge in Plau Schuld sein. Definitiv aber haben einige der Syrer ihre „Heimat“ längst auch als Kicker in den Reihen des Plauer FC gefunden.

Für Thomas Küstner sind es inzwischen die zweiten großen Ferien, die er als Leiter des Freizeithauses verantwortlich ist. Natürlich liegt ihm daran, in der schönsten Zeit der Jahres etwas Außergewöhnliches zu bieten. Eine mehrtägige Fahrradtour zum Beispiel oder eine Fahrt nach Warnemünde mit anschließendem Besuch in einem Rostocker Jugendclub, so quasi als Kleinstadt-Großstadt-Treffen. „Beides mussten wir mangels Teilnehmern wieder absagen“, bedauert Küstner. Ursachen, weiß er, gibt es viele. Erste Hürde könnte eine bürokratische sein – die verlangt nämlich die unterschriebene Einverständniserklärung der Eltern, die z.B. die Schwimmerlaubnis einschließt. Andererseits ist das das Risiko offener Jugendarbeit, die allenfalls unverbindlich ist. Mit einer Fahrt in den HansaPark und einem Fußballsommercamp hoffen Tom Küstner und Christoph Rusch in den kommenden Wochen trotzdem noch Akzente setzen zu können. Und wer weiß, vielleicht wird kurzfristig auch eine Schwerin-Tour angesetzt. „Warum nicht, anstatt zu strampeln gehen wir dann eben shoppen“, lacht Küstner. Wann welche Termine stehen, könnn die Plauer Kids immer im Club selbst nachlesen oder auch auf der Homepage des KiJuZ.

Christoph Rusch kam übrigens vor knapp fünf Monaten als Verstärkung ins Plauer KiJuZ. Schon Küstners Vorgänger René Bühring hatte sich lange um mehr Men-Power für den Club bemüht. Letzten März endlich wurde die 30-Stunden-Stelle genehmigt, die sich Stadt und Landkreis übrigens teilen. Zusätzlich arbeitet der 33-Jährige, der aus Barkow stammt, in Lübz zur Schule ging, Pädagogik auf Magister studierte und eine Sportlehrerausbildung hat, zehn Stunden im Hort der Plauer Grundschule. Die Stelle ist zwar auf jeweils ein Jahr begrenzt, doch die Einstellung für den Hort gibt Christoph Rusch ein gutes Gefühl: „Ich denke schon, dass Hort und Stadt mich gerne länger behalten würden.“

Tom Küstner und die regelmäßigen Clubgänger im übrigen auch. „Über verschiedene Praktika kam ich zur Jugendhilfe und bin nun hier“, sagt Christoph Rusch. Die ersten Monate haben gezeigt, dass seine Sportlehrerausbildung sehr von Vorteil ist. „Wegen der Mädelsthemen hatte ich gedacht, eine Frau im Team wäre auch nicht schlecht. Doch mit Christoph passt das. Er entlastet mich und bringt einen ganz neuen Part in den Club“, so Tom Küstner.

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