Bürgermeisterwahl Plau : Sie möchte sich für Plau stark machen

Anke Pohla  will Bürgermeisterin werden –  die 51-Jährige ist  seit 2008 Mitglied der SPD in Plau  und wurde von ihrem Ortsverband nominiert.
Anke Pohla will Bürgermeisterin werden – die 51-Jährige ist seit 2008 Mitglied der SPD in Plau und wurde von ihrem Ortsverband nominiert.

Anke Pohla (SPD) tritt in Plau am See bei der Bürgermeisterwahl am 26. April an und die 51-Jährige ist sich ihrer Stärken bewusst.

23-11367838_23-66131022_1416472762.JPG von
01. März 2015, 22:00 Uhr

Leger in Trainingsanzug und Sportschuhen, so kennt man sie. Wahlweise trägt Anke Pohla ihr ganz privates Sportoutfit, die Farben der Plauer MediClin Reha-Klinik, in der sie seit April 1994 als Sporttherapeutin arbeitet. Dann wieder kommt sie im schicken Rot daher, das zweifelsfrei Zeugnis davon ablegt, dass die jetzt 51-Jährige viele Stunden ihrer Freizeit in den Dienst des Deutschen Roten Kreuzes stellt. Seit Jahren. An ihrer Seite sowohl ihr Mann Uwe als auch ihre mittlerweile erwachsenen Kinder Christine (26) und Martin (24), die mit Ausbildung, zahlreichen Wettkämpfen und anderen Veranstaltungen beim DRK groß geworden sind.

Jetzt kandidiert die Plauerin für das Bürgermeisteramt in ihrer Stadt. Ein Gedanke, mit dem sie schon bei der letzten Wahl gespielt hatte, dann aber doch nicht als einzige Herausforderin gegen den Amtsinhaber ins Rennen gehen wollte. Kommunalpolitisch ist sie dennoch schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Nachdem sie 2008 in die SPD eintrat, kandidierte sie für den letzten Kreistag im Altkreis Parchim und wurde neben Helmuth Schröder 2. stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Später – im gemeinsamen Kreistag der Altkreise Ludwigslust und Parchim – erhielt sie ein weiteres Mal das Vertrauen, als sie zur sachkundigen Bürgerin in den Sozialausschuss berufen wurde. Seit 2009 sitzt Anke Pohla für die SPD in der Plauer Stadtvertretung, ist Vorsitzende der zweitstärksten Fraktion.

„Schon als Schülerin habe ich mich gesellschaftlich sehr stark engagiert. Mir hat es einfach Spaß gemacht“, spricht Anke Pohla über ihre Ambitionen. Sport, FDJ – wo was los war und man was bewegen konnte, war Anke Pohla dabei. Nach Schule, Studium, beruflicher Laufbahn war ihr Eintritt ins DRK quasi nur eine Frage der Zeit. „Nur waren da eigentlich meine Kinder daran schuld. Denn oft war’s so, dass für die Betreuung bei Klassenfahrten Eltern gesucht wurden. Möglichst solche, die auch einen Rettungsschwimmer hatten“, erzählt Anke Pohla. Sie hatte ihren, da der fester Bestandteil des Studiums an der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport (DHfK) in Leipzig war, wo sie von 1981 bis ’85 studierte und ihren Diplom-Sportlehrer machte. Anke Pohla wiederholte die Rettungsschwimmerprüfung kurzerhand und war so mittendrin in der ehrenamtlichen Arbeit des DRK Parchim, das gesellschaftliche Aufgaben auf breiter Basis erfüllt. Im vergangenen Jahr wurde sie zur Leiterin des Jugendrotkreuz’ gewählt und führte ihre Gruppe, die bereits etliche Kreis- und Landesmeistertitel errungen hatte, zum Bundesvizemeister.

Geboren ist Anke Pohla in Greifswald, ist also ein waschechtes Fischkopp-Deern. Nach Plau am See zog sie 1988 der Liebe wegen. Das DHfK-Studium mit Bravour absolviert, hatte man ihr angeboten, Bezirkstrainer der Sportschützen zu werden. Sie lehnte ab, ging stattdessen zum DTSB nach Malchin, war hier für Angebote im Breitensport, Statistik, Vereine und das alljährliche „Kreissportfest der Werktätigen“ verantwortlich. Von einem ganz speziellen schwärmt sie noch heute. „Ich organisierte ein ,Sportfest auf der Tanzfläche’. Da war zwar kaum Platz, aber das war egal und mal ’ne richtig gute Maßnahme.“ Ein Jahr später lernte sie am Rande eines Lehrlingswettkampfes in Malchin ihren Mann kennen. Zwei Jahre später waren sich Beide nicht nur einig über ihre gemeinsame Zukunft. Gemeinsam entschieden sie auch, in Plau am See – seiner Heimatstadt – zu leben.

Anke Pohla arbeitete erneut beim DTSB, wurde mit der Wende arbeitslos, bekam 1993 eine Anstellung als Politesse, machte eine zweijährige Umschulung zur „Fremdsprachenkontoristin mit Englisch“, um 1994 beruflich endlich wieder Land zu sehen, das ihren Vorstellungen entsprach. In der Reha-Klinik des damals gerade neuerrichteten MediClin Krankenhauses Plau am See wurden Sporttherapeuten gebraucht. Mit dem DHfK-Abschluss in der Tasche, war sie dafür prädestiniert. Die Grundlagen beherrschte sie, die speziellen für die Orthopädie und Neurologie erwarb sie in Fortbildungen. „Damals schloss sich der Kreis, denn für mich war klar, hier bin ich richtig“, sagt Anke Pohla. Dass sie seither auch das „schlechte Gewissen“ von Plau ist, macht die 51-Jährige weniger traurig als vielmehr stolz. „Wenn ich Leute in der Stadt treffe, dann fällt vielen ganz oft ein, ,oh ja, ich muss mal wieder was für meine Gesundheit tun’. Da kann ich nichts Schlimmes bei finden.“

Nun ist ja Anke Pohla nicht nur vom Sternbild her Zwilling, sie hat auch einen Zwillingsbruder. „Uns Zwillingen wird nachgesagt, dass wir Flinkfläuter sind“, sagt die Plauerin. Wenn Flinkfläuter nicht despektierlich gemeint ist, zieht sich Anke Pohla den Schuh gern an. „Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich unternehmungslustig, wissbegierig und offen für Neues bin und mich sozial sehr gern engagiere.“ Für eine Bürgermeisterkandidatin, die etwas für die Menschen und die Stadt erreichen möchte, sollten das bestimmt nicht die schlechtesten Voraussetzungen sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen