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Zehnjährige Ordination gefeiert : „Schön, dass es Euch gibt!“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Kirchengemeinde dankt ihrem Pastorenpaar: Stephan und Hannah Poppe sind seit zehn Jahren in Plau tätig

Mehr als 150 Frauen und Männer sitzen mit freudiger Erwartung in der Plauer St. Marienkirche, die mit bunten Luftballons geschmückt ist. Vor der Kirche sind in langen Reihen Tische und Bänke aufgestellt, mit weißen Tischtüchern bedeckt. Nur das Pastorenehepaar Poppe ist nicht da. Unter einem Vorwand wurden sie mit dem Auto „entführt“, sie sollten von den Vorbereitungen nichts bemerken. Der Grund für die Heimlichkeit: Die evangelische Kirchengemeinde will deren zehnjährige Ordination mit einem musikalischen Gottesdienst feiern, wozu Kantorin, der Posaunen- und der Kirchenchor bereit sind. Nach dem Studium in Tübingen, Marburg und Berlin traten die gebürtige Rottweilerin Hannah und der aus Bad Kleinen stammende Stephan, der seine theologische Ausbildung in Fribourg (Schweiz) und Berlin absolviert hatte, am 8. Juli 2007 in Plau am See ihre erste Pfarrstelle an.

Um Punkt 17 Uhr betritt das Pastorenehepaar die Kirche. Hannah und Stephan Poppe, der die fünfjährige Tochter Susanna auf den Schultern trägt, sind völlig überrascht. Claudia Huss vom Barkower Kirchgemeinderat, und Gerhard Unger, Vorsitzender des Plauer Kirchgemeinderates, würdigen in einem Wechseldialog das Wirken der Pastoren in Plau am See und Barkow/Broock: „Wir lieben eure Fröhlichkeit, euer ansteckendes Lachen, eure große Toleranz jeder Person gegenüber. Wir bewundern, dass ihr für jeden Anlass die richtigen Worte findet.“ Als dann Gerhard Unger aufgefordert wurde zu sagen, wie denn beide als Pastoren so sind, antwortete er, dass sie „echte Nachtwächter“ wären: „Wie leicht verirrt sich ein Mensch in der Dunkelheit des Lebens. Unter uns leben Einsame und Kranke, Zerstrittene und Trauernde. Für diese Menschen sind unsere Pastoren in besonderer Weise da. Sie erhellen mit ihrer Laterne die Dunkelheit und begleiten sie ein Stück auf ihrer Wegstrecke.“ Und Claudia Huss bezeichnet sie als „Grundversorger“: „Unsere Pastoren feiern Gottesdienste in so gehaltvoller und nahrhafter Weise mit uns, dass damit die Grundversorgung der Seele gleich für eine ganze Woche gegeben ist. Ein Gottesdienst mit ihnen ist ein richtig schmackhaftes Kirchenhupferl.“ Und beide unter dem Beifall der Anwesenden: „Es ist ein Segen, dass wir sie haben. Danke, liebe Familie Poppe, dass es euch gibt!“

An den Schnüren der Luftballons waren übrigens Wunschzettel geknüpft. Auf einem war beispielsweise zu lesen: „Von Herzen alle guten Wünsche für die Zukunft, aber vor allen Dingen gute Gesundheit. In der Hoffnung auf noch viele gemeinsame Jahre.“

Gerhard Graupner überreichte Hannah Poppe als kleines Geschenk einen Zimbelstern, was bei der Beschenkten einen Freudenschrei hervorrief, denn sie ist von diesem Stern begeistert, an dem mehrere kleine Glocken montiert sind, die beim Drehen ein stetiges, klingendes Geräusch abgeben. Und wie das zusammen mit dem Orgelspiel klingt, konnten dann alle hören. Auch der musikalische Spaß kam nicht zu kurz. Sechs Tastenspieler traten an, um gemeinsam einen Walzer auf dem Klavier zu intonieren. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass das Pastorenehepaar mit Blumensträußen, kleinen Geschenken und vielen Wünschen bedacht wurde. Die konnten darauf nur antworten: „Ihr seid total verrückt. Wir sind gern hier und tun gern unseren Dienst. Vielen Dank für alles!“

Die Feier ging dann vor der Kirche mit einem Imbiss, zu dem viele beigesteuert hatten, und angeregten Gesprächen weiter, da störten auch die kleinen Regentropfen nicht, die man ja auch als Freudentränen umdeuten könnte.

 


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