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Heimat und Geschichte : Schlauchturm darf die Jahre überdauern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Ausgedientes Feuerwehrobjekt steht heute unter Schutz. Gemeinde muss und will es erhalten

von
erstellt am 07.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Dass diverse Kirchen, noch mehr Fachwerkhäuser und natürlich zahlreiche Prachtbauten vergangener historischer Epochen unter Denkmalschutz stehen, ist üblich in deutschen Kommunen. Wesentlich kleiner sind die Brötchen, die die Gemeinde Barkow backt. Neben anderen hat hier der alte Schlauchturm der Feuerwehr die Ehre, „ungeschoren“ in die Jahre zu kommen. Auch er ist unter Schutz gestellt, darf nicht abgerissen werden. Und das soll er auch nicht. „Vielmehr sind wir momentan dabei, den Turm wieder auf Vordermann zu bringen“, erklärt Bürgermeister Steffen Steinhäuser.

Tatsächlich schiebt sich dieser Tage zwischen dem Geäst der nahe stehenden Eichen eine hydraulische Hebebühne in die Höhe. Berno Steinhäuser und Thomas Reier, Barkows alter und neuer Gemeindearbeiter, „kämpfen“ sich an den vier Seiten des wuchtigen Holzbaus in die Höh’. Immerhin um die elf, zwölf Meter. „Bis ganz oben schaffen wir es mit dieser Bühne nicht“, erzählt Berno Steinhäuser und hängt dem Kollegen oben im Korb einen neuen Farbeimer an den Haken. „Gut zwei Meter fehlen, da brauchen wir definitiv schwereres Gerät.“ Das wird teuer. Und deshalb werden die erreichbaren Passagen mit der kleinen Bühne abgefahren. Das angegriffene Holz, das Ende der 1980er Jahre zuletzt frische Farbe sah, bekommt einen neuen Anstrich. Noch davor wird die Verlattung neu verschraubt, wo sie sich aus der „Ordnung“ gelöst hat. Dass sie das an vielen Stellen tat, ist mit bloßem Auge auch von unten zu sehen. „Wir kriegen das hin, sind in wenigen Tagen durch und dann sollte wieder für Jahre Ruhe sein“, sagt Berno Steinhäuser und taxiert die steilen Wände wohlwollend. Innen sei der Turm, der bis Mitte/Ende der 90er Jahre genutzt wurde, noch heute kernig. Nur die alte Schlauchaufhängung soll noch abgenommen werden. „Das ist einfach eine Frage der Sicherheit. Und gebraucht wird sie eh’ nicht mehr“, so Steinhäuser.

Der zur Straße hin anschließende Geräteschuppen soll übrigens bald nach dem Turm drankommen und neu verfugt werden. Bereits in den 1920er Jahren gebaut, nutzt ihn die Feuerwehr auch heute noch, um Teile ihrer Technik unterzustellen.

Und wenn die Barkower das Areal schon mal anfassen, wollen sie auch das Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege nicht aussparen. „Drei der Steine, die früher mal den hohen Gedenkstein umringten, stehen am Schlauchturm, zwei weitere konnten mein Bruder und ich vor Jahren bei Straßenbauarbeiten sicherstellen“, freut sich Berno Steinhäuser. Wieviel behauene Granite es ursprünglich einmal waren, weiß der Gemeindearbeiter nicht: „Doch es gibt alte Fotos, anhand derer wir den Platz herrichten werden.“

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