Heideblütenfest : Schnipp, schnapp - Heide ab

Offenes Land: In diesem Jahr sieht die Heide richtig gut aus. Die Ausbeute ist innerhalb kürzester Zeit riesengroß.  Fotos: sabrina panknin
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Offenes Land: In diesem Jahr sieht die Heide richtig gut aus. Die Ausbeute ist innerhalb kürzester Zeit riesengroß.

Letzte Vorbereitungen laufen - schließlich soll die Krone für das 23. Heideblütenfest in Sandhof schön und prächtig aussehen

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27. August 2016, 12:00 Uhr

Rundballen künden vom Spätsommer, schmücken die Felder. Die Heidekönigin aus Stroh weist den Weg in ein etwas abgelegenes Dorf. Die Straße schlängelt sich zwischen Feldern entlang, führt über die Draisinenstrecke. Zwischen hohen Bäumen steht ein Holzschild, es heißt den Besucher Willkommen – „in Sandhof“, dem Tor zur Wooster Heide. Das lila-farbene Kraut steht heute im Mittelpunkt, schließlich eröffnet Ingo Ganske, Vorsitzender des Heimatvereins Wooster Heide e.V., das 23. Heideblütenfest auf dem Festplatz von Sandhof. Ohne Heide, kein Fest. Deshalb treffen sich an einem sonnigen Sommertag viele Sandhofer auf dem Festplatz. Sie wollen gemeinsam Heide schneiden gehen – auf einem Truppenübungsgelände versteckt hinter einem Wald. Den Weg dorthin kennt Sigrid Pietz, hinzu kommt, sie hat die Schlüsselgewalt, um auf den Platz zu kommen.

Nach und nach trudeln die Helfer mit ihren Autos ein. Absprachen werden getroffen. Dieses Mal sind gleich drei Männer mit dabei – Dirk, Ingo und Sohn Hannes. Und viele junge Sandhoferinnen komplettieren das Team. Es kann losgehen. Körbe und Scheren sind verstaut, die Hunde ebenfalls. Die dürfen beim Ausflug in die Heide nicht fehlen. „Kann mich einer mitnehmen“, fragt Dirk. Na klar, bei Ingo ist genügend Platz. Autotüren klappen, Sigrid fährt vorweg. Über Wooster Teerofen geht’s in Richtung Heidelandschaft des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide. Der Weg ist holprig. „Haltet ein bisschen Abstand, manchmal verfehle ich die Einfahrt“, hatte Sigrid ihren Verfolgern vorher gesagt. Doch dieses Mal verfehlt sie gar nichts. Die Schranke ist geöffnet. Rechts rum. Diesmal wird an einer anderen Stelle geschaut. Der Schreck vom vergangenen Jahr – von der Heide war kaum etwas da – ist noch nicht vergessen.

Vorbei an Bundeswehrsoldaten – die rücken ab, die Heide-Schneider rücken an. Sand wirbelt durch die Luft, der Weg ist trocken. Hier links, dann noch mal links. Fast da. Weise von Dirk das Auto auf dem Festplatz stehen gelassen zu haben. Hinterher ist jeder schlauer. Das Ziel ist erreicht. Die Autos geparkt. Sofort wird zu Werke gegangen. Sigrid ist begeistert. Die Heide sieht super aus. Alle greifen zu ihren Scheren und Körben. Auch die amtierende Heidekönigin Cindy. Was gibt sie ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg? „Ich hoffe, sie hat Spaß und dieselben Möglichkeiten, die ichh auch hatte. Das Jahr war sehr schön und aufregend.“ Gern hätte sie noch weiter gemacht. Und wie heißt die neue Königin? „Das bleibt geheim“, sagt Cindy und schmunzelt. In Cindys Nähe hockt Sina in der Heide, Hund Püppy hat sich zum Sonnen hingelegt. Ihr scheint die kratzige Heide zu gefallen. Eigentlich wollte Sinas Mama helfen, war dann aber verhindert. „Sie hat mich vom Pferd geholt. Aber es macht Spaß“, sagt Sina und schneidet weiter.

Überall zirpt es, Schmetterlinge und Bienen kreisen um die Blüten. Dann das Kommando von Sigrid. „Wir sind fertig. Das war rekordverdächtig“, freut sie sich. Der Weg zurück ist genauso holprig und sandig wie auf der Hintour. Doch irgendwie geht’s zurück immer schneller. Auf dem Festplatz in Sandhof gibt’s erst einmal eine Stärkung – die Sektkorken knallen. Die Aufgaben sind klar strukturiert. Die alte Krone hat ausgedient, wird von Ingo, Dirk und Cindy abgetüttelt. „Genauso schnell bitte jetzt auch die neue binden“, witzelt Dirk. Die neue Krone soll schön werden. Gut Ding braucht Weile.

Die Jüngeren – allesamt im ersten Lehrjahr was das Heideschneiden angeht – reichen zu. Sigrid ist Heidekronen-Meisterin, Kerstin schon Facharbeiterin. „Ich hab’ mich hochgearbeitet“, scherzt sie. Nicht jeder darf an die Krone. „Die kleinen Sträuße nicht zu kurz unten abschneiden“, sagt Sigrid in die Runde. Die Blüten müssen alle schön auf einer Höhe sein. Die Heidekrone 2016 nimmt Formen an. Das fertige Meisterwerk aus Sandhof wird heute Abend präsentiert, wie auch die Heidekönigin 2016/17. Bis dahin weist die Heidekönigin aus Stroh den Weg nach Sandhof, dem Tor zur Wooster Heide und zum 23. Heideblütenfest.

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