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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. November 2017 | 20:21 Uhr

statistik : Sechs Autos im Kreis fahren mit Strom

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Erste Erhebung zu strombetriebene Autos in 2014 / Die kleineren Motoren müssen nicht immer die schwächeren und umweltfreundlicheren sein

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Lieber klein oder groß? Wenn sich die Frage auf den Motor unter der Haube des heimischen Pkw bezieht, dann sind die Dicken in der Minderheit: 11,4 Prozent der Pkw im Kreis Ludwigslust-Parchim haben einen Motor mit mehr als zwei Litern Hubraum. 34,9 Prozent sind mit Motoren unter 1,4 Litern unterwegs. Der Rest liegt dazwischen und damit in der Klasse zwischen 1400 und 1999. Ganz ohne Hubraum kommen nach den Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes, die diesem Vergleich zu Grunde liegen, sechs Pkw aus. Sie fahren mit Strom. Die Zahl wurde für 2014 erstmals erfasst.

Wenn neue Autos gekauft werden, stehen die Kleinen mit dem Argument „sparsam“ oder „ökologisch“ in Konkurrenz zum Fun-Faktor. Wobei es nicht so ist, dass der Motor alles ist. Es kommt auch auf die Technik an. Da gibt’s beispielsweise den 918 Spyder von Porsche. 4,5 Liter, 886 PS; V 8-Zylinder-Motor aber 3,3 Liter auf 100 Kilometer oder 79g/km CO2. Ist halt ein Hybrid. Im Bestand spielt der aber natürlich keine tragende Rolle. Da läuft die Entwicklung langsamer, weil viele Autos lange gefahren werden. Der aktuelle Stand lässt sich so zusammenfassen: Im Kreis Ludwigslust-Parchim nahm die Zahl der Autos mit Motoren unter 1,4-Liter von 2013 auf 2014 um 175 zu. Macht 42 550 Pkw. In den anderen Motorklassen sank die Zahl der Fahrzeuge in der Klasse 1400 bis 1699 Kubik um 473. Damit liegt deren Zahl bei 65 314 Pkw. Bei den Autos mit mehr als zwei Litern gab es im Kreis Ludwigslust-Parchim einen Anstieg um 338 Fahrzeuge. Bestand: 13 935 Fahrzeuge.

Wobei aber klein nicht gleich schwach ist. Auch Kleine sind zuweilen kräftig: 100 PS kommen beim Fiat 500 aus einem 1,4-Liter Motor und auch andere Hersteller haben die entsprechenden Miniraketen im Programm. Und es ist auch nicht so, dass ein kleiner Motor automatisch auch der umweltfreundlichere ist. Es kommt immer auf die Drehzahl an, Bleifuß und hohe Drehzahlen oder viel Kurzstreckenverkehr treiben den Verbrauch hoch, das lernt jeder, der mal einen Spritsparkurs mitmacht.

Im Grunde ist alles wie früher. Nur das alle vom Kohlendioxid als Klimakiller reden. Die Angabe des Kohlendioxidausstoßes ist inzwischen bei der Ausschilderung von Neuwagen im Autohaus vorgeschrieben. Im Grunde ist das aber auch nichts anderes als die früher allein übliche Verbrauchsangabe. Denn der Kohlendioxidausstoß wird aus dem Spritverbrauch errechnet. Die Formel für Benziner: 23,7 x Verbrauchswert. Diese Multiplikation ergibt den Wert in Gramm je Kilometer. Für Diesel gilt: 26,5 x Verbrauchswert. Der höhere Faktor rührt daher, dass Dieseltreibstoff mehr Kohlendioxid produziert. Wie schädlich oder notwendig das CO2 ist (ohne das „Treibhausgas“ wäre die Erde eine Eiskugel) ist derzeit noch ein Thema für die Wissenschaft. Fest steht, dass auch das CO2, das wir heute verfahren, schon mal in der Atmosphäre war. Denn der Sprit, der heute Autos treibt, stammt aus Biomasse: Kleinstlebewesen, Algen und Pflanzen, die so etwa vor 150 Millionen Jahren im Meer am Ende ihrer Lebenszeit zu Boden sanken. Echter Biosprit also, naturgemacht, lange vor E10.



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