Mestlin wehrt sich gegen Baugenehmigung für Mastanlage : Schweinmast statt Kranichbrut

<strong>Proteste  </strong>gegen den geplanten Baubeginn der Schweinemastanlage gab es im Vorfeld.
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Proteste gegen den geplanten Baubeginn der Schweinemastanlage gab es im Vorfeld.

Prozessauftakt: Die Gemeinde Mestlin klagt vor dem Schweriner Verwaltungsgericht gegen den Landkreis. Denn es wurde eine Schweinemastanlage gegen den Willen der Gemeinde genehmigt. Eine Entscheidung fällt am 31. Januar.

svz.de von
17. Januar 2013, 07:37 Uhr

Parchim | Auf großes Interesse stieß der gestrige Prozesstag vor dem Schweriner Verwaltungsgericht, in dem die Gemeinde Mestlin gegen den Landkreis klagt (SVZ berichtete). Es ging um eine Baugenehmigung der Kreisverwaltung vom 10. September 2008 zum Bau einer Schweinemastanlage mir 1499 Tieren in der Gemeinde Mestlin. Die Gemeindevertretung hatte gegen diesen Bau gestimmt, doch der Landkreis überstimmte die Mestliner.

Der Zuschauerraum im Saal 1 des Verwaltungsgerichtes reichte kaum aus. Neben etlichen Medienvertretern waren einige Mitglieder der "Bürgerinitiative gegen die Schweinemastanlage" sowie Vertreter des Parchimer Bauernverbandes und weitere Interessenten gekommen. Für den Vorsitzenden des Parchimer Bauernverbandes Marcus Schwarzer war diese Gerichtsverhandlung, die zum Redaktionsschluss noch andauerte, sehr wichtig. "Es läuft sehr präzise ab und geht sehr ins Detail und wird trotzdem verständlich geführt", sagte Schwarzer. Er hofft auf eine Entscheidung zugunsten der Schweinemastanlage, "denn wir Bauern müssen uns doch auf Baugenehmigungen verlassen können, sonst investiert doch keiner mehr".

Zu Beginn wurden seitens des Richters Christian Grade nochmals die Standpunkte der streitenden Parteien zusammengefasst. Im Laufe des Nachmittags kam u.a. Gutachter Karsten Kriedemann vom gleichnamigen Ingenieurbüro für Umweltplanung zu Wort. Er sah - im Gegensatz zu den Klägern - keine "wesentlichen Einwirkungen auf den Kranichbestand in der Region durch die Mastanlage". Das Vogelschutzgebiet umfasse rund 6600 Hektar, die Fläche der Schweinemastanlage dagegen nur rund 4200 Quadratmeter. Außerdem habe der Kranich einen stabilen Bestand im Land und der "Nahrungsbedarf der Tiere ist gegeben". Auch Brutplätze wären nur temporär während der Bauphase betroffen, hieß es weiter. Ingo Thomas von der Bürgerinitiative gegen die Schweinemastanlage bekräftigte noch einmal, dass man "nicht gegen den Investor sei, aber es wäre schon ideal, wenn alles zurückgebaut werden könnte". Dabei sei er auch realistisch und meinte, dass man mit der jetzigen Realität leben könne, aber im Bauantrag sei von zwei weiteren Ställen und von weiteren 3000 Tieren geschrieben worden. "Und das muss auf jeden Fall verhindert werden", so seine Forderung. Auch Bürgermeister Uwe Schultze stimmte dieser Variante zu. Ob letztlich das Gericht für oder gegen die Gemeinde entscheidet, das soll nun am 31. Januar verkündet werden.

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