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Berufsinformationstag in Lübzer Gymnasium : Schülern Orientierung geboten

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Markus Jonas kam aus München, um am zweiten Berufsinformationstag am Eldenburg-Gymnasium teilzunehmen. Hier hatte er 2008 sein Abitur bestanden. Jetzt macht er eine Offiziersausbildung bei der Deutschen Marine.

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erstellt am 27.Feb.2012 | 10:29 Uhr

lübz | Markus Jonas nahm die weiteste Anreise auf sich. Er machte sich aus München auf den Weg, um am zweiten Berufsinformationstag am Eldenburg-Gymnasium teilzunehmen. Hier hatte er 2008 sein Abitur bestanden, um dann eine Offiziersausbildung bei der Deutschen Marine zu beginnen, die aus einem militärischen Teil und einem Studium besteht - letzteres in der bayerischen Hauptstadt, der andere Teil naturgemäß im Norden. Der 23-Jährige war am Sonnabend ein gefragter Gesprächspartner, der wie alle anderen ehemaligen Schüler den jetzigen Zehnt- und Elftklässlern Erfahrungen aus seinem neuen Lebensabschnitt vermittelte.

"Eine sehr gute Sache, denn viele wissen mit Schulschluss nicht, was sie machen wollen", so der junge Mann, dem Andreas Scheel zustimmt. Er hat nach dem Abitur 2004 jeweils zwei Jahre in Paris und Berlin Internationales Management studiert. Jetzt pendelt der 27-Jährige noch ab und zu zwischen London und der deutschen Hauptstadt - auch, um sich Informationen für seine Doktorarbeit zu besorgen, die er 2011 zu schreiben begann. "Dass mittlerweile ein zweiwöchiges Praktikum als erster Kontakt mit der Arbeitswelt Pflicht ist, finde ich gut, denn die Schüler haben keine Ahnung, was draußen passiert - sie können es auch nicht", so der gebürtige Lübzer. "Eine Veranstaltung wie diese hilft bei der Orientierung." Auch bei Andreas Scheel war das Interesse groß, mit ihm zu sprechen. Gleich zu Beginn standen rund 30 Schülerinnen und Schüler vor der Tür. Er zeigte sich jedoch verwundert darüber, wie schüchtern letztlich viele gewesen seien und wie wenig Nachfragen sie gestellt hätten.

Für die Zehnt- und Elftklässler war der Besuch der Veranstaltung Pflicht. Jeder von ihnen musste drei jeweils eine halbe Stunde dauernde Gespräche führen. "Für einige ist es Zwang, aber die überwältigende Mehrheit ist uns dankbar, hierher gehen zu können", sagt Gerd Vorhauer. Der Lehrer hatte den Tag seit November mit seiner Kollegin Gabriela Müller, Schulsozialarbeiterin Carola Henkelmann und den beiden FSJ-lern Sophia Wormstaedt sowie Tina Bergmann vorbereitet. Gabriela Müller war verblüfft: "Hauptsächlich wollen wir, dass unsere ehemaligen Schüler hier von ihren Erfahrungen berichten. Ebenso willkommen sind natürlich aber auch Institutionen und Firmen, die in der Regel Berufsausbildungen anbieten. Waren es 2011 nur fünf, so konnten wir in diesem Jahr 16 begrüßen. Auch darüber haben wir uns sehr gefreut." Präsent waren unter anderem die Stadt Lübz, die Sparkasse, die Firma Schlüter und die Bundespolizei.

In der Vergangenheit hat die Lehrerin unter anderem die Job-Messe im Parchimer Flame besucht. "Leider gab es dort zu wenig Angebote für Schüler mit Studienwunsch", sagt sie. "Mehrfach sagten Referenten in diesem Bereich leider kurzfristig ab und weil jede Universität ihre eigenen Info-Tage veranstaltet, entschlossen wir uns, die Messe in unser Haus zu holen. So konzentriert wie dabei bekommen wir es draußen nicht."

Markus Jonas erlebte den Informationstag so wörtlich "ganz anders als gedacht" und zeigte sich wegen des großen Interesses angenehm überrascht. Auch er dachte, dass ihm die große Entfernung von zuhause vielleicht Probleme bereitet, doch dies sei nicht der Fall: "Der Zusammenhalt in der Truppe hilft."

Die weiteste Entfernung von zuhause hat die ehemalige Schülerin Evelyn Zillmer auf sich genommen. Sie arbeitet in den USA bei einem Unternehmen, das Auslandsjahre für junge Erwachsene organisiert. "Wir wollten eine Video-Konferenz bieten, was leider nicht geklappt hat", so Gerd Vorhauer schmunzelnd. "Wir arbeiten dran."

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