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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. November 2017 | 04:40 Uhr

Baugeschehen : Schule jetzt 7000 Tonnen Trümmer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Fortschritte auf größtem Abbruch in Lübz’ jüngerer Vergangenheit. Arbeiten werden schätzungsweise bis April dauern

von
erstellt am 07.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Der Abriss der ehemaligen Friedrich-Engels-Schule beschäftigt Frank Eisenkolb, Bauleiter der Abbruchfirma Hagemann GmbH, schon seit mehreren Monaten. Ende vergangenen Jahres beseitigten rund 15 Männer des Unternehmens unter seiner Führung dort zunächst von Hand alle verbauten Schadstoffe. Dazu zählten beispielsweise neben unzähligen Leuchtstoffröhren auf einer Fläche von rund 5000 Quadratmetern unter dem Estrich verlegte Teerpappe und Trittschalldämmung sowie die Fugenabdichtung zwischen den Gasbetonplatten der Fassade mit Morinol-Kitt. „Durch den hohen Gehalt an Polizyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) ist alles hochgradig krebserregend“, sagt Eisenkolb. Das gilt auch für Polychlorierte Biphenyle (PCB), die sich beispielsweise in den Startern für die Beleuchtung befanden. Bevor die Bagger zuschlagen konnte, waren außerdem allein rund 150 Kubikmeter Styropor und jede Menge Dämmwolle auszubauen – Sondermüll.

Die mittlerweile komplett in einen Trümmerhaufen verwandelte Schule hatte einen umbauten Raum von rund 15000 Kubikmetern. Je nach Wetterlage wird es schätzungsweise bis April dauern, dass auch die letzte Kellerwand verschwunden ist. Die Abbruchfirma hat jetzt damit begonnen, den riesigen Berg aus Betonplatten mit an zwei Bagger angeschlossenen Abbruchzangen zu zerbrechen, um vor allem Moniereisen herauszutrennen. Die Geräte bringen auf kleinster Fläche bei einem Betriebsdruck von über 300 bar gut 200 Kilogramm Kraft auf, was auch die stärksten Elemente zerbröseln lässt. Übrig bleiben werden kleine Betonbrocken, die nicht größer als 60 Zentimeter sein dürfen – auf dieser Baustelle insgesamt rund 7000 Tonnen, die von einem Subunternehmen abgefahren werden. Eingesetzt wird das Material später vor allem, um Wege zu befestigen.

Auf den Hinweis, dass viele Beobachter des Abbruchs zum Beispiel eine Verschwendung in der Zertrümmerung der erst vor rund 20 Jahren eingebauten Isolierglasfenster sehen, antwortet der Bauleiter, dass sie in dem Alter vielleicht äußerlich noch nicht alt gewesen seien, technisch gesehen vor dem Hintergrund neuer Wärmeschutzverordnungen etwa jedoch schon. Und wenn man ein Gebäude von der Größe erhalte, müsse es auch eine entsprechende Aufgabe übernehmen. Dem in Schwerin in der Vergangenheit mehrfach praktizierten Umgang mit Abbruch hingegen dürfe man nicht folgen: „Nur weil es viel Förderung gab, wurden mehrere Schulen abgerissen – und stellte dann fest, dass sie fehlen.“

 

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