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Warnung der Bevölkerung : Sirenen in Lübz bewusst erhalten

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Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Drei von einst zehn Anlagen noch in Betrieb. Vielfach ganz abgeschafft, um Wartungskosten zu sparen. Stadt steht zu Kompromiss

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erstellt am 06.Sep.2016 | 20:40 Uhr

Nach einem unlängst veröffentlichten Bericht im überregionalen Teil der SVZ wäre es heutzutage nicht mehr möglich, die Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern durchweg vor Gefahren mit Hilfe von Sirenen zu warnen.

„Das Problem liegt in der Zuständigkeit“, sagt Thomas Rosenfeldt, Bürgeramtsleiter im Amt Eldenburg Lübz. „Für den Zivilschutz und den Katastrophenfall sind Sirenen nach meiner Auffassung durchaus bedeutsam. Dafür sind jedoch der Bund, das Land und kreisfreie Städte zuständig. Die Gemeinden vor Ort haben nur die Aufgabe, für die Alarmierung der Feuerwehr zu sorgen, wofür auch Sirenen dienen können, aber es gibt heute auch andere zuverlässige Methoden.“ In Lübz etwa sind mittlerweile alle Feuerwehrkameraden mit digitalen Datenmeldeempfängern (umgangssprachlich „Pieper“ genannt) ausgestattet, die sie zum Einsatz rufen. Möglichst schnelle Hilfeleistung ist deshalb zumindest in dieser Stadt nicht mehr von Sirenen abhängig – man bräuchte sie nicht mehr, wenn man nur das Thema Feuerwehr beleuchtet und die Warnung der Bevölkerung vor besonderen Gefahren zum Beispiel im Katastrophenfall oder bei kerntechnischen Unfällen außen vor lässt. „Wegen Ausrüstung der gesamten Feuerwehr mit der neuen Digitaltechnik, womit die Kommune ihre Vorschrift erfüllt, gibt es zum Beispiel in Parchim keine einzige Sirene mehr“, sagt Rosenfeldt. Die Anlagen gingen nach der Wende ins Eigentum der Gemeinden über. Ihre Wartung koste viel Geld – das bekanntlich knapp sei, was die Abschaffung beschleunigte.

In Lübz sind von einst zehn drei übrig geblieben – auf dem Rathaus, dem Dach der Regionalen Schule und bei den Stadtwerken. Weil man es als nicht gut empfunden hätte, die Bevölkerung bei allgemeinen Gefahren für sie gar nicht mehr durch den eindringenden Ton erreichen zu können, wurde dieser Kompromiss gefunden, den auch Rosenfeldt als richtig verteidigt. In vielen Gemeinden – ebenso in Lübz’ Ortsteilen Broock und Lutheran – diene eine Sirene nach wie vor als hauptsächliche Technik, die zum Einsatz ruft. Ausgelöst wird sie durch die Leitstelle in Schwerin über ein separates Netz. Sollten andere ausfallen, funktioniert dies trotzdem.

Das Amt habe seinerzeit außerdem eine SMS-Alarmierung angeschafft. Zusätzlich zum Sirenenton läuft dadurch bei fast allen Feuerwehrkameraden auf dem Handy eine Kurzmitteilung über Einsatzinformationen auf.

 

Die verschiedenen Sirenentöne

 

1. Dieser 15-sekündige Dauerton dient dazu, die Funktion der Sirenen zu testen und hat für die Bevölkerung keinerlei Bedeutung. Der Probealarm findet  auch in Lübz  am Sonnabend um 12 Uhr statt.

2. Der Alarm für die Feuerwehr dürfte allgemein bekannt sein. Es handelt sich um drei aufeinander folgende 15-sekündige Dauertöne, die Pause zwischen ihnen beträgt jeweils etwa sieben Sekunden. Durch den Alarm werden die Mitglieder der Feuerwehren aufgefordert, zum Einsatz zu kommen. Handlungsanweisungen für die Bevölkerung sind mit ihm nicht verbunden.

3. Der in Kriegszeiten als Fliegeralarm bekannte, einminütige auf- und abschwellende Heulton dient heute zur Warnung der Bevölkerung vor besonderen Gefahren, zum Beispiel im Katastrophenfall oder bei kerntechnischen Unfällen.

 Sollte  dieses Signal zu hören sein, sind folgende Hinweise zu beachten:

• Suchen Sie bitte umgehend das nächste Gebäude auf und schließen Sie Fenster und Türen.

• Holen Sie Kinder aus dem Freien ins Haus und verständigen Sie eventuell Ihre Nachbarn.

• Schalten Sie ein Rundfunkgerät ein und achten Sie auf amtliche Durchsagen.

• Achten Sie auch auf eventuelle Lautsprecherdurchsagen von Polizei, Feuerwehr oder Katas-trophenschutz.

• Schalten Sie Lüftungs- und Klimaanlagen mit Luftzufuhr von außen ab.

• Blockieren Sie keine Telefonleitungen, benutzen Sie Ihr Telefon nur im absoluten Notfall. Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz benötigen jede freie Telefonleitung, um Hilfs- und Rettungsmaßnahmen einzuleiten.

 

 

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