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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

18. November 2017 | 11:38 Uhr

Einweihung in Passow : Schöne Aussicht am Passower See

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Feierlich wurde der von einer Bürgerinitiative hergerichtete Wanderweg rund um den Passower See am Wochenende eröffnet

Sie stehen auf einer der restaurierten Wegbrücken und lesen, welche Aufgabe für die Wanderer ans Brückengeländer gepinnt wurde. Lachen. „Wir kennen sogar das komplette Lösungswort schon“, sagt eine Frau. Dann verschwinden sie beschwingt im grünen Dickicht, aber ihre Singstimmen sind noch zu hören. Wie lange hat man Wanderers Nationalhymne eigentlich nicht mehr gehört? Jetzt hört man sie, es ist fast schon verblüffend: „Das Wandern ist des Müllers Lust.“ Der gerade neu eröffnete, von einer Passower Bürgerinitiative wieder hergerichtete Wanderweg rund um den See hat nicht nur die Gehwerkzeuge in Gang gesetzt, sondern auch die Lust zu singen. Zudem hat der beste aller Wettergötter heute Dienst gehabt. Einen schöneren Tag für die feierliche Eröffnung kann man sich nicht vorstellen.

Mehr als vier Kilometer und ein bisschen mehr zieht sich der Weg, nun entstrüppt, neu beplankt und mit wieder hergerichteten Bänken, in enger Tuchfühlung mit dem Wasser dahin, bis er am Ausgangspunkt wieder ankommt. Die gute Stunde Wegs muss keinen gehfähigen Menschen schrecken. Rechts, wo Wald an die sogenannte Passower Badestelle grenzt, geht’s hinein ins Grün. Heute hängt dort ein Schild: „Start“. Fünfunddreißig Menschen konnte Gemeinderätin Barbara Schrul, Initiatorin des Projekts, für die Bürgerinitiative gewinnen und seit dem 28. Mai sind sie zugange, haben die Bretter der Bänke ausgetauscht, sechs von den acht Brücken über Zuflüsse wie den Mühlenbach ganz, sogar mit Stahlträgern erneuert. Die Bänke wurden bunt gestrichen und die Raststellen erhielten sprechende Namen wie „Belvedere“ , „Mach mal Pause“ oder „FKK-Badestelle“.

Auch die erforderlichen Geldmittel musste die Bürgerinitiative selbst auftun. Zweimal wurde dazu ein Trödelmarkt veranstaltet, berichtet Barbara Schrul, die nun schon wieder nach vorne blickt und ihre Erfahrungen so auf den Punkt bringt: „Wir müssten noch viel mehr Initiativen bilden, die aus der gesamten Gemeinde hervorgehen.“ Gemeinschaftliches Leben überhaupt zu fördern, liegt ihr offensichtlich am Herzen. Auch das Gemeindehaus sollte als eine Art Mehrgenerationenhaus in Besitz genommen werden. Bürgermeister Frank Busch pflichtet ihr sofort bei. Ihn drückt der Schuh, denkt er an die Gemeindefinanzen und so bleibt es nicht aus, dass er die Bedeutung des Ehrenamts und freiwilliger Initiativen in seiner Ansprache auch kritisch beleuchtet: „Ohne Ehrenamt geht heute gar nichts.“ Und er bedauert, dass dies von den meisten schon als selbstverständlich hingenommen werde. Umso dankbarer aber ist er natürlich angesichts des beispielhaften Engagements der Passower Wanderwegbauer.

Erwartungen der Bürger also und leere Kassen – der Wanderlust tut das heute keinen Abbruch und die Mitglieder der Bürgerinitiative machen alle einen ziemlich zufriedenen Eindruck, denn sie wissen, was sie am heutigen Tag zu Ende gebracht haben. Beim Einstieg in den Wanderweg haben sie einen Stand aufgebaut, kleine Sächelchen zum Spielen liegen drauf. Jedes Kind, das den Weg gegangen ist, erhält eine solche Belohnung, während die Erwachsenen für die Tombolateilnahme zunächst an den verschiedenen Stationen die dort angepinnten Fragen zu beantworten haben, um die beiden geforderten Lösungswörter zu finden. Das eine scheint mit „P“, das andere mit „W“ zu beginnen. Worauf das wohl hinausläuft?

 










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