Talentierter Bogenschütze aus Retzow : Siegreich von Turnier zu Turnier

Liebt das Bogenschießen: John Patrick Jäger.
Liebt das Bogenschießen: John Patrick Jäger.

13-jähriger Bogenschütze John Patrick Jäger aus Retzow trifft trotz Behinderung seit zwei Jahren oft ins Schwarze.

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22. März 2018, 12:00 Uhr

John hat sein Ziel vor Augen – und zwar ganz genau. Anlegen, spannen, zielen und ab durch die Mitte! Der 13-Jährige Retzower hat seit zwei Jahren eine Leidenschaft, die treffsicherer kaum sein könnte: Das Bogenschießen. „Mama, Papa, ich bin ein Naturtalent“. Mit dieser Aussage überraschte John Patrick Jäger nach einem Schnuppertraining, in dem er mit Pfeilen auf Ballons schoss, seine Eltern. „Wir wären nie darauf gekommen, dass er Ambitionen hat, Bogenschießen zu lernen“, so Mama Sylvia Jäger. Doch seitdem ist John im Bogen-Fieber, trainiert ein- bis zweimal in seinem Verein, dem GSV Groß Niendorf, und fast täglich auch zu Hause.

„Ich mag am liebsten, dass ich treffe“, lässt das junge Talent wissen. Die neue Leidenschaft steckte auch Vater Lars Jäger an, der selbst von sich behauptet, dass er sich „wohl eher die Schulter verrissen hätte“, als das Ziel zu treffen. Doch all das Theoretische ist sein Metier. Langbogen, Jagdbogen, Reiterbogen, Primitivbogen, Compoundbogen und nicht zu vergessen: der Olympic Recurve, Johns Favorit. Mit ihm schießt sich der 13-Jährige von Turnier zu Turnier. Aus 18 Metern Entfernung auf eine 60-Zentimeter Auflage. In der Halle. Im Freien ist der Abstand 40 Meter und die Auflage misst 122 Zentimeter.

Genau 22 Platzierungen hat er bereits gesammelt, ist zweifacher Kreismeister, holte bei der Landesmeisterschaft in Mecklenburg-Vorpommern Gold in der Altersklasse U14 und am vorletzten Samstag in Blankenfelde bei Berlin bei der Deutschen Meisterschaft den begehrten Titel. Allerdings für Niedersachsen, weil der Verein in Groß-Niendorf nicht offiziell im Behindertensportverein war. Denn John Patrick Jäger ist geistig behindert. Das allerdings behindert ihn in seiner Sportart keineswegs, weiß Vater Lars: „Er lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen – das mussten die anderen schmerzlichst erkennen.“

So übt der Retzower entspannt im elterlichen Haus, das auch eine ehemaligen Veranstaltungssaal sein eigen nennt. „Von der ehemaligen Gaststube bis zum Saal sind es genau 18 Meter“, weiß Lars Jäger. Ein Vorteil, den wohl nicht jeder Familiensitz zu bieten hat. Die fünfköpfige Familie steht genau wie die Schule in Dobbertin hinter John. Ziel für die kommende Freiluftsaison sind Titel in der Kreis und Landesmeisterschaft und der Deutschen Meisterschaft des Behindertensportverbandes. Egal, wohin John Patrick Jägers Weg hinführt – sein Ziel bleibt weiterhin garantiert direkt vor Augen.

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