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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. November 2017 | 01:59 Uhr

Infrastruktur Plau : Schwer erkämpfte Ortsumgehung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Plauer Bürgerinitiative stieß mit einem Glas Sekt an: Genehmigungen und Dokumente für Nordtangente liegen vor.

von
erstellt am 28.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Keine drei Wochen ist es her, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Nordtangente der Plauer Ortsumgehung als eines von 24 Projekten innerhalb des Bundesverkehrswegeplanes für 2016/17 bestätigt hat. In der vergangenen Woche kam auch das grüne Licht für die elf Millionen Euro Bausumme. „Wir haben es geschafft“, konstatierte am Dienstag Abend Dietmar Villwock, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Ortsumgehung Plau am See“, und setzte so das Ausrufezeichen hinter einen Kampf, den viele Plauer Bürger ganz eng mit der Stadtverwaltung, ihrer -vertretung, Kreistags-, Landtags- und Bundestagsabgeordneten führten. „Anfang 2017 soll der Bau der Ortsumgehung beginnen“, teilte Dietmar Villwock den aktuellsten Stand aus Landesverkehrsministerium/Straßenbauamt mit.

Villwock hatte seine Mitstreiter vom BI-Vorstand, den Bürgermeister, die Fraktionsvorsitzenden und frühere Fraktionschefs eingeladen, um auf diesen „Sieg, der ein schwerer, dafür aber ein um so schönerer ist“ mit einem Glas Sekt anzustoßen. Jetzt liegen alle Genehmigungen und Dokumente vor, die Gelder sind da. „Kann eigentlich nichts mehr schiefgehen“, sagte Villwock und gestand, dass es ein schönes Gefühl sei, das „Ja“ zur Ortsumgehung Plau aus dem Berliner Dobrindt-Ministerium endlich schwarz auf weiß zu haben. Der Planfeststellungsbeschluss sei unanfechtbar. „Das ist fantastisch“, so Villwock.

Fast 25 Jahre haben die Plauer gekämpft, sich zuweilen ihrem Ziel ganz nah gefühlt, um dann ein ums andere Mal enttäuscht zu werden. Etwa als 2005 der Planungsbeginn schon angeordnet war, dann aber doch verschoben wurde. Oder als Ex-Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) neue Kategorien einführte und das Plauer Projekt als „D“ unter ferner liefen im weiteren Bedarf einstufte. Früh hatte die Bürgerinitiative gelernt, dass sie in ihrem Begehren niemals nachlassen darf. Und dass sie Partner an der Seite brauchte, die sie unterstützen. Nach der „Ramsauer-Attacke“ konnten sie Landesverkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) als Fürsprecher gewinnen. Als es immer knapper wurde, hatte Landtagsabgeordnete Barbara Borchert (Linke) den Plauern empfohlen, den Petitionsausschuss anzurufen. Dr. Martina Bunge (Linke) stellte sich an ihre Seite, ebenso wie Wolfgang Waldmüller von der CDU-Landtagsfraktion. Auch CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Strenz nutzte ihren Einfluss, den Bundesverkehrsminister in der Sache zu „bekneten“. Dietmar Villwock dankte am Dienstag Abend allen Unterstützern, nannte neben BI-Mitgliedern, Stadtvertretern und Fraktionschefs einige auch namentlich. So unter anderem die Bürgervorsteher Renate Nußbücker, Klaus Bendel und Dirk Tast, Bürgermeister Norbert Reier und seinen Vorgänger Hans-Heinrich Jarchow (SPD), die früheren Fraktionschefs Rüdiger Hoppenhöft (CDU) und Dr. Rainer Nissler (SPD), Dr. Uwe Schlaak (Linke), der am längsten mit dabei ist und der BI mit seinem Wissen um gesetzliche Grundlagen zur Seite stand, BI-Gründervater Gerhard Drews, der bereits 1991 mit seinem Antrag auf Geschwindigkeitsbegrenzung in der Ortsdurchfahrt den Grundstein für das Plauer Begehren legte, das nun nach einem Vierteljahrhundert von Erfolg gekrönt ist. Explizit hob Villwock auch Dr. Rainer Kosmider vom Verkehrsministerium hervor, der gerade in den letzten Jahren engen Kontakt zur BI gehalten hatte.

Straßenblockaden, Plakataktionen, Unterschriftensammlungen – die Streiter für die Ortsumgehung ließen nichts unversucht. Ihr Schriftverkehr mit diversen Institutionen bringt es heute auf stattliche 6,1 Kilo. Dass man bei all dem nicht immer zu hundert Prozent einer Meinung war, liegt wohl in der Natur der Sache. „Doch im wesentlichen haben wir mit einer Stimme gesprochen“, dankte Bürgermeister Norbert Reier für das hohe Engagement der Bürgerinitiative. „Ich habe das sachliche Miteinander immer sehr geschätzt und ich möchte von euch das Versprechen, dass ihr auch künftig nicht nachlasst. Schließlich muss auch der Bau der Ortsumgehung begleitet, vielleicht auch nachjustiert werden. Und wir müssen uns Gedanken über die Verkehrsführung innerorts machen. Und da hätte ich die Bürgerinitiative schon gern dabei“, so Norbert Reier.

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