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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. November 2017 | 20:39 Uhr

Langenhagen/Mestlin : Schutz für Biber, Otter und Co

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt legt gemeinsam mit Planungsbüro Maßnahmenkonzept für bedeutendes Gebiet vor

von
erstellt am 04.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Biber, Fischotter, Rotbauchunke, Kammmolch und die Große Moosjungfer schwimmen und fliegen hier umher – gemeint ist das Gebiet „Wälder bei Mestlin und Langenhägener Seewiesen“ – auch FFH-Gebiet genannt (Fauna-Flora-Habitat). Diese Bezeichnung ist allerdings Geschichte – jetzt sprechen Fachleute über „Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung“ – kurz GgB. „Ob ich mich an diese Bezeichnung meine gesamte Präsentation halten kann, glaube ich nicht“, sagt Ingo Voigt, Diplom-Ingenieur beim Schweriner Planungsbüro der Pöyry Deutschland GmbH. Der Projektleiter ist erneut in Mestlin zu Gast. Vor einem kleinen Publikum stellt Ingo Voigt das Maßnahmenkonzept vor, dass das Planungsbüro in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU) erarbeitet hat.

Vor gut eineinhalb Jahren begann die Arbeit – im Juni/Juli 2016. Das Gebiet mit seiner Fauna und Flora wurde Beteiligten – darunter Landwirten, Förstern, Bürgermeistern... – vorgestellt. Kartierungen, Bewertungen, Recherche, derzeitiger Zustand, Ermittlung der aktuellen Nutzung und die Erhaltungsziele wurden erarbeitet. „2004 wurde dieses Gebiet an die EU gemeldet“, erklärt Ingo Voigt. Die Daten von damals wurden dann mit den Daten von 2016 verglichen. Jetzt gilt es, das Gebiet mit seinen Besonderheiten wie den Gewässern, den Mooren, der Pfeifengraswiese, Langenhägener See... zu erhalten oder wiederherzustellen. „Für die Kleingewässer in diesem Gebiet gilt der gesetzliche Biotopschutz. Der Erhalt aller vorkommenden Lebensraumtypen und Arten ist zwingend erforderlich“, erklärt der Fachmann weiter. Es gilt das Verschlechterungsverbot.

Das Gebiet erstreckt sich von Mestlin bis nach Techentin.   Grafik: stalu westmecklenburg
Das Gebiet erstreckt sich von Mestlin bis nach Techentin. Grafik: stalu westmecklenburg
 

Das Maßnahmenkonzept steht – für die natürlichen eutrophen (nährstoffreichen) Seen im Gebiet gilt der Schutz – vor allem auch für die dort lebenden Arten wie Kammmolch und Rotbauchunke. „Unzulässig sind in diesem Bereich unter anderem die Beseitigung oder Verkleinerung der Gewässer oder die Beseitigung von Ufer- bzw. Pufferstrukturen“, gibt Ingo Voigt an. Pfeifengraswiesen und Magere Flachland-Mähwiesen gilt es ebenso zu schützen. Auch sie dürfen nicht verkleinert und der Wasserstand darf nicht abgesenkt werden.

Unter der Kategorie Wiederherstellung fällt unter anderem der Lebensraumtyp (LRT) 3160 – dabei handelt es sich um dystrophe (nährstoffarme) Seen und Teiche. Ziel ist es, das Waldmoor nahe des Sehlsdorfer Waldes zu revitalisieren. Des Weiteren soll nördlich von Augzin die Pfeifengraswiese wiederhergestellt werden, ebenso in einer Teilfläche im Naturschutzgebiet (NSG) Langenhägener Seewiesen.

Im Bereich der wünschenswerten Entwicklung sieht das Konzept vor, vor allem die Teilflächen, die bislang mit einem ungünstigen Zustand bewertet wurden, in einen günstigen Zustand zu bringen. „Vieles ist nur über Projektförderung möglich. Von der EU kommt das Geld für die Umsetzung der Maßnahmen“, gibt Bernhard Fiedler, Dezernent beim StALU in der Abteilung Naturschutz, Wasser und Boden an.

Auch wenn das Konzept jetzt im Entwurf vorliegt, endgültig in Stein gemeißelt ist es noch nicht. „Wir als Amt arbeiten weiter. Schritt für Schritt müssen wir uns an die geplanten Maßnahmen annähern“, so Bernhard Fiedler abschließend.

 

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