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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

13. Dezember 2017 | 19:45 Uhr

Stuer : „Shirley“ darf bald in den Bärenwald

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Unfall-Zirkus Luna soll Bärin abgeben: Die Stiftung „Vier Pfoten“ bietet Platz im Bärenschutzzentrum an.

von
erstellt am 16.Jul.2015 | 12:00 Uhr

Der Wanderzirkus Luna (auch Francordia genannt) wird laut Medienberichten schon bald seine Braunbärin Shirley abgeben. Die Stiftung „Vier Pfoten“ bietet dem Zirkus erneut an, Shirley kostenlos ins Schutzzentrum „Bärenwald Müritz“ zu überführen. Hier könnte sich Shirley in einer abwechslungsreichen Landschaft mit Mischwald, Wiesenflächen, Waldlichtungen, Hanglagen und einem natürlichen Wasserlauf von den Strapazen der Wanderzirkus-Jahre erholen. Zum ersten Mal im Leben könnte sie ein Bad nehmen und im Winter eine Höhle für die Winterruhe graben. Im Bärenwald bei Stuer leben bereits 18 Bären auf über 16 Hektar. Die Tiere stammen allesamt aus schlechter Zoo-, Zirkus- oder Privathaltung.

Bären-Haltung im Zirkus ist Tierquälerei

Thomas Pietsch (45), Wildtierexperte der Vier Pfoten -Stiftung: „Es ist höchste Zeit, dass Zirkus Luna seinen letzten Bären freiwillig abgibt. Shirley ist mit ihren 28 Jahren bereits eine Bären-Oma – sie kann nicht darauf warten, dass die CDU/CSU endlich ihre Blockade-Haltung aufgibt und sich dazu entschließt, Wildtiere im Zirkus zu verbieten. In unserem Bärenwald könnte Shirley ein artgerechtes Leben führen und ihren Lebensabend genießen – fern von Manege, engen Transportwagen und dem Stress des Zirkusalltags.“
Vier Braunbären leben noch in deutschen Zirkussen: Ben (Zirkus Alberti), Shirley (Zirkus Luna) sowie Balou und Daisy vom Zirkus Berolina, die derzeit in dessen Winterquartier untergebracht sind. Laut Einschätzung von Tierschützern leiden Bären und andere Wildtiere unter der Haltung in engen Zirkusgehegen und -wagen, fragwürdigen Dressurmethoden, stressigen Auftritten und permanenten Transporten. Es käme immer wieder zu Tierschutzverstößen bei fahrenden Zirkussen. Doch noch immer seien die gesetzlichen Regelungen zur Zirkustierhaltung in Deutschland nur unverbindlich und absolut unzureichend. Die Stiftung „Vier Pfoten“ setzt sich für ein komplettes Wildtierverbot im Zirkus ein und appelliert an alle Tierfreunde, die Petition auf www.vier-pfoten.de/bruellen zu unterschreiben, um die Tierquälerei im Zirkus endlich zu stoppen.

Tierschutz-Verbände tun sich zusammen

In einem gemeinsamen Brief haben sich die Verbände „Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz, Animal Public e.V., Bundesverband Tierschutz e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., Deutscher Naturschutzring, Deutscher Tierschutzbund e.V., Eurogroup against Birdcrime, Menschen für Tierrechte, Peta Deutschland e.V. und Pro Wildlife e.V. diese Woche ein Wildtierverbot im Zirkus gefordert. Die Verbände appellieren eindringlich an die Politiker, Tierquälerei und Sicherheitsmängel in Zirkussen nicht mehr zu ignorieren und die Wildtierhaltung im Zirkus endlich zu beenden.
 

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