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Heimatverein Wooster Heide : Sandhof – wo jeder jeden kennt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Der Heimatverein Wooster Heide führte seine Jahreshauptversammlung durch. Anschließend wurde gefeiert

Die Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Wooster Heide wird gleich beendet sein, jetzt beginnt der gemütliche Teil. Eine gute Gelegenheit, sich einmal umzuhören: Was bedeutet für die Versammelten hier und heute eigentlich „Heimat“ im Sinne des Gebietes Sandhof und Wooster Teerofen, des Gebiets auch, das der Heimatverein mit seinen Aktivitäten regelmäßig aufmischt? Der Verein erfasst fast die gesamte Bevölkerung des Fleckens. Grob geschätzt, erfahre ich, haben Sandhof und Wooster Heide 130 Einwohner. Der Verein aber hat immerhin aktuell 92 Mitglieder (Nicht alle wohnen allerdings im genannten Gebiet.) Und wenn nötig, helfen sowieso alle mit, ob eingetragenes Mitglied oder nicht.

Was diese Heimat fürs Lebensgefühl bedeutet, beteuert Vereinsfrau Anja Schießer aus vollem Herzen. Sie lebt heute nicht mehr im Ort, sondern mit Ehemann Christian Engelen, er stammt aus München, und Söhnchen Rici in Güstrow. Dennoch sagt sie aus tiefster Überzeugung: „Ich gehe hier nicht weg.“ Die Bindung hält selbst über die räumliche Entfernung hinweg bis heute an. Dem heimatlichen Refugium blieb auch Ricarda Ludwig-Strauß treu. Die Angestellte beim Medienhaus Nord arbeitet in Schwerin, wohnt aber nach wie vor in Sandhof. Sie ist auf ganz besondere Weise mit dem Ort verbunden. Lachend deutet sie auf eines der Porträts, die die Wände des Saals im Dorfgemeinschaftshaus aus gutem Grund schmücken. Sie zeigen die Heideköniginnen, die jedes Jahr auf dem Sandhofer Heideblütenfest gekrönt werden, seit dem Beginn im Jahr 1994. „Und ich war die erste Heidekönigin“, berichtet Ricarda, die auf dem Foto zusammen mit ihrem Vater abgelichtet wurde.

Geschichten aus der Heimat, dem überschaubaren Ort, wo man seinen Platz hatte, sogar eine „Königin“ gewesen ist! Aber auch „Neubürger“ zieht das heutige Fest an, zum Beispiel Gerd Jähnichen. Er sei ein „Schluchtenjodler“, sagt er gut gelaunt, ein Thüringer also, und habe mit Ehefrau Manuela eine Mecklenburgerin geheiratet. Nein, dem Verein gehöre er nicht an. Er sei 17 Jahre lang Vizepräsident im Thüringischen Feuerwehrverband gewesen. Das reiche ihm nun.

Lässt man den Blick durch den Saal schweifen, fällt auf, dass vergleichsweise viele junge Leute hier sind. Ingo Ganske, 1. Vorsitzender des Wooster Heimatvereins und selbst mittleren Alters, ist gerade darauf offenbar stolz. Zufrieden war er auch mit dem Ablauf des vergangenen Vereinsjahrs, dem neu eingeführten Kulturabend, dem Kinder- und Familienfest, dem Heideblütenfest, zu dem schließlich doch noch Ehrengast Rolf Christiansen erschienen ist, und so fort. Zufrieden war offenbar auch der Verein mit seinem Vorstand, der soeben für weitere zwei Jahre wiedergewählt wurde.

Befragt nach der Bedeutung von Heimat, holt Ingo Ganske, der aus dem besonders malerischen Wooster Teerofen stammt, weit aus: „Es ist der Ort, in dem ich lebe, mich wohlfühle und einmal sterben will.“ So tiefe Verbundenheit, möchte ich wissen, ist die abhängig davon, dass man in einem Ort auch geboren wurde? Ganske glaubt, nein. Letztlich muss es nur d e r Ort für jemanden sein, der passt. „Sie müssen sich in diesen Ort verliebt haben, ein bisschen Verrücktheit gehört dazu.“ Und natürlich will der „Verliebte“, dass der Charakter seines Orts auch erhalten bleibt. Dazu gehört für Ganske, dass junge Leute sich hier fest ansiedeln können, wenn sie dies wollen. „Derzeit gehen viele Häuser als Ferienhäuser weg“, berichtet der Vorsitzende. Es ist ein Marktproblem. Eine Stiftung müsste es geben, die es jungen Familien ermöglicht, hier Häuser günstig zu erwerben, überlegt er. Ein schöner Traum?

 





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