Welzin : „So ein Zirkus“

Als mutige Artistin enterte Luisa Klauns Schultern.
Als mutige Artistin enterte Luisa Klauns Schultern.

Clownerien begeisterten das Publikum am Kulturhaus. Am Sonnabend klingt das Veranstaltungsprogramm mit einem Film aus .

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03. August 2019, 05:00 Uhr

Der Hauptdarsteller steckt im Stau. Sein bester Kumpel springt selbstlos in die Bresche, um den Auftritt am Welziner Kulturhaus zu retten. Ein Typ namens Klaun, der angeblich alles kann, aber anscheinend nichts im Griff hat. Doch sein Scheitern deckt kreatives Potenzial auf, seine Hilflosigkeit macht ihn liebenswert und aktiviert zahllose Helfer, die ihm im Chaos selbstlos zur Seite stehen.

So geschehen, als sich Dr. Stefan Schneider durch sein Programm „So ein Zirkus“ kämpft. Unter seiner Regie geraten Kinder zu waghalsigen Artisten, zaubern Vanille-Eis herbei, werfen mit brennenden Fackeln und werden dafür mit Luftballontieren belohnt. Das wirkt nur auf den ersten Blick improvisiert und konzeptlos. Zaubertricks misslingen oder werden schnell durchschaut. Alles ohne roten Handlungsfaden ungemein liebenswert gesponnen, sympathisch und letztlich doch professionell. Große Kunst im Taschenformat, für ganze Familien, für kleine Menschen. Die hat Schneider in nullkommanix als Assistenten auf seiner Seite. Spielerisch spannt er sie in seinen Kosmos ein, in dem es vor verblüffenden Ideen und Spontanität nur so wimmelt. Wie unschuldig macht sich Stefan Engel über sein Publikum her, demoliert Hemmschwellen. Tosender Beifall erscheint wie selbstverständlich.

Im wahren Leben studierte er Theologie und ist Professor für Sportwissenschaften. Seine Doktorarbeit beschrieb sensomotorische Phänomene bei Astronauten. Und deren Schwerelosigkeit bringt Stefan Engel mit großer Leichtigkeit auf die Erde.

Das Sommerprogramm am Welziner Kulturhaus setzt sich am heutigen Sonnabend (3.) um 19.30 Uhr mit „Gundermann“ fort, einem Film über einen zu DDR-Zeiten beliebten Liedermacher.

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