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23. November 2017 | 08:47 Uhr

Lübz : Sein Rad mit Code sichern

vom

Großer Andrang im Lübzer Mehrgenerationenhaus: Polizeioberkommissar Eckard Tackmann und Polizeihauptkommissar Reinhard Glinka gravierten in 40 Fahrräder eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen ein.

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erstellt am 20.Apr.2012 | 10:29 Uhr

Lübz | Großer Andrang bei Polizeioberkommissar Eckard Tackmann und Polizeihauptkommissar Reinhard Glinka im Lübzer Mehrgenerationenhaus: Die beiden Präventionsbeamten gravierten in 40 Fahrräder eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen ein. Sämtliche Codes beginnen trotz der Kreisreform immer noch mit der Buchstabenfolge PCH. Daran schließen sich Kennziffern für den Wohnort und die Straße des Zweiradbesitzers an, gefolgt von der Hausnummer, den Anfangsbuchstaben von Vor- und Nachname sowie die 12 für das laufende Jahr. "Jeder Code ist deshalb einmalig und kann unverwechselbar dem Zweirad und seinem Besitzer zugeordnet werden", schildert Glinka die Vorzüge dieses Verfahrens. Wegen des Datenschutzes müssen die Pedalritter dafür ihr Einverständnis schriftlich bekunden. Für jeden Code wird außerdem eine genaue Beschreibung des jeweiligen Fahrrades aufgezeichnet: Marke, Typ, Farbe, Schaltungsart und Reifengröße werden ebenso dokumentiert wie die Rahmennummer des Herstellers.

Reinhard Glinka richtet den individuellen Code ein. Mit Hilfe eines so genannten Storchenschnabels wird er von Eckard Tackmann nachgezeichnet, automatisch verkleinert und auf die Gravurmaschine übertragen. Ein Aufkleber sichert danach den Rahmen gegen Rost und signalisiert zugleich: "Finger weg - mein Rad ist registriert!" Die Registratur ist für die Fahrradbesitzer kostenlos und wird von der Provinzial-Versicherung gesponsort. Auch wenn ein Langfinger den Code abfeilen sollte, "ist er mit kriminalpolizeilichen Mitteln wieder sichtbar zu machen", weiß Tackmann. Meist sind es neuwertige Räder, die dem Beamten zur Codierung anvertraut werden: Geschenke zu einem runden Geburtstag mit technischen Finessen wie einer hydraulischen Scheibenbremse oder das wertvolle Mountainbike eines Jugendlichen mit 24 Gängen.

"Die Codierung wirkt auf Diebe abschreckend", versichert Polizeisprecher Klaus Wiechmann. "Derart gekennzeichnete Fahrräder gelten als heiße Ware und finden keinen Hehler." 2010 hatte die Polizei im Landkreis Ludwigslust-Parchim 357 Zweiräder mit Codes versehen. Insgesamt mussten allerdings 482 Fälle von Diebstahl bearbeitet werden. Ein Jahr zuvor lag die Zahl der Ermittlungen noch bei 621. "Die sinkende Kriminalitätsbelastung hat sich auch im Bereich Fahrraddiebstähle niedergeschlagen."

Ihre Codierungsaktion im Mehrgenerationenhaus will die Polizei in diesem Jahr wiederholen, außerdem will sie eine Sicherheitsüberprüfung für Fahrräder anbieten. Hinzu kommen Aktionen an den Schulen im Landkreis.

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