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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

27. Juni 2017 | 10:50 Uhr

Gesundheit : Schon ein Knall kann zuviel sein

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Viele überraschende Informationen bei drittem Gesundheitstag im Lübzer Mehrgenerationenhaus. Veranstalter war mit dem Erfolg zufrieden.

Ein besonderer Anziehungspunkt für Besucher jeden Alters beim dritten Gesundheitstag im Mehrgenerationenhaus (MGH) war Besuchs- und Begleithund „Dexter“ von den Maltesern in Schwerin. Der schneeweiße Schweizer Schäferhund ließ sich einfach geduldig kraulen oder tobte ausgelassen mit Kindern.

Ein Therapiebegleithund – etwa für Blinde – ist noch besser ausgebildet, doch auch Dexter musste beweisen, dass er immer ruhig bleibt. „Ich gehe mit ihm zum Beispiel oft zu behinderten Menschen jeden Alters“, sagt sein Besitzer Helmut Ratke. „Bettlägerige, die sonst nichts mehr sagen, haben bei unserem Besuch plötzlich wieder etwas gesagt und einige, die zuerst nichts mit dem Hund zu tun haben wollten, konnten später nicht mehr von ihm lassen.“

Bereits am Morgen war jeweils eine Klasse der Schule Am Neuen Teich und der Grundschule zum MGH gekommen, um unter anderem bei einem „Hörspaziergang“ in der Stadt mehr über verschiedene Lautstärken und Frequenzen zu erfahren. Außerdem begaben sie sich auf einen Parcours mit Simulationsbrillen, die zeigen, wie sich Krankheiten auf das Sehvermögen auswirken.

„Rauchersusi“ – ein netter Puppenkopf mit einer Zigarette im Mund – lässt einen im ersten Augenblick vielleicht lächeln, doch der Hintergrund lässt viele schlucken: Nach dem Entzünden der Zigarette lassen sich das Rauchen und die Auswirkungen auf den Hals in Form durchsichtiger Kunststoffröhrchen durch die Betätigung eines Blasebalgs simulieren. Sehen lässt sich, dass die Speiseröhre langsam verteert. Das Modell gehört dem Beratungs- und Therapiezentrum bei Abhängigkeitsproblemen des Diakoniewerks Kloster Dobbertin gGmbH. Es hatte auch die drastischsten Bilder dabei: Unter anderem Fotos einer durch Alkohol zerstörten Leber und eines entsprechend geschädigten Gehirns.

Das einem dem unteren Kopfbereich nachgeformte Modell „Mr. Lip“ zeigt Krankheiten, die durch Alkohol und Rauchen entstehen, und der „Rauchometer“ – funktionierend wie ein Alcotestgerät – zeigt an, welcher Typ Raucher man ist. „Alles zeigen wir auch Kindern und Jugendlichen, die über die harten Fakten oft erschrocken sind“, sagt Diplom-Sozialarbeiterin Sylvia Schröder. Wegen entsprechender Aufklärung habe sie den Eindruck, dass gerade bei jungen Menschen der Konsum so genannter „legaler Drogen“ sinkt.

Den Haustürschlüssel verlegt, sogar den Namen eines Freundes vergessen und in den Keller gegangen, ohne dann noch zu wissen, was man dort eigentlich wollte – alles Hinweise auf Demenz? Diese Frage stellte der Helferkreis Ludwigslust – Parchim, der sich dieser Erkrankung und Beschäftigung damit in Zusammenhang stehender Dinge angenommen hat. Die Frage lässt sich klar mit nein beantworten, wenngleich die Zahl der Menschen mit Demenz bis 2050 bundesweit auf etwa drei Millionen steigen werde – doppelt so viele wie heute. In unserem Landkreis sind es gegenwärtig rund 4500 Erkrankte (etwa 2,1 Prozent der Bevölkerung).

Besonders überrascht haben dürfte viele, worüber Steffanie Klotz-Bücher vom Schweriner Kompetenzzentrum für Menschen mit Hör- und Sehbehinderungen informierte: Bereits der einmalige Knall eines Luftballons direkt am Ohr kann seinen Innenbereich schädigen, dicht gefolgt von Spielzeugpistole und Trillerpfeife. Alles liegt deutlich über der Schmerzgrenze. Darunter liegen laute Diskothek, Ohrhörer von Musikgeräten und Stadtautobahn (bei jahrelanger Einwirkung ebenfalls Innenohrschädigung), aber auch „Dauerberieselung“ durch Radio und Fernseher in Zimmerlautstärke. Letzteres sorgt für Schlafstörungen. Schon ein leises Radio stört die Konzentration und schränkt die Schlafqualität ein.

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erstellt am 16.Jun.2017 | 05:00 Uhr

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