Unfallschwerpunkt im Verlauf der B 191 beseitigt : Schalentiner Kurve bald entschärft

<fettakgl>Mit Hochdruck</fettakgl> bringen die Straßenbauer die Straßendecke auf.<foto>Horst Kamke</foto>
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Mit Hochdruck bringen die Straßenbauer die Straßendecke auf.Horst Kamke

Hitze von oben, Hitze von unten - die Straßenbauer auf der Großbaustelle "Schalentiner Kurve" sind derzeit nicht zu beneiden. Nachdem der Oberbau gemacht worden war, kam jetzt die Asphaltdecke an die Reihe.

svz.de von
24. Juli 2012, 10:25 Uhr

Rom | Sonnenhitze von oben, Asphalthitze von unten - die Straßenbauer auf der Großbaustelle "Schalentiner Kurve" sind in dieser Woche nicht zu beneiden. Nachdem bereits der Oberbau gemacht worden war, kam jetzt die Fahrbahndecke aus Asphalt an die Reihe. Zeitweise musste für diese Arbeiten die Bundesstraße 191 halbseitig gesperrt werden. Zunächst wurde die Tragschicht aufgebracht, die bei immerhin fast 160 Grad eingebaut wird, dann die Binderschicht. Auch dieses Verfahren verlangt beim Einbau eine Mischguttemperatur von etwa 60 Grad. Wirklich kein leichtes Arbeiten. Vor allem bei diesem Wetter.

Bei wesentlich kühleren Temperaturen hatten im Herbst 2010 die aufwändigen Arbeiten auf diesem 730 Meter langen Abschnitt der B 191 zwischen Parchim und Rom begonnen. Aus zweierlei Gründen: Zum einen musste das zuständige Straßenbauamt in Schwerin das alte marode Brückenbauwerk über den Mühlenbach im Zuge der Bundesstraße durch ein neues ersetzen. Andererseits sollte die Investition von immerhin 2,6 Millionen Euro die bestehende Doppel-S-Kurve durch eine neue Fahrbahnführung gleichzeitig so verändern, dass eine deutlich länger gezogene Kurve entsteht und somit einer der gefährlichsten Unfallschwerpunkte in der Parchimer Region entschärft wird. Über Jahrzehnte waren in genau dieser dieser Kurve viele Verkehrstote zu beklagen. Schon lange bevor der Ersatzneubau Thema und dann Ernst wurde, war die Geschwindigkeit auf 80 und unmittelbar vor dem Kurvenbereich auf 50 Stundenkilometer gedrosselt worden, gab es Geschwindigkeitsmessungen durch mobile Anlagen und seit 2005 sogar einen stationären Blitzer.

Der Bau gestaltete sich schwieriger als ursprünglich geplant. "Während der Maßnahmen haben sich einige Probleme bei der Gründung des eigentlichen Brückenbauwerks über den Mühlenbach eingestellt, die uns einige Wochen Terminverzug brachten", erklärte der Leiter des Schweriner Straßenbauamts, Baudirektor Thomas Taschenbrecker, auf Anfrage. Ursache sei der schlecht tragfähige Baugrund gewesen, was man so nicht hatte kommen sehen. Inzwischen ist das Brückenbauwerk und auch die anschließende Straße aber fast fertiggestellt. Wilfried Schubert, Dezernent im Straßenbauamt, geht von einer Gesamtfertigstellung Ende August aus: "Wir liegen im Zeitplan." So lange wird der Verkehr mit Ampeln einspurig geführt. Im Anschluss kann es noch bis Mitte Oktober zu kurzfristigen Behinderungen kommen, wenn die Restarbeiten erledigt werden. Im Anschluss wird die alte, dann nicht mehr benötigte Fahrbahn zurückgebaut.

Während das Straßenbauamt und die Kraftfahrer dem Ende der anderthalbjährigen Großbaustelle entgegenfiebern, ist auch der Landkreis erleichtert. Es war noch der Altkreis Parchim, der schon vor Jahren nach eingehender Untersuchung der Unfallschwerpunkte die Schalentiner Kurve als gefährlich eingestuft und ihre Entschärfung durch eine regelkonforme Trassierung gefordert hatte. Denn das eigentliche Problem der lang gezogenen Doppel-S-Kurve, sagte der damalige Leiter des Straßenverkehrsamtes und Vorsitzender der Kreisunfall kom mis sion, Manfred Bülow, sei ihre Geometrie gewesen - Mängel bei der Trassenführung und tückische Gefällstrecken an Querneigungen, "aus denen die Fahrzeuge bei unangemessener Geschwindigkeit und Nässe regelrecht herausgezogen wurden".

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