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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. September 2017 | 22:43 Uhr

Schnelles Internet : Schwere Geburt Breitbandausbau

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Ziel verfehlt: Wemacom wollte bis 30. Juni 900 Vorverträge schließen. Jetzt wird Wirtschaftlichkeit von Teilgebieten wird geprüft . Und: Die Telekom wird aktiv

von
erstellt am 05.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Zweimal hatte die Wemacom Telekommunikations GmbH den Termin für die Unterzeichnung von 900 Vorverträgen mit potenziellen Internet-Kunden verlängert. Am 30. Juni war nun endgültig Deadline. Das Ergebnis: Die vom Unternehmen geforderten 900 Verträge konnten lange nicht erreicht werden. Aktuell sind es 634. Was die Wemacom, die den kompletten Glasfaserausbau Plaus von den 900 abhängig gemacht hat, jetzt tut? Dr. Diana Kuhrau, Pressesprecherin des Unternehmens, erklärte gestern auf Anfrage: „Wir prüfen aktuell, ob die Wirtschaftlichkeit zumindest für Teilgebiete der Stadt Plau mit schneller Glasfaser gegeben ist. Eine abschließende Bewertung wird voraussichtlich in zehn Tagen erwartet.“

In Plau am See surfen jetzt bereits Kunden in der Dammstraße, der Bergstraße, der Lübzer Straße und Vogelsang mit einem Glasfaseranschluss der Wemacom. Dieser Bereich wird aktuell erweitert, so dass weitere 110 Kunden in den kommenden vier Wochen an das Glasfasernetz angeschlossen werden können. „Zusätzlich sind die Planungen für die Erschließung des Wohngebietes Gerichtsberg abgeschlossen. In Kürze wird der Baubeginn hier in jedem Fall erfolgen“, kündigt die Pressesprecherin an.

Zuletzt hatte die Wemacom auch bei Informationsveranstaltungen aktiv Kundenwerbung betrieben. In diese Werbekampagne hinein hatte sich die Stadt Ende April/Anfang Mai nochmals mit der Telekom in Verbindung gesetzt. Die nämlich hatte bereits 2016 erklärt, eigenwirtschaftlich in den Netzausbau investieren und Plau komplett erschließen zu wollen. Eigenwirtschaftlich bedeutet dabei ohne Förderung. Und das heißt für die Wemacom im Umkehrschluss, nach wie vor keine Möglichkeit zu haben, an die Dobrindt-Millionen für den Ausbau der Glaserfasernetzes zu kommen.

Theoretisch hätte die Telekom für den Ausbau des Luftkurortes bis Ende 2019 Zeit. Da bis Jahresanfang nichts als die reine Absichtserklärung zu erkennen war, drängte Bürgermeister Norbert Reier auf verbindliche Aussagen und Termine. Mit Erfolg. Die Telekom will danach noch in diesem Jahr in Plau am See investieren. Ein Drittel der Anschlüsse sollen noch in 2017 realisiert werden, zwei Drittel in 2018. Mit dem Kreiskoordinator sei darüber hinaus abgestimmt, dass für den Ausbau der Ortsteile Dobrindt-Mittel zum Einsatz kommen sollen - in Karow sogar noch in diesem Jahr.

Übertragungsraten wie sie das moderne Glasfasernetz eigentlich möglich macht, sind mit der Telekom nicht zu erwarten. Die plant, für die Hausanschlüsse DSL-fähiges Kupferkabel einzusetzen. Also 30 bis 100 Megabit maximal.

Bei 30 Mbit spricht man landläufig von 30  000er Leitungen. Und die wären im Grunde schon heute zu wenig - zumindest für Geschäftskunden wie Hotels, Kliniken. Für die, sagte Plaus Bürgermeister, müssen deshalb auch andere Lösungen gefunden werden.

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