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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

11. Dezember 2017 | 11:06 Uhr

kultur : Schritt für Schritt zur neuen Orgel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Unterstützung für Dobbertiner Orgel ungebrochen: Autohaus Riedel sowie Kultur- und Heimatverein Dobbertin spenden 500 Euro

von
erstellt am 18.Sep.2014 | 22:00 Uhr

Noch immer entweicht kein Ton aus ihren Pfeifen, noch immer ist die Instrumentenkönigin in der Dobbertiner Klosterkirche verstummt – seit 24 Jahren. Das soll sich ändern. Ein Freundeskreis Orgel gründete sich deshalb vor gut einem Jahr. Bereits in sechs Jahren – zur 800-Jahrfeier des Klosters – soll eine neue Orgel die Kirche nicht nur schmücken, sondern auch wieder erklingen. „Keine leichte Aufgabe. Und wir wissen, dass es anstrengend wird, genügend Geld zusammenzubekommen“, verdeutlicht Dr. Claus Cartellieri aus Dobbertin und Gründungsmitglied des „Freundeskreises Orgel – Klosterkirche Dobbertin“, der dem Verein zur Förderung des Klosters Dobbertin e.V. angegliedert ist.

Doch es geht weiter, Schritt für Schritt. Denn erst jetzt hat das Autohaus Riedel und der Kultur- und Heimatverein an den Freundeskreis einen Scheck in Höhe von 500 Euro überreicht. „Wir machen jedes Jahr gemeinsam eine Veranstaltung am 1. Mai. Der Erlös aus der Tombola und weiteren Aktionen wird gespendet. Dieses Jahr ging er an den Freundeskreis für die Orgel“, verdeutlicht Steffen Riedel. Dem Dobbertiner sei es wichtig, einen kleinen Anteil zu leisten. „Wir wollen hier im Ort mit unserer Spende helfen, einen weiteren kulturellen Anziehungspunkt zu schaffen. Auch den Urlaubern in unserem Dorf müssen wir wieder etwas bieten, vor allem kulturell“, setzt Steffen Riedel in seiner Erklärung nach. Dem kann Kurt Müller vom Kultur- und Heimatverein Dobbertin e.V. nur zustimmen. „Ich kenne die Orgel noch aus meiner Kindheit. Wir haben hier immer den Blasebalg der Orgel getreten, damit die Organistin spielen konnte“, erinnert Kurt Müller. Ihm ist auch die Nachbildung der Klosterkirche zu verdanken, die ebenfalls im Gotteshaus zu finden ist. Der Clou des Klosterkirchenmodells – es ist eine Spendenbox für eine neue Orgel.

Claus Cartellieri freut sich immer wieder über die Unterstützung aus Dobbertin, aber auch aus der Umgebung und über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus. „Unser Vorhaben hat nicht nur Freunde im Dorf, das wissen wir. Aber wir geben nicht auf. Eine elektronische Orgel kommt für uns nicht in Frage“, verdeutlicht der Dobbertiner noch einmal eindringlich. Deshalb kämpft er weiter. Hat jetzt schon neue Ideen für kommendes Jahr. „Wir müssen dem Land, dem die Orgel ja gehört, nur zeigen, dass wir genügend machen. Dann kommt vielleicht seitens des Landes auch etwas in Bewegung“, hat Claus Cartellieri die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Gestärkt in seinen Hoffnungen wird der Dobbertiner auch durch den britischen Organisten Jonathan Watts. In diesem Jahr hat er drei Benefizkonzerte zu Gunsten der Dobbertiner Orgel gegeben. „Jonathan Watts hat sich auch für das kommende Jahr angekündigt. Er muss nur noch ein paar Details mit seiner Kirchgemeinde absprechen“, erklärt Claus Cartellieri. Auch der Dobbertiner muss noch einiges in die Wege leiten: Denn es könnte sein, dass Jonathan Watts nicht nur in Mecklenburg für die Orgel spielt, sondern auch in der St. Marienkirche Lübeck und in der Johann-Sebastian-Bachkirche in Arnstadt. „Das wäre auch für Jonathan Watts als Organisten sehr gut, in einer Bachkirche auf einer Orgel Bach zu spielen“, erläutert Claus Cartellieri.

Noch steht nur die Hülle in der Klosterkirche. Doch in knapp sechs Jahren sollen aus den Pfeifen wieder schöne Töne entweichen – vielleicht sind es Lieder von Johann Sebastian Bach, die von Jonathan Watts aus England gespielt werden.

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