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Lübzer Mieterverein wünscht sich bessere Zusammenarbeit mit der Arge : Situation eskaliert immer schneller

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Mit der Arge wünscht sich der Mieterverein Lübz und Umgebung e.V. eine bessere Zusammenarbeit. In vielen Fällen ist es bei Hartz-IV-Empfängern so, dass die Arge vom Vermieter geforderten Zahlungen vorschnell begleicht.

lübz | Mit der Arge wünscht sich auch der Mieterverein Lübz und Umgebung e.V. eine bessere Zusammenarbeit. "Der deutsche Mieterbund weiß, dass gerade Betriebskostenabrechnungen sehr oft falsch sind. Ihm zufolge weist durchschnittlich jede zweite Mängel auf", sagte Barbara Rohrbeck anlässlich der jüngsten Mitgliederversammlung in Lübz. "Wir prüfen die Abrechnungen natürlich auch für Hartz-IV-Empfänger, doch leider ist es bei ihnen in vielen Fällen so, dass die Arge alle vom Vermieter geforderten Zahlungen aus unserer Sicht vorschnell ohne Prüfung begleicht. Auch durch so etwas werden viele Steuergelder verschwendet und es nimmt uns Wind aus den Segeln." Gut wäre zudem, wenn die Behörde - wie etwa in Neubrandenburg - den Jahresbeitrag in Höhe von 37 Euro für Bedürftige übernähme.

Generell sei zu verzeichnen, dass viele Ratsuchende nicht nur mit einer zu klärenden Angelegenheit, sondern mehreren Mietrechtsproblemen belastet seien und sich zudem oft erst spät melden, so dass es notwendig sei, die Angelegenheiten dann sofort zu bearbeiten. Im vergangenen Jahr leistete der Lübzer Verein 1537 Beratungen (davon 831 persönliche, der Rest per Telefon) - 43 weniger als 2009, was jedoch ausschließlich urlaubs- und krankheitsbedingten Ausfällen geschuldet sei. In mehr als 50 Prozent ging es dabei um die Betriebskostenabrechnungen, bei rund einem Viertel um Wohnungsmängel.

2010 gab es 26 Lokaltermine mit dem Ziel, entstandene Streitigkeiten vor Ort zu klären. Im Vorjahr waren es nur 12. "Die Entwicklung ist so, dass die Situation immer schneller eskaliert", sagt Holger Lau vom Vereinsvorstand. Zudem wurden 280 Schriftsätze im Auftrag der Mitglieder verfasst. Nur wenige Mieter seien in der Lage beziehungsweise gewillt, selbst mündlich oder schriftlich mit den Vermietern in Kontakt zu treten, ergänzt Barbara Rohrbeck: "Auch diejenigen, die es könnten, tun es in der Regel nicht und fragen uns stattdessen: ,Wofür sind wir hier denn Mitglied?. Wir müssen sie oft erst motivieren, mit Hilfe von Vorlagen einfache, kleine Schreiben selbst zu verfassen."

Unbestreitbar sei, dass die mietrechtlichen Probleme in den letzten Jahren vielfältiger und komplizierter geworden sind. Anträge auf Mietminderung etwa ließen Vermieter gleich von ihren Anwälten beantworten. Zehn Rechtsstreitigkeiten konnten 2010 nicht außergerichtlich geklärt werden. Der Lübzer Mieterverein arbeitet mit Juristen des Mietervereins Rostock, (wenn notwendig) des Deutschen Mieterbundes in Berlin und neuerdings auch mit einem Fachanwalt aus Schwerin zusammen. Es gehe immer um Gerechtigkeit. Demzufolge bedeute die Klärung einer Situation, nicht automatisch gegen den Vermieter zu sein.

Im Landkreis gebe es ein ausreichendes Angebot an Mietwohnungen. "Wir registrieren aber auch Leerstände teurer, neu gebauter Wohnungen in Plau am See - mit bis zu mehr als fünf Euro pro Quadratmeter sind die Preise hier am höchsten - und in der Parchimer Regimentsvorstadt", sagt Barbara Rohrbeck. "Außerdem nehmen Leerstände von Geschäften, Büros und anderen gewerblich genutzten Objekten in den Städten zu."

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erstellt am 28.Jun.2011 | 06:26 Uhr

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