Gnevsdorf : Sanierung mit Schönheitskur

Fröhlich gestimmte Kirchgemeindemitglieder: Bei der Eröffnung des Gemeinderaums herrschte Andrang.  Fotos: Monika Maria Degner
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Fröhlich gestimmte Kirchgemeindemitglieder: Bei der Eröffnung des Gemeinderaums herrschte Andrang. Fotos: Monika Maria Degner

Das Gnevsdorfer Kirchengemeindehaus wurde ästhetisch aufpoliert – jetzt wurde es eingeweiht

svz.de von
07. Februar 2018, 12:00 Uhr

Zunächst war ein gewisses Unbehagen vorhanden. Die Stufe mitten im Gemeinderaum störte, keine Küche da, in der man anständig hantieren konnte, das „Örtchen“ unzureichend, das Altersgrau aus Jahrzehnten hatte sich wenig erbaulich auf das aus den 50er Jahren stammende Gnevsdorfer Kirchengemeindehaus gelegt. Nun ja. Man war ja dran gewöhnt.

Aber es passiert auch, dass das Gewohnte plötzlich mit anderen Augen gesehen wird. Dann werden Wünsche wach: „Auf einem Ausflug der Gemeinderäte unserer Parchimer Region im Jahr 2015“, erzählt die Gnevsdorfer Kirchenratsälteste Renate Weigert, „waren wir unter anderem in Groß Pankow. Dort hatten sie ein so schön renoviertes Gemeindehaus...“ Und Pastorin Frauke Wagner fügt hinzu: „Dann haben wir beschlossen, dass wir jetzt dran sind.“

Was bedeutete, dass zunächst einmal Kirchengeld für Pfarrhauserneuerung beantragt werden musste. 90 Prozent, so ist es üblich, trägt die Kirche, den Rest muss die Gemeinde aufbringen. So kam die Summe von einhunderttausend Euro zusammen. Ein stolzer Betrag, aber er reichte nicht, berichtet Hans-Heinrich Jarchow, der Vorsitzende des Bauausschusses eingangs der kleinen Festveranstaltung nach dem Gottesdienst: „So ist das, wenn man mit alter Bausubstanz anfängt. Der Kostenendstand liegt nun bei 162 000 Euro.“ An dieser Stelle geht ein erstaunter Seufzer durch die Zuhörerreihen. Die näher Beteiligten, wie der Architekt der Kirchenverwaltung, Rüdiger Liedtke, Pastorin Wagner oder auch die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Simone Janne, wissen natürlich längst Bescheid. Alle aber sind mit dem Ergebnis dennoch hochzufrieden.

Sanierung im eigentlichen Sinn erforderte die hintere Außenwand, sie wurde neu aufgemauert. Außerdem mussten die unteren Balken der anderen Fachwerkwände erneuert werden. Die Fassade erhielt ein Kleid aus wetterbeständigem Lärchenholz, der mit Kopfsteinen befestigte Weg über das Pfarrhausgrundstück bis zum Gemeindehaus wurde rollstuhlgeeignet neu gepflastert. Dieser Weg wird zudem künftig auch im Dunkeln gefunden werden, denn jetzt gibt es eine Außenbeleuchtung.

Der einstöckige Gemeindehausanbau wirkt äußerlich kleiner als er im Innern erscheint. Vor allem jetzt, nach der Renovierung, hat er sich innerlich in ein Schmuckstück mit schönen hohen Decken verwandelt. Qualitätsvolle Materialien von der Fußbodenfliese und dem modernem attraktiven Linoleum bis hin zu einigen neuen Türen und der auf den Millimeter passend eingerichteten Anbauküche – alles ist so zweckmäßig wie ästhetisch ansprechend gestaltet. In der Küche kann nun ordentlich gewirtschaftet werden, es gibt gleich hinter dem Eingang zwei Toiletten und die Stolperstufe mitten im Gemeinderaum ist auch weg.

Daher sprießt nun zur Einweihung im Innern auch schon der Frühling. Narzissen, Primeln, Hyazinthen blühen freudig im geheizten Raum. Die freundlichen Blütenköpfe aber sind nur das bunte Tüpfelchen auf dem i. Der Raum selbst trägt schon eine helle, dabei warme Farbenkombination. Verantwortlich hierfür war die freischaffende Bauzeichnerin Carola Ost aus Gnevsdorf. „Ich wollte einen leuchtenden, warmen Raum schaffen“, sagt sie. Dazu wählte sie einen Terrakottafarbton für den Boden und ließ die Wände in sehr zartem gelblichen Beige streichen. Hellgraue Türen und Fenster „zähmen“ das Farbspiel ein wenig, wirken ausgesprochen edel. Kein Wunder also, dass die Anwesenden von der Wirkung „hellauf begeistert“ (Jarchow) sind. Das neue Gemeindehaus ist ein Stimmungsaufheller, der von außen wirkt. Es wird auf die Menschen, die hier zusammenkommen – auf den Chor, die Senioren und die Konfirmanden, Ratsmitglieder und Festteilnehmer –, seine Wirkung tun, innerlich.











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